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Comic-Besprechung - Harry und Platte 25: Die Paladine der Johanna von Orleans

Geschichten:

Die Paladine der Johanna von Orleans (Originaltitel: „Tif et Tondu 37: Les phalanges de Jeanne d‘Arc“)

Autor: Stephen Desberg; Zeichner: Will; Kolorierung: Vittorio Leonardo



Story:
Der Vermögensverwalter von Harry und Platte setzt sich ins Ausland ab, aber nicht ohne vorher ihr Konto zu plündern und das gesamte Vermögen mitzunehmen. Statt die Welt zu retten, müssen sich die beiden mit normalen Jobs herumschlagen. Platte nimmt einen Job bei der Polizei an und Harry versucht sich als Journalist bei der Zeitung Midi-Flash. Beide merken sehr schnell, dass ihnen die jeweiligen Jobs nicht gefallen.

Als die beiden Detektive von der Bildfläche abtreten, wird ihr Platz von Phil Harmonie und Fred Flic besetzt, die sich bei der Auflösung aktueller Mordfälle mit viel Medienrummel in Szene setzen. Irgendwie wirkt alles inszeniert und die beiden neuen Gesetzeshüter scheinen mit Antoine de Maldague unter einer Decke zu stecken. Dieser zwielichtige Superreiche zieht seine Fäden im Hintergrund und rekrutiert als Kopf der geheimen Organisation Die Paladine der Johanna von Orleans junge Männer, die ausgebildet werden, um die Welt zu verbessern. Frankreich soll es wieder gut gehen, dazu gehört neben Zucht und Ordnung, dass das Land von Zuwanderern gesäubert wird.

Jacques Drouet, ein besorgter Vater, dessen Sohn spurlos verschwunden ist, meldet sich bei Harry und Platte und setzt sie auf den Fall an. Schon sind sie wieder im Geschäft: einmal Detektiv, immer Detektiv.

Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Die Krimiserie Harry und Platte gehört zu den ältesten Klassikern, die der franco-belgische Comic hervorgebracht hat. Das erste Abenteuer der beiden Hobby-Detektive datiert aus dem Jahr 1938. Die Serie debütierte vor über 70 Jahren zusammen mit dem namensgebenden Hotelpagen im allerersten Heft des Magazins Spirou.

Wie bei Spirou und Fantasio, ist die Historie von Harry und Platte in Deutschland eine sehr wechselvolle. Ihr Debüt gaben sie 1970 in der Kauka Serie FF Super. Damals hießen sie noch Gin & Fizz, ebenso wie bei der darauf folgenden kurzlebigen Softcoverreihe des Semic Verlages in den 80er Jahren. Als Carlsen 1988 eine neue Albenreihe startete, taufte man die Serie um in Harry & Platte. Nach 17 Bänden war bei den Hamburgern Schluss. Nach einer längeren Durststrecke übernahm Salleck die Serie und hat seit 2001 rund einmal im Jahr ein neues Album veröffentlicht.

Nach einer Pause von fast zwei Jahren sind 2010 innerhalb eines Monats gleich zwei neue Bände erschienen. Das macht durchaus Sinn, denn die beiden Titel bilden inhaltlich einen Zweiteiler. Die Geschichte, die 1987 in Spirou Nr. 2561 bis Nr. 2566 erstmals erschien, zeigt sehr schön, warum wir es hier mit einem waschechten, liebenswerten Semi-Funny der besseren Sorte zu tun haben.

Die Paladine der Johanna von Orleans stammt aus der späten Phase der Serie, als Will (d. i. Willy Maltaite) sie noch zeichnete und Stephen Desberg ihr die inhaltliche Richtung vorgab. Will ist ein absoluter Meister seines Fachs, der in einem Atemzug mit Franquin, Tillieux, Peyo oder Lambil genannt werden kann. Da stimmt von der geschickten Panelaufteilung bis zur Umsetzung von Details einfach alles. Sein Funny-Zeichenstil ist unbeschwert, gradlinig und witzig an genau den Stellen, die den Leser amüsieren sollen.

Die vorliegende Story von Desberg steht den Zeichnungen in nichts nach, denn sie hat alle Qualitäten einer unterhaltsamen und spannenden Geschichte. Die Ausgangssituation ist klassisch: die Helden verlieren ihr Vermögen und müssen sich mit Jobs herumschlagen, die ihnen gar nicht liegen. Hier kommt es zu sehr schönen Szenen. Harry und seine Reporterkollegen schlagen in einer Redaktionssitzung Themen für investigativen Journalismus vor, aber der Chefredakteur brummt ihnen als Top-Thema die Geburt von Zwillingen einer Nachrichtensprecherin auf. Oder Platte, der wird von seinen neuen Polizistenkollegen erst einmal genüßlich auf die Schippe genommen und bekommt dann den Einzelgänger namens Rambo als Partner zugewiesen, der seine eigenen merkwürdigen Methoden der Verbrechensbekämpfung an den Tag legt.

Doch es bleibt nicht beim drögen Zeitungs- und Polizeialltag. Ehe sie sich versehen, sind sie mitten drin in einem neuen Fall. Die Vereinigung der Paladine der Johana von Orleans ist eine politische Gruppierung, die etwas an eine streng organisierte Neonazismus-Vereinigung erinnert. Mit kurzem Haarschnitt marschieren sie in Formation einer Fahne hinterher, die neuen jungen Franzosen, die im Land für Recht und Ordnung sorgen sollen. Ein solche Hintergrundstory gibt diesem Harry und Platte eine ungewohnte, aber passende politische Dimension, die nachdenklich stimmt. Und sie kulminiert in einem Cliffhanger, bei dem das Duo auf eine harte Zerreißprobe gestellt wird.



Fazit:
Langsam, aber sicher, werden die Lücken in der deutschen Veröffentlichung von Harry und Platte geschlossen. Die Paladine der Johanna von Orleans ist ein kurzweiliges Lesevergnügen mit einem offenen Ende, das viele Fragen unbeantwortet lässt. Da ist es am besten, wenn man Band 26 bereits greifbereit in der Nähe hat. Der Band darf in keiner Funny- oder Semi-Funny-Sammlung fehlen und gerade wer Geschichten im Stile von Jeff Jordan mag, der kommt voll auf seine Kosten.

Harry und Platte 25: Die Paladine der Johanna von Orleans - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Harry und Platte 25: Die Paladine der Johanna von Orleans

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Salleck Publications

Preis:
€ 11.00

ISBN 13:
978-3-89908-350-7

48 Seiten

Harry und Platte 25: Die Paladine der Johanna von Orleans bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • tolles Titelbild
  • ausgereifte Funny-Zeichnungen
  • sehr unterhaltsam
  • mit Tiefgang
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 25.08.2010
Kategorie: Harry und Platte
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