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Comic-Besprechung - Once and Future 1: Der König ist untot

Geschichten:
Once and Future 1: Der König ist untot (Once and Future 1-6)
Autor: Kieron Gillen, Zeichner: Dan Mora, Colorist:Tamra Bonvillain


Story:
Bridgette McGuire ist eine resolute alte Dame die ihre letzten Tage in einem Altersheim verbringt. Als sie aber erfährt das ein archäologisches Artefakt gestohlen worden ist, flieht sie aus dem Heim. Alarmiert wird sie von ihrem Enkel gesucht der eine böse Überraschung erleben muss. Denn seine Großmutter ist die letzte Monsterjägerin Großbritanniens und das gestohlene Artefakt könnte den mythischen König Artus zum Leben erwecken. Doch das würde Tod und Vernichtung bringen.


Meinung:
Der Stoff rund um König Artus und seine Tafelrunde ist schon seit dem Mittelalter beliebt. Wahrscheinlich gab es einen frühen britischen König, möglicherweise ein ehemaliger Soldat in römischen Diensten, der Invasoren zurückschlug und ein Königreich und ein neues Nationalgefühl begründete. Da aber historische Quellen rar sind, wurde die Figur schnell zum Mythos welcher im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neue Deutungen erfuhr, weil immer wieder Elemente dazu kamen. So war es im Mittelalter zum einen ein Handbuch für die Tugenden eines Ritters und zum anderen durch die Einflechtung mit der Suche nach dem heiligen Gral auch eine Heilsgeschichte. Schon seit dem Mittelalter, etwa mit Thomas Malorys La Morte D`Arthur, ist es also ein fesselnder Stoff. Und doch nicht so fest gefügt, als ob er keine Änderungen vertragen könnte. Allein schon der Wechsel  von Perspektiven und Schwerpunkten kann eine neue Sichtweise erlauben. So etwa in Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer Bradley welches dem mittelalterlichen Stoff eine feministische Perspektive verlieh.

Was soll da also noch Neues kommen? So begegnet man der neuen Comicserie Once and Future etwas skeptisch. Aber schon der Beginn hat einen am Haken. Laut den mittelalterlichen Schriften wurde, nachdem Artus auf dem Schlachtfeld starb, sein Leichnam fortgebracht und eine Prophezeiung besagt das er wiederkommen werde wenn das Land in größter Bedrängnis sei. Einige Rassisten sehen Britannien an diesem Scheidepunkt und suchen nun nach einem Weg Artus wieder zum Leben zu erwecken. Das ist eine fesselnde Idee von Kieron Gillen und angesichts des weltweit erstarkenden Nationalismus und Rassismus hoch aktuell. Doch leider wird aus der Idee wenig gemacht. Gillen schlägt noch eine Volte indem er klar macht das Artus ein etwas anderes Verständnis eines Volkes hat und die Rechtsradikalen verlassen auf blutige Art und Weise die Serie. Was schön böse ist und auf geschickte Weise aufzeigt das es so etwas wie eine Rasse unter Menschen gar nicht geben kann. Aber damit hat Gillen einen schon früh am Haken.

Aber der wiederauferstandene Artus ist nicht nur ein Anachronismus in seiner Einstellung der auch für eine humoristische Serie gesorgt haben könnte, sondern ein wahres, untotes Monster. Mit der Verlagerung des Artus-Mythos in den Horrorbereich schlägt man nun eine unerwartete Volte welche den Mythos frisch wirken lässt, obwohl etwas ähnliches schon in Hellboy anklang und die nun auftretenden Monsterjäger auch alle Fans von Grimm, Supernatural und verwandten TV-Serien ansprechen dürfte.

Nun leben durch die Anspielungen und Verweise die Zutaten des Mythos im Horror in der Tat neu auf. Zudem sind die Monsterjäger recht unwahrscheinlich. Der Held wider Willen ist ein Tollpatsch der auch psychisch sehr unsicher ist, seine Gefährtin ist skeptisch und hat eigentlich mit der ganzen Sache nichts zu tun, während der weise Mentor, der erfahrene Monsterjäger, die Großmutter des Helden ist. Aber sie mobilisiert nicht ihre Kräfte, sondern ist halt eben schon alt und kann nicht mehr so wie früher. Dieses führt zu viel Spannung und auch Witz. Und alle Charaktere sind glaubwürdig in ihren gebrochenen Facetten. Denn eine jahrzehntelange Monsterjagd geht auch psychisch nicht ohne Folgen ab und so werden in einigen emotionalen Momenten deutlich dunkle Facetten offengelegt.

In Kombination mit sehr gut aufgebauten Zeichnungen, die nicht nur Effekte wirkungsvoll einsetzen können und äußerst dynamisch sind, sondern auch in den ruhigen Momenten durch die Mimik und Körpersprache eine durchgehend spannungsgeladene Atmosphäre schaffen, war diese Serie in den USA vollkommen zu Recht ein großer Erfolg und ist auch hierzulande auf jeden Fall mehr als ein Blick wert.


Fazit:
Eine positive Überraschung. Durch die Einbettung in das Horrorgenre erfährt der Artus-Mythos und seine Zutaten in der Tat eine Auffrischung und durch die geschickt aufgebauten Zeichnungen, der Action, der Spannung und dem Witz ergibt das eine sehr unterhaltsame Lektüre.


Once and Future 1: Der König ist untot - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Once and Future 1: Der König ist untot

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 22,00

ISBN 13:
978-3966581820

160 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Mythos wirkt frisch
  • Genrevermischung funktioniert
  • Action und Spannung
  • geschickt aufgebaute Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • Subthema Rassismus zu schnell fallen gelassen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 28.12.2020
Kategorie: Hefte
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