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Comic-Besprechung - Conan der Cimmerier: Schatten im Mondlicht

Geschichten:
Conan der Cimmerier: Schatten im Mondlicht
Autor: Robert E. Howard, Virginie Augustin, Zeichner / Colorist: Virginie Augustin

Story:
Als Conan Rache an einem Adligen nimmt, rettet er gleichzeitig die Sklavin Olivia. Doch die war nicht immer Sklavin, sondern sogar eine Prinzessin und schliesst sich Conan an, um ihre Flucht zu beenden. Als die beiden auf einer scheinbar unbewohnten Insel landen, werden sie aber mit einem geheimnisvollen Tempel konfrontiert und einer unsichtbaren Bedrohung.

Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
In der neuen Conan der Cimmerier-Serie aus dem Splitter Verlag handelt es sich vornehmlich um Adaptionen der originalen Geschichten von Conan-Erfinder Robert E. Howard. Insofern heben die sich schon von den bekannten Comicabenteuern etwa bei Panini ab, die sich auf die Marvelausgaben konzentrieren und nur den Charakter nehmen, aber nicht als direkte Umsetzungen taugen.

Da in der Serie bei Splitter aber auch jeder Band in sich abgeschlossen ist und die Kreativteams wechseln, hat man immer wieder auch andere Herangehensweisen und Interpretationen der literarischen Grundlage vor sich. Mit Conan der Cimmerier: Schatten im Mondlicht liegt eine etwas ungewöhnliche Erzählung vor. Das mag jetzt schon manche überraschen, denn hier kommen im Grunde alle klassischen Elemente einer Abenteuergeschichte vor: ein starker Held, eine schöne Frau, intrigante mächtige Personen, eine Schiffsreise, eine entlegene Insel, wilde Tiere, versunkene Tempel mit Geheimnissen, etc. Diese klassischen Elemente sind alle schon zu Klischees geworden, aber man muss sich aus zwei Gründen vor Augen halten, dass die Geschichte aus den 1930er Jahren stammt. Zum einen waren die Elemente damals noch keine Klischees, sondern neu und aufregend, wurden hier also nur verdichtet und es wirkt auch in der Umsetzung stimmig und in sich schlüssig.

Zum anderen betrifft es hier das Bild der Frau. Schon vor der Lektüre war man etwas überrascht, dass sich mit Virginie Augustin ausgerechnet eine Frau dieses Charakters angenommen hat. Nicht nur ist die Fantasy generell recht reaktionär mit einem Frauenbild das sich auf eine knapp bekleidete, üppige Dame in Nöten beschränkt (natürlich gibt es Ausnahmen). Gerade Conan ist aber eher eine Wunschfantasie einer männlichen Leserschaft mit seinen Muskeln, seiner Anziehungskraft auf Frauen und die Stärke. Ein simpler Hau Drauf dem alles gelingt und sich nicht gesellschaftlichen Zwängen unterwirft. Was aber eher durch die Comics aus dem Marvelverlag aus den 1970er stammt, denn aus den originären Geschichten wo Conan durchaus komplexer ist als man glaubt. Aber auch dessen Erfinder Howard galt als Frauenverächter womit man ihm unrecht tut, wie es in dem interessanten Nachwort herausgestellt wird.

Denn die Geschichte wird ausschließlich aus der weiblichen Perspektive geschildert. Conan ändert sich hier nicht, er macht keine Entwicklung durch. Er ist ein Monolith, eine Ikone und trifft damit stark das Bild was dieser Charakter heutzutage hat. Aber die Frauenfigur macht hier eine Wandlung durch, indem sie Conan begegnet und der vermeintliche Barbar sie zwar begehrlich ansieht, sie aber als Person und ihre Wünsche respektiert. Was ihr in einer patriarchalischen Gesellschaftsstruktur bislang unbekannt war. Im Laufe des Abenteuers wider Willen, streift die Heldin die wörtlichen und gesellschaftlichen Fesseln der Zivilisation ab, emanzipiert sich und wird vom Objekt zum Subjekt. So wird sie als vermeintlich dauerhafte Maid in Nöten das Klischee sprengen und letztlich Conan retten.

So ist es nur zu leicht zu verstehen, dass dieser Band von einer Frau gestaltet worden ist. Übrigens sowohl als Autorin als auch als Zeichnerin und Koloristin in Personalunion. Conan wirkt wie aus den Marvelheften der 1970er von John Buscema entnommen und verstärkt dadurch noch durch das Zitat das Ikonenhafte, während auch sonst die Zeichnungen überzeugen. Es gibt viele Andeutungen, oftmals bleibt man im ungewissen, aber vor der Gewalt wird nicht zurückgeschreckt. So entsteht ein atmosphärischer, spannender Band der auch viel Action beinhaltet und unter der vermeintlich klischeehaften Ansammlung von reaktionären Elementen eine intelligente und ansatzweise feministische Perspektive einnimmt. Sehr gelungen.


Fazit:
Äußerst gelungene Adaption. Vordergründig ist die Story eine klischeebeladene Abenteuergeschichte, weist aber im Subtext sogar ansatzweise feministische Züge auf.


Conan der Cimmerier: Schatten im Mondlicht - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Conan der Cimmerier: Schatten im Mondlicht

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 16

ISBN 10:
3962192077

ISBN 13:
978-3962192075

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Atmosphäre und Setting
  • überraschender Subtext
  • Spannung und Action
  • gelungene Zeichnungen
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 13.03.2020
Kategorie: Alben
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