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Comic-Besprechung - Alandal 1

Geschichten:

Alandal 1
Autor: J. Philip Ignacio; Zeichner: Alex Nino



Story:

1762. Die Phillippnischen Inseln. Noch können sie die einzelnen Sutanate den Spaniern widersetzen. So greifen die Spanier immer wieder zu Listen, um sich die Inseln zu unterjochen. So heiratet ein Kapitän eine Fürstentochter und hat eine Tochter mit ihr. Als herauskommt das er ein Spion ist, eskalieren die Ereignisse und er flieht mit seiner Tochter. Jahre später gelangt die mittlerweile zu einer Jugendlichen gewordenen wieder an den Hof ihrer Familie und wird in den Kampfkünsten ausgebildet. Was auch nötig ist, denn die Spanier verstärken ihren Griff, um endlich die Inseln zu erobern.



Meinung:

Mit dem Zweiteiler Alandal hat sich der kleine Dantes Verlag etwas Besonderes gesichert. Es kommt nicht oft vor, dass sich ein Debütant und ein Altmeister zusammentun. Meist ist dann einerseits der Respekt zu groß und andererseits kann die Erfahrung einen überheblich werden lassen was zu Lasten der Geschichte ausgehen kann. Aber ab und an funktionieren solche Kollaborationen.

J. Philip Ignacio ist eigentlich ein Dokumentarfilmer. Bei der Arbeit zu einem Film über die philippinische Kampfkunst und deren Ursprünge war die Idee für Alandal gesät worden, aber die filmische Umsetzung in Form eines Spielfilmes wäre auch finanziell schwierig geworden. Also arbeitet er die Geschichte als ein Skript aus welches auch für einen Comic umgesetzt werden konnte. 2013 traf er sich auf der San Diego Comic Con mit dem Comicaltmeister Alex Nino, um ihn für einen Dokumentarfilm zu interviewen. Irgendwann kam das Gespräch auf das Projekt Alandal und Nino bekundete sein Interesse. Womit ein erfahrener Zeichner einem Neuling in der Branche eine Chance gab, Nino arbeitete für viele verschiedene US-Verlage und ist einer der Filipinos welcher in den USA zu Stars wurde. So kommt es das mit Ignacio ein Neuling sein Comicdebüt feiert und mit Nino ein Star sein letztes Werk abliefert. Zumindest scheint es so, dass er danach in den Ruhestand gehen wird. Schließlich war Nino bei der zeichnerischen Fertigstellung von Alandal schon 81 Jahre alt.

Allerdings ergibt diese ungewöhnliche und lobenswerte Kombination auch den größten Schwachpunkt der fertigen Geschichte. Nino ist es gewohnt in der Marvel Manier zu arbeiten. Sprich: man gibt nur eine inhaltliche Zusammenfassung, der Zeichner legt los und die Dialoge und Off-Kommentare werden erst beim Vorliegen der fertigen Zeichnungen fertiggestellt und eingefügt. Was den Zeichnern bei Marvel einen ungleich höheren Stellenwert verlieh. Nun merkt man aber, dass sich Debütant Ignacio nicht von seinem Skript lösen wollte, sondern es einfach auf die Zeichnungen drauflegte und so kommt es das die Zeichnungen und das erzählte oft voneinander abweichen. Man sieht etwas was kein textliches Äquivalent hat oder es wird etwas beschrieben was gar nicht zu sehen ist.

Dabei sind die Zeichnungen etwas Besonderes. Nino bezieht sich auf die philippinische Tradition und gestaltet seine Bilder wie eine Bilderrolle die sich erst entfaltet wenn man die aufgerollten Blätter abrollt und sich so ein riesiges Panel ergibt. Wie man im Nachwort auf einem Foto sehen kann muss das im Original und in der entsprechenden Größe extrem beeindruckend sein. Allerdings fordert es auch die Sehgewohnheiten heraus und kann von manchen als anstrengend empfunden werden weil es auch unübersichtlich zu werden droht. Aber die Arbeit mit den Schraffuren und Schatten ist wahrlich beeindruckend. Man spürt, dass Nino die Story wichtig war und bezieht sich auch auf seine philippinischen Wurzeln.

Dort ist auch die Geschichte verankert und spielt zu Beginn der Kolonisation der Philippinen durch europäische Mächte. Allerdings ist die Story nichts weiter als eine konventionelle Abenteuergeschichte wie man sie schon etliche tausend Male gelesen oder gesehen hat. Lobenswert ist aber der Blick aus einer anderen Perspektive und zeigt das vorkoloniale Leben und die reichhaltige Kultur. Also eine Abenteuergeschichte aus der Sicht der Besiegten. Trotz einiger Schwächen und der sperrigen Lektüre liegt hier also etwas Besonderes vor bei dem sich ein näherer Blick lohnt.



Fazit:

Sperrig und die Lesegewohnheiten herausfordernd lohnt sich allerdings ein Blick allein aufgrund der Zeichnungen welche zu beeindrucken wissen. Die Abenteuergeschichte ist bislang leider sehr klischeehaft.



Alandal 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Alandal 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Dantes Verlag

Preis:
€ 22,00

ISBN 10:
3946952623

ISBN 13:
‎ 978-3946952626

104 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Rückgriff phillippinische Wurzeln und Kultur
  • beeindruckende Schraffuren
  • Gestaltet wie eine Bilderrolle
Negativ aufgefallen
  • Text und Bild klaffen auseinander
  • konventionelle Geschichte
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 17.02.2024
Kategorie: Alben
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