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Comic-Besprechung - The Losers 5: Endspiel

Geschichten:

The Losers 5: Endspiel
(The Losers 26-32)
Autor
: Andy Diggle
Zeichner: Jock, Colin Wilson
Colorist: Lee Loughridge



Story:
Während die Losers in die Umgebung von Tschernobyl reisen, um die Spuren von Max weiter zu verfolgen und zu verhindern, dass er an eine Atombombe gelangt, muss der CIA-Mann Stegler erfahren, dass die Firma kein allzu großes Interesse daran hat, Max aufzuhalten. Was sich noch als ein großer Fehler herausstellen wird. In der  Ukraine geraten die Loser in eine ausweglose Situation und können Max nicht aufhalten, der daraufhin ungehindert seinen Plan ausübt. Letztendlich kann nur ein kleines Team, welches nichts mehr zu verlieren hat, ihn stoppen. Das wird aber nicht ohne Verluste gehen.

Meinung:

Nach dem ersten Band hätte man nicht unbedingt erwarten können, das mit The Losers eine der besten Actionserien überhaupt vorliegen würde. War der Auftakt noch ziemlich banal und verharrten die Zeichnungen noch zu sehr in Posen, so entwickelte sich die Serie deutlich. Stetig steigerte sich die Story von Band zu Band und kommt nun zu einem spektakulären Höhepunkt. Die anfänglich banal aussehende Geschichte wurde immer komplexer und komplexer und der Leser erfuhr zusammen mit den Helden immer mehr Einzelheiten. Dabei sind die Helden beileibe keine Übermenschen und verloren auch mehr Schlachten als sie gewannen. Es sei denn, man zählt das reine Überleben als Gewinnen.

Neben dem atemlosen dramatischen Actiongewitter in diesem Band gehört zu der komplexen Story auch eine ordentliche Portion Sozialkritik und Anprangerung der amerikanischen Politik dazu. Wobei diese Kritik nicht aufgesetzt wirkt, sondern imminent wichtig für die Handlung ist. Denn der Schurke Max, so viel sei verraten, will, dass die USA die Welt beherrschen. Er als Agent der CIA steht damit für den gesamten Geheimdienst.

Das die CIA als Hand der imperialistischen USA im Laufe ihrer Geschichte sehr viel Dreck abbekommen hat, ist wahrlich bekannt. So war sie tatkräftig daran beteiligt, Regierungen zu stürzen die ihr unangenehm waren (Iran). Das meiste daran war dem Primat der Wirtschaft unterstellt und stellte diesen auch nie in Frage. Eben diese Aspekte kommen in dem Abschlußband der Serie The Losers, Endspiel, zur Geltung. Aber alle Kritik, sowohl an der CIA als auch an der Außenpolitik der USA generell, wird hier überspitzt dargestellt, um so einige grundsätzliche Ansichten deutlich zu machen.

Alle anderen Aspekte wie der Krieg gegen den Terror, religiöse Aspekte, Menschenrechte, etc., dienen nur als Ummantelung des großen Gottes Dollar. Der sozialdarwinistische Ansatz, der vor allem im Wirtschaftsleben und im Amerikanischen Traum zu finden ist, nimmt hier in pervertierter Form geradezu faschistoide Züge an, was von den Autoren ungeheuer mutig ist. Die Wirtschaftsinteressen, welche die reine Form des Amerikanischen Traums ist, gewinnt nahezu zwangsweise einen imperialistischen Habitus und führt dazu, dass man die Welt beherrschen will. Wer uns kein Öl liefert, wird umgebracht und dann marschiert man eben mit dem Militär ein und sichert sich die Quellen. Krieg ist nichts weiter als Wirtschaftspolitik und beide wollen nur eins: die Weltherrschaft.

Die Institutionen in diesem Band sind vollkommen außer Kontrolle geraten und führen ein fatales Eigenleben. Ähnlich wie in den Romanen von John Le Carre beschäftigen sie sich häufig nur noch mit sich selbst und sehen den Rest der Welt als Spielplatz. Und die Religion zählt da auch nur noch als weiteres Motiv, um den Gegner zu identifizieren und so zu bekämpfen. So wird hier deutlich gemacht, dass die USA den Islam bekämpfen wollen und es nicht als Notwehr und Abwehr sehen.

Ein mutiger Band und so dermassen kritisch, dass sich dieses wohl nur Engländer trauen konnten. Kaum vorzustellen, dass sich amerikanische Autoren einer so herben und vernichtenden Kritik an den USA hätten erlauben können (und dann noch in einem amerikanischen Verlag). Hier gebührt sowohl dem Verlag als auch den Autoren ein großes Lob ausgesprochen.

Aber Leser, die sich nicht für Politik interessieren, können beruhigt sein. Auch abseits von der inhaltlichen Aussage, gibt es Action und Dramatik pur und man fiebert mit den Figuren mit. Zum einen will man endlich wissen, was der böse Max überhaupt plant, wie die Losers ihn aufhalten können, welche Institutionen und vermeintliche Verbündete überhaupt verlässlich sind und überhaupt: werden eigentlich alle überleben?  Verrat am laufenden Band, wechselnde Fronten, Spannung, Blut, trockener, schwarzer Humor, Dramatik und Emotionen, eine ordentliche Dosis USA-Kritik und dementsprechend keine Spur von Patriotismus (ganz im Gegenteil!!). All das will man gerne öfter lesen. Also zugreifen.



Fazit:
Ein mutiger, rasanter, spannender, actionreicher Abschluß einer Serie, die mit jedem Band besser und besser wurde. Eine unerwartet deftige Kritik an den USA und ihrer Außenpolitik überrascht und dürfte für Kontroversen sorgen. Aber auch abseits der inhaltlichen Aussage ist dieser Band packend und nicht nur für Fans der Serie ein
Muss.

The Losers 5: Endspiel - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Losers 5: Endspiel

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,95

ISBN 10:
3862012808

ISBN 13:
978-3862012800

172 Seiten

Positiv aufgefallen
  • derbe, mutige Kritik an den USA
  • Tempo und Spannung
  • viele Wendungen
  • keine glatten Helden
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 30.07.2012
Kategorie: The Losers
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