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Comic-Besprechung - No Sleep Till Shingal

Geschichten:

No Sleep Till Shingal

Autor und Zeichner: Zerocalcare (Michele Rech)

Übersetzerin: Myriam Alfano



Story:

Zerocalcare, der Autor mit den dicken Augenbrauen, ist wieder auf Reisen. Diesmal geht es in den Irak, für eine Hintergrundrecherche zum neuen Buch über das verfolgte Volk der (J)Eziden, die, wie die Kurden, vom Regime ihres Landes unterdrückt werden, was hier sogar bis zum Völkermord geführt hat. In seiner humorvollen Art schildert „Zero” hauptsächlich die beschwerliche Anreise durch ein Land, das von Demokratie nicht viel hält, und in dem lauter kleine Regionalverwalter sich als große Herrscher aufspielen — sehr zum Unmut unserer Reisegruppe, die dadurch allerlei Beschwernisse auf sich nehmen muss. Doch man bleibt unerschütterlich und nähert sich dem Ziel…



Meinung:

Wieder einmal ist Zerocalcare auf Reisen: nach seiner Fahrt ins syrische Kobane („Kobane Calling”) geht es diesmal noch ein bisschen weiter, nämlich ins irakische Shingal. Und da eine Anreise vom westlich gelegenen Syrien aus diesmal nicht möglich ist, macht die Reisegruppe einen riesigen Umweg, um den Irak von Osten aus zu betreten. Das führt notgedrungen zu einer wahnsinnig langen Überlandfahrt an das eigentliche Ziel im irakisch-syrischen Grenzgebiet — und ist auch der gelungene Aufhänger für dieses neue Reiseabenteuer. Ein sowohl körperlich als auch seelisch sehr strapaziöser Parcours nimmt seinen Lauf, den der Autor in dieser Reminiszenz durchaus mit Humor nimmt, doch man merkt, wie belastend die Reise für die Beteiligten gewesen sein muss. Doch nicht für den Leser: Zerocalcare erzählt hier einmal mehr mit dem für ihn typischen Humor, und zieht die Situationen ins Lächerliche, ohne die Sache selbst dadurch zu diskreditieren. Er schafft es stattdessen, der Erzählung selbst eine Leichtigkeit zu geben, gespickt mit Selbstironie, Reflexion und teils beissenden Anmerkungen, die dem Leser die Lektüre dieses grundsätzlich eher schweren Themas tatsächlich angenehm machen, soweit man das hier sagen kann. Man ist am Ende natürlich betroffen, erschrocken und nachdenklich, aber die Erzählweise hilft, das Ganze eher sanft, nach und nach sacken lassen zu können und zu verdauen. Denn trotz seines politischen Engagements (oder einfach zusätzlich dazu), sind für Michele Rech, wie er wirklich heißt, Comics das, was sie im Englischen bedeuten: komische Geschichten. Und das gilt auch für dieses Buch: ein ernstes Thema, erzählt aus komischen Einzelepisoden, die teilweise geradezu bizarr anmuten, aber sich wahrscheinlich wirklich so zugetragen haben — warum sollte man sie dann anders erzählen? Ich finde, das passt alles sehr gut zusammen, und mir hat auch dieser Band wieder sehr gut gefallen.

Auch zeichnerisch ist sich Zerocalcare wieder treu geblieben: wir bekommen den gewohnten Funny-Stil geliefert, mit dynamischen Seitenaufteilungen, gelegentlichen Texteinschüben und den stark überzeichneten Mimiken der Figuren, die mit ihren meist weit aufgerissenen Augen (wie auf dem Titelbild) ein bisschen an Szenen aus frühen Zeichentrickfilmen erinnern, an die Augenblicke, wo alles schief geht und keine Rettung möglich scheint. Das scheint Zerocalcares Grundmodus zu sein und ist auch die Basis für seinen Humor. Dieses leicht Überdrehte muss man mögen, oder zumindest muss man sich darauf einlassen — dann wird man es mögen, ich bin sicher. Ich kann diesen Band wieder mal nur empfehlen, nicht nur politisch interessierten Lesern, sondern auch solchen, die es (vielleicht) nach der Lektüre werden könnten.

Das Buch erscheint als Hardcover und in schwarz-weiß-Grautönen.



Fazit:

Eine erneute Reise in den Nahen Osten, diesmal in den Irak, in der gewohnt humorvollen Art Zerocalcares, der es immer wieder schafft, ernste politische Themen mit einer gewissen Leichtigkeit herüber zu bringen, ohne dabei oberflächlich zu sein. Ein unterhaltsames Buch, das aber auch zum Nachdenken anregen soll (und das auch schafft). Sehr zu empfehlen.



No Sleep Till Shingal - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

No Sleep Till Shingal

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Avant Verlag

Preis:
€ 28,00

ISBN 10:
3964451045

ISBN 13:
978-3964451040

200 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Ein unterhaltsames Buch, das aber auch zum Nachdenken anregen soll.
  • Wieder dieser leicht überdrehte Funny-Stil, der auch ernsten Themen Leichtigkeit verleiht.
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(4 Stimmen)
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Rezension vom: 25.11.2023
Kategorie: Alben
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