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Comic-Besprechung - Die Bestie 2

Geschichten:

Die Bestie 2

Autor: Zidrou

Zeichner: Frank Pé

Übersetzer: Marcel Le Comte



Story:

Nachdem am Ende des ersten Bandes die Polizei fast alle Tiere des kleinen Francois mitgenommen hatte (vor allem auch das Marsupilami), startet im zweiten Band die große Rettungsaktion. Denn nicht nur Polizei und Tierfänger stehen Francois’ Glück im Weg: der etwas verrückte Kryptozoologe Professor Sneutvelmans, begleitet vom Tierarzt Bora, mischt jetzt so richtig mit, und auch Francois’ Mutter muss ihre verdrängte Vorliebe für Uniformen noch einmal neu überdenken — was dem Lehrer Boniface gar nicht passt.



Meinung:

Um es vorweg zu nehmen: dieser zweite Band schließt die Geschichte um das erste Auftauchen des Marsupilamis in Belgien würdevoll und gelungen ab,  doch das ist noch nicht das Ende — dazu später mehr. Das neue Buch ist mit über 200 Seiten noch dicker als das erste (rund 150 Seiten), und sie sind alle rundum hervorragend. Bei allen Zeichnerwechseln in der Hauptserie Spirou und Fantasio, Spin-Offs und Nebenserien, und was sonst noch alles im Laufe der Zeit im Spirou-Universum das Licht der Welt erblickt hat, finde ich diese Geschichte die beste, die „glaubwürdigste”, und — trotz aller „Verfälschungen” und Änderungen gegenüber dem Original — den authentischsten Versuch, der Serie und dem Ursprung des Marsupilamis auf den Grund zu gehen. Denn Zidrou und Frank Pé gehen direkt einen großen Schritt: sie verlegen die Darstellung in den Bereich eines mehr realistischen, nur leicht semi-funny wirkenden Stil — und das, obwohl die Zeichnungen für sich betrachtet durchaus semi-funny sind! Die Figuren sind überzeichnet, die Mimiken komisch bis grotesk, die Requisiten, Fahrzeuge und Gebäude wieder eher realistisch — alles wie im Original. Doch allein durch die  Wahl, das Marsupilami nicht mehr als Funny-Figur darzustellen, sondern eher wie die anderen „echten” Tiere, es mit Details auszustaffieren, und vor allem mit Gefühlen und den zugehörigen Gesichtsausdrücken, schafft dies eine Atmosphäre des „Andersseins”, die ich als einen großen Griff empfinde, und die den Zeichnungen den Anschein einer „realistisch” gezeichneten Serie geben, obwohl sie eher semi-funny ist. Und dann natürlich die Farbe und die Ausstattung: als Reminiszenz an die 50er Jahre, in denen die Geschichte spielt, ist alles mehr in dunklen, tristen Farben gehalten. Das erinnert mich ein bisschen an „Theodor Pussel” von Frank Le Gall, eine Serie, die zur gleichen Zeit spielt. Dazu das dicke, raue Papier, das dem einen oder anderen vielleicht nicht gefallen wird, das man auch als „billig” empfinden könnte: aber es passt hervorragend zu diesem Titel! Und nicht zuletzt das Format: ein (beinahe) quadratisches Format. Das hat es lange nicht gegeben, und zeigt, dass dem französischen Verlag die Qualität des Inhalts durchaus bereits zu Anfang bewusst gewesen sein muss, sodass sie den Autoren solch eine Extravaganz durchgehen ließen — welch ein Glück für die Leser!

Zidrou, den wir in Deutschland durch die Serien „Die schönen Sommer” (mit Jordi Lafebre) und „Die Adoption” (mit Arno Monin) kennen, schafft es auch hier wieder, eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen, eine Geschichte zu erzählen, die den Leser fesselt und berührt, die interessant ist und originell, eine Hommage an das Original, aber gleichzeitig auch wagt, eigene Wege zu gehen und damit das Recht erwirkt, als eigenständiges Werk anerkannt zu werden. Da passt dann auch der Titel „Die Bestie” — ohne das Titelbild wüsste man nicht, was einen erwartet.

Frank Pé, bei uns hauptsächlich durch die Serie „Jonas Valentin” (nach Szenarien von Bom) und den Dreiteiler „Zoo” (Szenario: Philippe Bonifay) bekannt, hat ja bereits in Letzterem gezeigt, dass er ein Faible für das Zeichnen von Tieren aller Art hat. Das kommt ihm hier zugute, er lebt es geradezu aus, wenn er die wilde Menagerie des kleinen Francois darstellt, und es prädestiniert ihn geradezu für eine Neuausgabe des Marsupilami.

Inzwischen wurde durch ein Interview des Zeichners auf actuabd.com bekannt, dass es eine Fortsetzung um mindestens drei weitere Teile geben wird, Frank Pé wird Anfang 2024 mit dem dritten Teil beginnen, der dann wahrscheinlich im Laufe des Jahres 2026 veröffentlicht werden wird. Das sin gute Nachrichten, denn für mich gehört „Die Bestie 2” zu den großen Würfen des Jahres 2023 — vielleicht sogar Comic des Jahres. Unbedingt zu empfehlen.



Fazit:

Ein toller Abschlussband einer großartigen Neufassung der klassischen Figur des Marsupilami. Zeichnerisch und erzählerisch ungeheuer gelungen, ist dieser Band unbedingt zu empfehlen. Mein Kandidat für das Comic des Jahres.



Die Bestie 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Bestie 2

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 30,00

ISBN 10:
3551788480

ISBN 13:
978-3551788481

208 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Grandioser Abschlussband des Zweiteilers.
  • Es kommt noch mehr!
  • Tolle Zeichnungen.
  • Klasse Ausstattung in ungewöhnlichem Format.
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(9 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 21.11.2023
Kategorie: Marsupilami
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