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Comic-Besprechung - Captain Voodoo 1: Der Baron des Todes

Geschichten:

Captain Voodoo 1: Der Baron des Todes
Autor: Jean-Pierre  Pécau, Zeichner: Darko Perovic, Colorist: Nuria Sayago



Story:

1690. Der irische Widerstandskämpfer Cormac Mac Leod wird zusammen mit seinem Bruder in die amerikanischen Kolonien verschifft, um dort als Sklaven verkauft zu werden. Als ihr Schiff von Piraten angegriffen wird, werden sie zwar befreit, aber ein mächtiger Loa, ein Geist des Voodoo, hat von Cormac Besitz genommen. Das verleiht ihm einige Macht die viele für sich beanspruchen wollen. Wem kann Cormac nun noch trauen?



Meinung:

Historische Genauigkeit darf man bei der Serie Captain Voodoo nicht erwarten. Man kann das auch nicht von jeder Serie erwarten, denn man will sich nicht immer bilden, sondern schließlich auch einfach mal unterhalten fühlen. Wer also puren Eskapismus sucht ist hier richtig, da die Serie Pulp pur ist.

Wer also über Ungenauigkeiten hinwegsehen kann, dürfte sich unterhalten fühlen denn das Genre der Piratenabenteuer wird durchaus bedient. So ist das Seegefecht zu Beginn pure Konvention. Aber hier fangen schon die Ungenauigkeiten an, denn Piraten wollten meist die Beute unbeschädigt haben und versenkten kaum Schiffe. Da sie aufgrund ihres Verbrecherstatus keine Häfen anlaufen konnten, um die Schiffe in die Werft zu bringen, waren sie auf heile Schiffe als Beute angewiesen. Die konnten sie dann als Ersatzteillager nutzen und ausschlachten oder nahmen sie direkt in Besitz. Auch explodierten die Kanonenkugeln in der damaligen Zeit nicht oft, sondern die Gefahr entstand durch die Holzsplitter die nach einem Treffer durch die Luft flogen. Also ist man hier im Genre verankert und das ist ja nicht schlecht. Auch ist die Schlacht zeichnerisch gut festgehalten und vermittelt gut die Enge und die Gefahr.

In der Folge kommen durchaus historisch korrekte Aspekte vor. Sklaven wurden befreit und in der Regel nicht von den Piraten weiter verkauft. Auch gaben sie den gegnerischen Matrosen immer die Chance sich ihnen anzuschließen. Das ist alles korrekt und auch die Aufteilung der Beute je nach Rang. Nun kommt hier auch die eigentliche Handlung in Gang indem ein irischer Gefangener befreit wird und nach dem Tod seines Bruders sich den Piraten anschließt. Zudem er ihnen indirekt geholfen hat, denn während der Schlacht war er von einem Loa, einem Geist im Voodoo, besessen. Warum es ihn als einen Iren betrifft, wird nicht klar. Auch sind gerade einige Aussagen zu Voodoo korrekt aber zeitlich falsch eingeordnet. Voodoo entstand erst als die Sklaven aus Afrika ihren Glauben, Voudoun, mit in die Staaten nahmen und dort mit christlichen Symbolen und Elementen anreicherten, was dann zu dem Glauben des Voodoo führte wie man ihn heute kennt. Inhaltlich also durchaus korrekt dargestellt, aber in der Abfolge falsch, denn derjenige welche den Helden aufklärt, hat den amerikanischen Boden noch nie betreten, kann also die neue Glaubensform noch gar nicht kennen. Übrigens ist der Transport der Sklaven auch humaner dargestellt als er war, aber das hat wohl zeichnerische Gründe in punkto der  Umsetzbarkeit gehabt.

Man muss darüber hinwegsehen, denn dramaturgisch ist das kaum anders machbar gewesen. Generell kommt hier eine Genrevermischung vor. Da hat man Piraten die mit Voodoo zu tun haben, was durchaus glaubhaft ist. Dass ein Piratenkapitän aber en Schiff führt, dass rein von Zombies gesegelt wird, macht deutlich dass man realistische Gefilde verlässt. Und nebenbei noch Der fliegende Holländer assoziiert. Und es wird sogar noch wilder. Der Held ist von einem mächtigen Loa besessen und nicht nur der schurkische Kapitän will diese Macht, sondern es eröffnen sich noch andere Möglichkeiten. So kommen noch ein Auftritt von einem Wer-Leopard und ein Zombieangriff und genregerechte Säbelgefechte. Sogar ein Ausflug in die jüdische Mythologie wird vorgenommen wenn der Golem seinen Auftritt hat. Viele Legenden, Genreelemente, Verweise werden in düsteren Zeichnungen vermengt und wenn man sich darauf einlässt bekommt man Edeltrash und fühlt sich gut unterhalten.



Fazit:

Ein wilder Ritt durch verschiedene Genres. Historische Genauigkeit darf man nicht erwarten, aber die Story ist Pulp pur und damit ein schönes Vergnügen.



Captain Voodoo 1: Der Baron des Todes - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Captain Voodoo 1: Der Baron des Todes

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 17,00

ISBN 10:
3987211253

ISBN 13:
978-3987211256

64 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Genremix
  • düstere Zeichnungen
  • klaustrophobische Atmosphäre
  • Verweis auf viele Legenden
Negativ aufgefallen
  • historische Ungenauigkeiten
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
3.5
(2 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 10.07.2023
Kategorie: Alben
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