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Comic-Besprechung - Vinci (I)

Geschichten:
Vinci
Autor: Didier Convard, Zeichner: Gilles Chaillet, Tusche: Marc Jailloux, Colorierung: Chantal Defachelle

Story:
Es ist das Jahr 1519. Der König von Italien sucht seinen alten Freund, einen Abt eines Klosters auf, und überbringt ihm ein Gemälde. Das Gemälde trägt ein Geheimnis mit sich herum. Ein Geheimnis, das im Dezember 1494 seinen Anfang nahm. An den Ufern des Kanals Martesana in Mailand, wird ein grausam entstellter Körper gefunden. Mit chirurgischer Präzision wurde dem Toten das Gesicht entfernt. Als wenig später ein weiterer Mann von einer vermeintlichen, riesigen Fledermaus angegriffen und ebenso entstellt wird, spricht die Bevölkerung vom „Dieb der Gesichter“. Vogt Vittore, der Leiter Polizei wendet sich hilfesuchend an Leonardo Da Vinci, dem genialen Erfinder und Maler. Der ist gerade mit seinem berühmten letzten Abendmahl beschäftigt, das er in der Chiesa Santa Maria Delle Grazie malt. Und er sucht so seine eigenen Geheimnisse im Verborgenen zu halten...

Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Italien ist ein faszinierendes Land. Es gibt in Europa nur wenige Orte, wo eine so reiche und lange Geschichte noch immer spürbar ist, wo man noch immer auf den Spuren von Menschen wandeln kann, die die gesamte Menschheit geprägt haben. Und das gilt natürlich ganz besonders für Leonardo Da Vinci. Wer einmal selbst vor dem letzten Abendmahl in der Chiesa Santa Maria Delle Grazie (genauer im Speisesaal des ehemaligen dort angeschlossenen Klosters) gestanden hat, der erkennt dessen Genialität in voller Tragweite. Da sind selbst die Bügelfalten des Tischtuches so akurat gemalt, dass sie wohl perfekt passen würden, könnte man es zusammen falten. Wer dieses Gemälde einmal sehen kann (und man darf nur 15 Minuten davor stehen), der sollte es sich nicht entgehen lassen, auch wenn es nicht gerade billig ist.

Nun hat Didier Convard seine Geschichte in genau der Zeit angesiedelt, in der Da Vinci sein Meisterwerk vollbrachte, das auch heute noch Rätsel aufwirft, so wie so vieles in der Geschichte des Meisters. Da passt es wie die viel beschworene Faust aufs Auge, dass Convard eine Kriminalgeschichte auf den Leib von Da Vinci schneidert. Und das hat er sehr gut gemacht. Der Start der Geschichte im Jahr 1519 ist schon vielversprechend und führt dann noch weiter in die Vergangenheit zurück. Und Convard setzt dabei immer wieder kleine Hinweise aus, bei denen der Leser perfekt in die Irre geführt wird. Bis hin zur Mitte des Buches ist man regelrecht davon überzeugt, dass nur einer der Täter sein kann und wird dann doch zum Schluss hin eines Besseren belehrt. Das ist perfekte Erzählkunst par excellence.

Gilles Chaillet hingegen gibt dem Ganzen das gewisse Etwas, nämlich die perfekt passenden Zeichnungen. Sei es bei der Darstellung seiner Charaktere, die wundervolle Studien menschlicher Gesichter umfasst. Sei es seine Liebe zum Detail bei der Darstellung der Schauplätze. Man würde sich anhand seiner Bilder in Mailand wieder finden. Die Martesana existiert noch heute wie auf den Bildern des Zeichners. Die Chiesa Santa Maria Delle Grazie ist wie aus einem Tourismus-Prospekt entsprungen. Und wenn man vor Sant’Ambroggio (die wichtigste Kirche neben dem Mailänder Dom) steht, dann wird man sofort an die Abbildung aus diesem Comic denken. Es ist diese Liebe zum Detail, die den Comic zu einem Augenschmaus macht.

Ehapa hat diesen Comic wieder als All In One veröffentlicht, doch es ist das erste Mal, dass dies gar nicht notwendig gewesen wäre. Die Serie hätte sich sicher auch als Albenveröffentlichung gerechnet. Zu sehr möchte man weiter lesen, zu überzeugend sind Geschichte und Zeichnungen. Aber wenn schon einmal die Geschichte komplett vorliegt kommt man wenigstens um das Problem herum, dass man monatelang auf die Fortsetzung warten müsste. Schade ist nur, dass hier ein redaktioneller Anteil sicher sinnvoll gewesen wäre. Gerade wenn man ein wenig mehr über die Arbeitsweise von Chaillet hätte erfahren können, wäre das sicher nicht schlecht gewesen.

Fazit:
Vinci ist ein wahnsinnig spannender Comic mit tollen Zeichnungen und einem überraschenden Ende. Da kann man nur sagen: Veni, vidi, Vinci – aber sowas von.

Vinci (I) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Vinci (I)

Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Verlag:
Egmont Comic Collection

Preis:
€ 29,95

ISBN 13:
978-3-7704-3337-7

114 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Unglaublich spannende Geschichte
  • Ein Geschichtscomic der besonderen Art
  • Tolle Zeichnungen
  • Veni, Vidi, Vinci
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 15.02.2010
Kategorie: One Shots
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