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Comic-Besprechung - Wo ist Kiki? - Ein Abenteuer von Harry und Platte

Geschichten:
Zeichner: Blutch
Texter: Robber


Story:
Die Geschichte spielt zu Beginn der 1980er Jahre statt. Während Harry und Platte gerade einen Kunsthändler festnehmen lassen, feiern sie gleichzeitig den großen Erfolg ihres neuen Buches. Mitten hinein in die Signierstunde drückt ihnen ein unheimlicher Mann ein mit Blut beflecktes Buch in die Hand, in dem der Satz steht: Wo ist Kiki. Und tatsächlich scheint die Freundin der beiden entführt worden zu sein. Gleichzeitig erzwingt die Tochter des überführten Kunsträubers die Hilfe von Harry und Platte, denn sie glaubt an die Unschuld ihres Vaters. Doch diesem gelingt nach ihrem Besuch bei ihm die Flucht. Ein großes Durcheinander, über dem immer wieder die Frage auftaucht: Wo ist Kiki?



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Und wieder wird ein klassischer Comicheld zu neuem Leben erweckt – genauer gesagt ein Comicheldenduo. Mit „Wo ist Kiki?“ stürmen endlich wieder die beiden Meisterdetektive Harry und Platte in die deutschen Comicregale. Bei den Wiederbelebungen alter Helden fällt insgesamt auf, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt. Entweder die großen Vorbilder werden in akribischer Treue wiedergegeben und es wird versucht möglichst Nahe an das Original heranzukommen, wie dies beispielsweise bei Asterix oder den Abenteuern von Blake und Mortimer der Fall ist, oder aber es wird ein krasser Bruch zu den bestehenden Bänden gesucht, wie etwa bei „Lucky Luke sattelt um“ oder auch „Der Mann, der Lucky Luke erschoss“. Oder aber – und das ist der dritte Weg und meiner Meinung nach der Königsweg, sich einem klassischen Comicstoff zu nähern – der oder die neuen Zeichner/Autoren gehen mit respektvoller Kreativität zu Werke. Hier wäre für mich etwa der Band von François Schuiten „Blake und Mortimer Spezial: Der letzte Pharao“ ein gutes Beispiel – und jetzt eben auch von Robber und Blutch „Wo ist Kiki? – Ein Abenteuer von Harry und Platte“.
Denn der Band der beiden Brüder zeigt nicht nur eindrucksvoll, dass man diese schwerste Kategorie der Annäherung an ein übergroßes Vorbild durchaus bewerkstelligen kann, sondern auch, wo die Fallstricke bei der Umsetzung sind. Es geht nämlich darum, die perfekte Verbindung zwischen dem Geist des ursprünglichen Werkes und dem grafischen Universum des neuen Autors zu erreichen. Ein ganz schmaler Grat, auf dem das Kreativteam jederzeit abrutschen könnte. Robber und Blutch rutschen nicht an, sondern halten sich auf dem hohen Niveau des Originals – und sind doch anders.
Dazu tragen unter anderem die vielen gut getroffenen Charaktere bei. Da ist etwa die Comtesse d'Amélie, nur Kiki genannt, die zwar keine Hauptrolle in dem Band hat, aber allein durch ihr zeitweiliges Erscheinen eine Verbindung zur klassischen Serie hält. Und natürlich darf in einem solchen Band auch nicht der Lieblingsschurke der beiden Helden fehlen, Herr Schock. Gerade an seinem Auftreten kann der Leser das ganze Feingefühl ersehen, mit dem sich Robber und Blutch der Serie nähern. Wir erahnen Herrn Schock. Er erscheint als Halbschatten in einem dunklen Raum und kaum entdeckt, entschleiert sich der Schatten auch schon als Illusion. Aber die beiden kreativen Brüder haben damit ihr Ziel erreicht: Denn auf jeder Seite und bei jedem Panel denken wir, dass Herr Schock gleich auftreten wird. Dass dies nicht geschieht ist ebenso großartig wie geschickt. Denn damit halten Robber und Blutch ihren wichtigsten Trumpf weiter in der Hinterhand. Zeichner und Autor gelingt es, die bekannten Charaktereigenschaften der Figuren zu verschärfen, ohne sie komplett zur Karikatur werden zu lassen – auch dies ein schmaler Grat. 
Robber führt uns von einer Handlung zur nächsten. Seine Meisterleistung besteht darin, den Geist der ursprünglichen Serie beizubehalten. Er versuchte weder um jeden Preis zu modernisieren noch ein klassisches Thriller-Szenario aufzubauen. Seine Geschichte ist halb ernst und halb verrückt, wie oft die Abenteuer von Harry und Platte. Fantasie ist eine weitere Zutat der ursprünglichen Abenteuer, die ebenfalls vorhanden ist – etwa in Form des Umhangs, der unsichtbar macht. 
Nicht weniger spannend sind die Zeichnungen von Blutch. Ich hatte vorher noch nie einen Band des Zeichners in den Händen gehalten und war schon beim ersten Durchblättern sehr überrascht. Denn erwartet hatte ich eine zeichnerische Anlehnung an die Glanzzeiten der Serie. Bekommen habe ich eine komplette grafische Neuinterpretation. Blutch arbeitet mit ausdrucksstarken Linien. Seine Panels liegen irgendwo zwischen Humor und Poesie. Seine Art menschliche Körper in ihren Bewegungen festzuhalten, lassen seine Nähe zum Maler Degas erahnen.
Sicherlich werden die Traditionalisten der so genannten Dupuis-Linie über die Zeichnungen spotten und reine Krimifans am Szenarion von Robbers anstoßen nehmen, ändert aber nichts daran, dass „Wo ist Kiki? – Ein Abenteuer von Harry und Platte“ zu den gelungensten Verneigungen der 9. Kunst vor einer klassischen Serie überhaupt ist. 



Fazit:
„Wo ist Kiki? – Ein Abenteuer von Harry und Platte“ ist e sowohl aus erzählerischer als auch aus ästhetischer Sicht sehr gelungenes Album, das eine solide Grundlage für ein dauerhaftes Comeback von „Harry und Platte“ bilden kann. Der Band verbindet den Geist des historischen Schöpfers Will und die Modernität von Blutchs Zeichnungen.



Wo ist Kiki? - Ein Abenteuer von Harry und Platte - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Wo ist Kiki? - Ein Abenteuer von Harry und Platte

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Salleck Publications

Preis:
€ 19

ISBN 13:
978-3-89908-721-5

78 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Klassiker neues Leben eingehaucht
  • Gelungene Charaktere
  • Humor und Poesie
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 13.04.2020
Kategorie: Alben
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