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Comic-Besprechung - Odilon Verjus Gesamtausgabe 1

Geschichten:

Odilon Verjus Gesamtausgabe 1
(Papua, Pigalle, Eskimo, Adolf)
Autor: Yann, Zeichner / Colorist: Laurent Verron



Story:

Odilon Verjus ist ein Missionar der bereits seit zwanzig Jahren bei den Papua lebt. Eines Tages kommt ein junger Missionar, Laurent de Boismenu, zu ihm, um ihn zu unterstützen und von ihm zu lernen. Nach den Eingewöhnungsschwierigkeiten im Dschungel bekommen es die beiden Missionare mit Gangstern und Kannibalen zu tun. Damit haben sie auch wieder die Aufmerksamkeit des Vatikans geweckt, der die beiden nun zu Sonderaufträgen verpflichtet. Das führt die beiden ungleichen Männer nicht nur in das ewige Eis, sondern auch in das Rotlichtviertel von Paris und in das Berlin der Weimarer Republik.



Meinung:

Odilon Verjus ist eine Serie die wohl kaum einer auf dem Schirm hatte. Außer natürlich die rührigen und engagierten Mitglieder*innen des Finix Clubs welche die Serie sogar gleich als eine Gesamtausgabe veröffentlichen. Im Jahr 2000 ist der erste Band der Serie, Papua, mal in einem kleinen Verlag (Phoenix) auf Deutsch erschienen,  hat aber keine großen Wellen geschlagen. Aber jemand von Finix muss sich daran erinnert haben oder man ist auf der Suche nach Lizenzen darauf gestoßen. Dabei ist es schon recht mutig direkt eine hochwertige Gesamtausgabe zu lancieren und nicht erstmal einen einzelnen Band als Testlauf auf den Markt zu bringen. Schließlich hat die Serie mit Odilon Verjus einen merkwürdigen, wenn nicht sogar abschreckenden, Namen, sondern man kann sich auch inhaltlich keinen Reim drauf machen. Ist es Fantasy oder was? Wenn man nun liest, dass der Titelheld ein Missionar ist, so dürften manche Zweifel geweckt worden sein. Denn was soll daran spannend sein? Und droht hier ein religiös missionarisches Pamphlet welches die Leser*innen wieder in den Schoß der Kirche zurückführen soll?

Wenn man nun aber liest das Yann der Autor der Serie ist, so gewährt man ihr eine Chance, denn Yann hat schon mehrfach beweisen das er ein guter Autor ist und Humor mit Action verbinden kann. Und was soll man sagen: die Serie ist ein Glücksgriff und Finix hatte einen guten Riecher. Bleibt nur zu hoffen dass sich möglichst viele Käufer*innen finden. Es ist eine wahre Entdeckung und es ist beileibe keine religiöse Parabel. Ja, der Held ist ein Missionar, kommt aber wie eine Mischung aus Sean Connery und Gerard Depardieu daher. Ein Mann mit Vergangenheit der wohl auch als Mönch nicht den fleischlichen Genüssen komplett abgeschworen hat und der notfalls auch mal zulangt. Dabei steht er den fremden Kulturen, ungewöhnlich für einen Missionar, immer mit Respekt gegenüber und bemüht sich diese kennenzulernen. Was zu abenteuerlichen, haarsträubenden und teilweise extrem witzigen Situationen führt.

Odilon bekommt einen jungen Missionar zur Seite gestellt, damit er ihn ausbilden kann, aber sie werden in Papua in eine Intrige gezogen und bekommen fortan vom Vatikan haarsträubende Aufträge die sie nicht nur zu den Inuit, sondern auch in das Rotlichtviertel von Paris und dem Berlin der Weimarer Republik führen. Es ist eine klassische Abenteuerlektüre welche in den 1930er Jahren angesiedelt ist, exotische Orte zeigt, aber auch die exotischen Aspekte der westlichen Welt. Um die Aufträge zu erledigen, müssen die beiden Missionare kriminalistisch aktiv werden, also ein Krimi, bekommen es mit feindlicher Umwelt sowohl in Form der Natur als auch Menschen zu tun, das Abenteuer, begegnen einigen Versuchungen, ein Schuss Erotik, und vor allem werden auch reale historische Personen eingebaut.

In dem sehr gelungenen redaktionellen Beitrag der eine Einführung zu den Künstlern und der Entstehung der Serie gibt, wird deutlich gemacht das gerade die haarsträubenden Episoden mit den realen Personen durchaus wahr sind. Das betrifft sowohl die Pionierin der modernen Ethnologie, Margaret Mead, Josephine Baker, Ernst Udet und Leni Riefenstahl als auch Hitler und Goebbels haben ihren Auftritt. Es strotzt nur so vor historischen Verweisen und schönen Running Gags. Wenn man sich etwa die Mühe macht die sehr klein gedruckten Flüstereien zu entziffern so wird man einige Gags entdecken die komplett aus der Fiktion herausfallen.
Man hat also im besten Sinne eine frankobelgische Abenteuerserie mit Humor vor sich die zeichnerisch Anleihen bei der ecole marcinelle nimmt und eine wunderbare Lektüre die zwar die Religion ernst nimmt, aber die Kirche durchaus auf die Schippe nimmt. Sehr schön.



Fazit:

Eine schöne Entdeckung. Wenn man sich auf einen Missionaren als Helden einlassen kann bekommt man eine charmante Abenteuerserie mit viel Atmosphäre, Action, Witz und historischen Verweisen die auch reale Personen und Anekdoten einfliessen lässt. Auf jeden Fall reinschauen.



Odilon Verjus Gesamtausgabe 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Odilon Verjus Gesamtausgabe 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Finix Comics

Preis:
€ 34,80

ISBN 10:
3948057400

ISBN 13:
978-3948057404

206 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Settings
  • ungewöhnliche Helden
  • Action und Humor
  • reale Personen mit wahren Bebegenheiten eingebaut
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 29.07.2022
Kategorie: Alben
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