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Comic-Besprechung - Sillage 21: Unter Schleusern

Geschichten:

Sillage 21: Unter Schleusern
Autor: Jean David Morvan, Zeichner / Colorist: Philippe Buchet



Story:

Als im All treibende Leichen entdeckt werden ist Nävis von dem Anblick erschüttert. Vor allem ist sie über die Gleichgültigkeit entsetzt, denn bei den Toten handele es sich ja nur um Flüchtlinge. Zusammen mit einer Journalistin begibt sie sich undercover unter die Flüchtlingen, um herauszufinden warum sie fliehen und was sie durchmachen müssen. Doch damit riskieren die beiden Frauen ihr Leben.



Meinung:

Die erfolgreiche Serie Sillage ist schon von Beginn an bekannt dafür sozialkritische Themen aufzunehmen. Immer wieder ging es um Kritik am Kapitalismus, um Rassismus und andere Themen. In den letzten Ausgaben rückte das ab und an etwas in den Hintergrund und die Abenteuer von Nävis wurden etwas actionreicher. Was etwas wettgemacht wurde indem einige lose Handlungsfäden sich wie ein roter Faden durch die Serie ziehen. Allerdings droht man da manchmal den Anschluss zu verlieren. So ist in dem aktuellen Band, immerhin schon Nummer 21, der Sohn von Nävis auf der Suche nach jemandem oder etwas. Das Objekt der Suche ist einem als Leser*In aber nicht mehr unbedingt präsent, da das aber nur eine gute Actionsequenz bietet und nicht den eigentlichen Handlungsfaden ausbremst, ist das auch für Gelegenheitsleser nicht störend.

Fans dürften sich besonders über die Nachricht freuen, dass in der neuesten Ausgabe wieder verstärkt ein sozialkritisches Thema aufgegriffen wird. Natürlich in ein Science-Fiction-Gewand eingepasst. So kommt die Serie wieder zu den alten Stärken und obwohl auch hier wieder einige Actionszenen vorkommen, sind sie kein Selbstzweck und drängen sich auch nicht in den Vordergrund. Wie der Titel Unter Schleusern schon nahelegt, geht es hier um Flüchtlinge. Das Thema ist angesichts der Corona-Pandemie und des Krieges gegen die Ukraine etwas aus dem Fokus geraten, aber man sollte nicht vergessen, dass es die Flüchtlinge immer noch gibt.

Manche Themen die hier aufgegriffen werden, dürften einem sattsam bekannt vorkommen und man erkennt so manche Parallelen zu der Realität. So etwa die reichen Länder, Entschuldigung: die großen Raumschiffe in dem Verbund der Sillage, die sich weigern Flüchtlinge aufzunehmen oder ihnen zu helfen. In einer einzigen Szene werden die ganze Gleichgültigkeit, die Gier, der Egoismus und der Rassismus schön zusammengefasst und man merkt, dass es eigentlich keine Argumente, sondern Phrasen sind welche die individuellen Schicksale vollkommen außer Acht lassen.

Nävis will das nicht hinnehmen, möchte aber mehr darüber erfahren warum eigentlich die Flüchtlinge sich auf den Weg machen und was sie während der Flucht durchmachen. So ermittelt sie Undercover zusammen mit einer Journalistin. Auch in diesen Szenen auf der Flucht erkennt man manche Parallelen. Mexikanische Flüchtlinge die in Containern ersticken und verdursten, in der Wüste ausgeraubt und ermordet werden. Flüchtlinge die in unzureichend ausgerüsteten Booten im Mittelmeer ertrinken, oder hier als Äquivalent: im All ersticken und kristallisiert durch die Leere treiben.

Nävis durchlebt die Stationen, sieht die Ursachen und das die Flüchtlinge natürlich gerne bleiben würden, wenn sie eine Überlebenschance in ihrer Heimat hätten, die von internationalen Gesellschaften ausgebeutet werden die bewusst einen Bürgerkrieg am Leben halten. Die gefährlichen und teuren Reisen, immer wieder bedroht durch Schleuser, Banditen und die Natur. Aber es wird nicht plakativ und selten der pädagogische Zeigefinger erhoben. So wird an einer Stelle deutlich, dass einige Schleuser nur deswegen der Tätigkeit nachgehen da sie sonst keine Möglichkeit für ein Einkommen haben. Es ist also ein komplexeres Thema als in der gesellschaftlichen und politischen Diskussion suggeriert wird. Dabei wird in dem Comic aber der Unterhaltungsfaktor nicht vergessen und er ist bewegend, spannend, actionreich und wieder mit einer beeindruckenden Detailfreude gezeichnet. Kurz: es ist einer der besten Bände seit einiger Zeit. Die alte Stärke ist vollkommen wieder da.



Fazit:

Bewegend, erschütternd und die Parallelen zu der Realität sind unübersehbar. Doch die Action und die Spannung sorgen dafür das kein erhobener Zeigefinger stört. Einer der besten Bände der Serie seit langem.



Sillage 21: Unter Schleusern - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sillage 21: Unter Schleusern

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 12,80

ISBN 10:
3551767297

ISBN 13:
978-3551767295

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Thema
  • kein pädagogischer Zeigefinger
  • Komplexität der Problematik
  • Action, Spannung, Dramatik
  • detailreiche Zeichnungen
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 30.08.2022
Kategorie: Sillage
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