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Comic-Besprechung - Coda 1

Geschichten:

Coda 1 (Coda 1-4)
Autor: Simon Spurrier, Zeichner: Matias Bergara, Colorist: Michael Doig



Story:

Der sogenannte Quench war das Ende der Welt und aller Magie. In einer verwüsteten Welt sind die letzten Reste Magie und solcher Artefakte sehr wertvoll und dementsprechend heiss begehrt. Ein eigenbrötlerischer Barde durchzieht mit seinem Einhorn die Ödlande auf der Suche nach einem Mittel, den Fluch zu brechen unter dem seine Frau leidet. Als er in die Stadt Ridgetown kommt, wird er in den Konflikt zwischen den Stadtoberen und marodierenden Banden hineingezogen. Aber um ein Elixir zu bekommen, schließt sich der Barde schließlich der Elite-Garde an.



Meinung:

Die neu gestartete Serie Coda ist eine etwas merkwürdige Mischung aus Fantasy und Endzeit-Science-Fiction im Stile von Mad Max. Zudem ist es ein ernstzunehmender Genrevertreter und gleichzeitig eine Parodie. Wie soll das alles zusammenpassen? Widerspricht sich das nicht alles? Das sind Fragen die man sich unwillkürlich stellt und bei der Lektüre stellt sich schnell heraus, dass es durchaus funktioniert und das sogar hervorragend. Was man natürlich vor allem dem britischen Autor Simon Spurrier zuschreiben muss.

Die Mischung ist ein kluger Dreh und verweist gleichzeitig auf eines der wesentlichen Grundzüge der Fantasy. Irgendwann in jeder Genreerzählung gibt es eine große Schlacht zwischen Gut und Böse. So etwa in Der Herr der Ringe.  Auch hier wurde eine geschlagen und mit all den Wesen, Monstern, Kriegern und Magiern entfaltete sich eine Wucht wie bei einem Atom-Krieg. Zwar siegte das Gute, doch die Erde ist verwüstet und die Magie nahezu verschwunden. Hier hat man schon die Fantasy und man sieht allein an dieser Prämisse, dass hier manches gegen den Strich gebürstet wird. Nun hat man noch das Endzeitszenario wie in der Science-Fiction. In bester Mad Max Manier zieht der Anti-Held durch die Einöden, allerdings nicht auf der Suche nach Benzin, sondern nach magischen Artefakten. Doch ist er nicht der einzige der danach sucht, da Magie sehr wertvoll geworden ist. Hier hat man die Genreverknüpfungen und es funktioniert sehr gut.

Der Anti-Held will seine Frau retten und ist ein Held wider Willen. Ähnlich wie die namenlosen Westernhelden die in Städte reiten und alles aufmischen, hat er keinen Namen. Da er auf die Fragen nach seinem Namen immer nur lautmalerisch „Hrm“ grunzt, verpassen sie ihm kurzerhand den Namen „Hrm“. Hier sieht man wieder Genreverweise und gleichzeitig parodistische Elemente die dennoch das Genre ernst nehmen und nicht in Albernheit versinken.
Hier wird einfach einiges gegen den Strich gebürstet. Das getreue Reittier des Helden ist ein Einhorn. Dieses ist allerdings alles andere als edel und gut, sondern missmutig und dauernd am Fluchen und zertrümmert in seiner schlechten Laune auch mal ein ganzes Stadtviertel. Die parodistischen Elemente betreffen hier vor allem diejenigen Teile die in der Fantasy Klischees und Quellen des Pathos sind. So ist eine Elitegarde zeichnerisch überhöht und der Held macht sich ständig über die vermeintlich edlen Recken lustig. Auch die Rollenklischees werden umgangen. So sind die Frauen eigentlich die Starken. Die Stadt wird von einer Frau regiert (die optisch auch von Moebius hätte gezeichnet werden können), eine Diebin führt die gegnerische Horde an und die Ehefrau des Helden dessen einzige Motivation es ist, diese von einem Fluch zu erretten, ist alles andere als die zarte Damsel in Distress. Hier soll noch nicht zu viel verraten werden, da gerade bei dieser Figur mehrere Twiste vorkommen. Nur so viel sei verraten: sie erfüllt die Aufgabe die in der konservativen Fantasy meist den Männern vorbehalten ist. Zudem gibt es hier eine Vermischung von Völkern welche in der Fantasy auch eher unüblich ist.

Auch ist interessant zu sehen wie es den Uruk Hai nach der verlorenen Schlacht in Herr der Ringe ergangen sein könnte. So heißen sie hier zwar Urken aber schon der Name ist eine Anspielung. Das Volk hat den Kampfgeist verloren, ist depressiv, verdingt sich als Söldner und ist gebrochen und verhasst. Man sieht: es gibt hier viele Verweise ohne sich auf direkte Zitate zu verlassen. Der Witz tut sein Übriges. Und die Zeichnungen geben zusätzliche Zitate, sind manchmal aber etwas zu kantig und zu fahrig, um einen wirklich in die fremde Welt zu versetzen. Nicht alle werden den Stil mögen der sich dem Realismus verweigert, aber ansonsten ist dieser Auftakt vollkommen überzeugend.



Fazit:

Ein sehr gelungener Auftakt. Die Vermischung Fantasy und Endzeitszenario funktioniert hervorragend und noch erstaunlicher ist die hervorragende Mischung aus parodistischen Elementen und dennoch ein ernst zu nehmender Genrevertreter zu sein.



Coda 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Coda 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 25,00

ISBN 10:
396658512X

ISBN 13:
‎ 978-3966585125

128 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • gelungene Mischung aus Genrevertreter und Parodie
  • Zitate und Verweise
  • Umkehrung Rollenklischees
  • gelungene Dialoge
Negativ aufgefallen
  • Zeichenstil gewöhnungsbedürftig
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 03.03.2022
Kategorie: Hefte
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