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Comic-Besprechung - Harry und Platte Gesamtausgabe – 1960 - 1961

Geschichten:
Harry und Platte in Hollywood
Text und Zeichnungen: Marcel Denis
Die Würste des Dr. Snoss
Text: Maurice Rosny
Zeichnungen: Marcel Denis
Schiesst nicht auf die Seepferdchen
Text: Marcel Remacle
Zeichnungen: Marcel Denis


Story:
Der dritte Band der Gesamtausgabe enthält drei Geschichte, die alle in deutscher Erstveröffentlichung erscheinen. Wobei es sich bei der Geschichte „Die Würste des Dr. Snoss“ um eine Weltpremiere handelt, da diese nie fertig gestellt wurde. Die Gesamtausgabe gibt die ersten 13 Seiten in schwarz-weiß wieder. Rund 30 redaktionelle Seiten runden den Band ab.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Ich kenne „Harry und Platte“ – oder wie sie seinerzeit hießen Gin und Fizz – bereits seit Semic-Zeiten. Immer wieder bin ich in den folgenden Jahren auf Hinweise gestoßen, dass es zwischendrin einen wichtigen Zeichnerwechsel gegeben hat. Auf deutsch waren diese Bände allerdings nie erschienen. Der dritte Band der Gesamtausgabe von Salleck Publications schließt nun endlich diese Lücke. Und schon jetzt darf meiner Meinung nach, die Veröffentlichung als eine der spannendsten der letzten Monate angesehen werden.
Sehr gut ist, dass alle Geschichten von Marcel Denis – es handelt sich ja auch nur um zwei komplette und eine halbfertige – in einem Band zusammengefasst worden sind. Und wahr ist auch, dass der „Harry und Platte“-Leser, der sich in die Geschichten von Will und Rosny vertiefen kann, hier möglicherweise ein paar Probleme hat. Aber Probleme hatte Anfang der 1960er-Jahre auch die Redaktion von der Zeitschrift „Spirou“. Denn Will, der beliebte Zeichner des Zugpferdes „Harry und Platte“ hatte sich von dem Konkurrenten „Tintin“ abwerben lassen. In jenen Tagen war guter Rat teuer. Man entschied sich dazu, die Abenteuer mit einem anderen Zeichner fortzuführen und glaubte in Marcel Denis die ideale Besetzung gefunden zu haben.
So die Kurzform. Lang und ausführlich wird diese spannende Geschichte in dem sehr ausführlichen und guten redaktionellen Teil des Bandes erläutert. Diese Seiten können als einer der Höhepunkte des Bandes angesehen werden, in denen der belgische Comicexperte Christian Jasmes in das Werk von Denis einführt. Der Experte stellt den Künstler aus Monceau-sur-Sambre, der 1923 geboren wurde und 2002 starb, in seinen ganzen Facetten vor.  Er hat den Comickünstler mehrmals zwischen 1988 und 1992 getroffen und kann aus einem reichen Wissensfundus schöpfen. Das Jasmes ebenfalls eine Monographie über Marcel Remacle veröffentlich hat, tut dem Vorwort gut.
Zunächst war ich nach dem ersten durchblättern etwas skeptisch – denn Denis ist nicht Will. Sein Zeichenstil ist viel rauer und weniger detailliert. Aber Jasmes hat es in seinem Text geschafft, mit Lust auf die kommenden Comicseiten zu machen – und ich wurde nicht enttäuscht. 
Die Charaktere sind eher prall und sehr ausdrucksstark. Seine Zeichnungen sind runder als die von Will. Marcel Denis hat sich immer mehr auf Humor als auf Abenteuer konzentriert. Das gilt auch für die Geschichte „Schiesst nicht auf die Seepferdchen“ aus der Feder von Marcel Remacle. Hier merkt man die Nähe zu Klamaukarbeiten von Remacle, wie beispielsweise „Jolle der Wikinger“. Alles in allem sind die beiden veröffentlichten Geschichten der Denis-Ära burlesker. Da passt das gut gewählte Titelbild wie die Faust aufs Auge: Harry und Platte aberwitzig verkleidet. Denis lässt nicht viel übrig von den alten Zügen. „Die Würste des Dr. Snoss“, nach einem Skript von Rosny, ist zweifellos die stärkste Geschichte des Bandes. 
Leider hatten die drei Titel nicht den erwarteten Erfolg gebracht. Tief enttäuscht wird Denis die Serie wieder verlassen. Seine größte Enttäuschung ist die Weigerung von Charles Dupuis, „Harry und Platte in Hollywood“ als Album zu veröffentlichen, obwohl das Cover druckfertig war. Wie nah die Gesamtausgabe an den Origibnalen ist, sieht man daran, dass „Harry und Platte in Hollywood“ als Faksimilie der Publikation in Spirou abwechselnd auf farbigen und zweifarbigen Seiten der damaligen Zeit wiedergegeben ist.



Fazit:
Ein etwas ungewöhnlicher „Harry und Platte“-Band – keine Frage. Aber im Zusammenhang mit den großartigen Erläuterungen in den redaktionellen Seiten eine lohnende Lektüre. Empfohlen allen Harry und Platte-Fans und denjenigen, die gerne mehr über die Entwicklung franko-belgischer Comics wissen wollen. Ein Schatz!



Harry und Platte Gesamtausgabe  – 1960 - 1961  - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Harry und Platte Gesamtausgabe – 1960 - 1961

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Salleck Publications

Preis:
€ 29,90

ISBN 13:
978-3-89908-673-7

144 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Einen Klassiker der franko-belgischen Comics neu entdecken
  • Ein Schatz gehoben
  • Sehr gutes Bonusmaterial
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Rezension vom: 26.04.2020
Kategorie: Alben
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