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Comic-Besprechung - Hit-Girl in Hollywood

Geschichten:
Hit-Girl in Hollywood (Hit-Girl Season 2 1-4)
Autor: Kevin Smith, Zeichner: Pernille Örum, Colorist: Sunny Gho


Story:
Als Hit-Girl bei einem Schulmassaker eingreift fällt ihr ein True Crime Buch in die Hände welches ihr Leben betrifft. Sie ist schockiert und als sie liest, das aus ihrem Leben ein Film gemacht werden soll, reist sie nach Hollywood, um das zu verhindern. Doch eine Rächerin kommt ihr zuvor und Hit-Girl gerät zwischen die Fronten als auch noch ein alter Feind auftaucht.


Meinung:
In ihrer eigenen Spin-Off-Serie zu Kick-Ass reist die minderjährige Killerin Hit-Girl bekanntlich um die ganze Welt, um dort Verbrecher umzubringen. Nach Stationen in Kolumbien, Kanada und Rom geht sie nun nach Hollywood.

Wer wäre geeigneter ihre Abenteuer im Land der filmischen Träume zu schreiben als ein Mann der nicht nur Regisseur und Drehbuchautor ist, sondern auch als Comicfan bekannt ist und in dieser Kombination sowohl schon Comics geschrieben hat, als auch Gastauftritte in Spielfilmen und TV-Serien hatte und bei letzteren auch einige Episoden inszeniert hat? Ein Mann der sich also sowohl im Film und damit Hollywood als auch in der Comicbranche auskennt. Die Rede ist natürlich von Kevin Smith. Smith zeigte keine Scheu vor Tabus (wie in dem Film Dogma) und Gewalt (wie in Red State) und liebt skurrile Situationen, schräge Charaktere und witzige Dialoge. Auch wenn seine letzten Filme nicht mehr sonderlich zu überzeugen wussten, so ist man doch mehr als neugierig wie er mit Hit-Girl umgeht.

Der erste Eindruck wird allerdings etwas geschmälert durch die Zeichnungen. Die Dänin Pernille Örum gibt hier ihr Comicdebüt und ihr Stil ist arg flächig, stark reduziert und eindeutig von Mangas beeinflusst.  Man sieht dem Stil an dass sie aus dem Bereich der Animationen stammt. Dort ist ein reduzierter Stil natürlich sehr ökonomisch da man aufgrund der fehlenden Details mehr Bilder, also mehr Film, in geringer Zeit schaffen kann. Zum Glück wird der negative Ersteindruck relativiert, denn das erste Heft (also das erste Kapitel im vorliegenden deutschen Band), wird gänzlich ohne Dialoge erzählt. Auch ein Off-Kommentar kommt überhaupt nicht vor. Die einzige derartige Stelle ist in der Story eingebunden und nur das letzte Panel beinhaltet einen äußerst kurzen Monolog. Hier sprechen allein die Bilder und Örum versteht sich wirklich darauf und es ist äußerst gelungen.

Leider wird das hohe Niveau des Einstieges nicht gehalten. Zwar gelingt es Smith hier einige äußerst böse satirische Elemente einzubringen, letztlich geht er aber nicht sehr konsequent vor. Er lästert über die Selbstverliebtheit der Schauspieler, das freie Umgehen mit der Realität im Film, vor allem aber über das Method Acting und wie man dabei zu weit gehen kann. Das ist alles nicht neu, so gab es schon eine unnachahmliche Überspitzung des Method Acting in dem Film Tropic Thunder, und Kritik an Hollywood ist schon so alt wie die Filmindustrie selber. Neu ist hier Smiths Beitrag zur MeToo-Debatte was herrlich böse in den Kontext dieser Serie passt.

Leider geht gegen Ende alles im Gemetzel unter. Was man zwar in dieser minderjährigen weiblichen Punisher-Version erwartet, aber doch alle anderen Aspekte überdeckt. So kommen etwa die ständig in Filmzitaten redenden Polizisten gar nicht mehr zur Geltung. Auch das Hit-Girl nicht nur Schurken, sondern auch FBI-Agenten tötet, beißt sich mit dem Charakter. Immerhin gibt es einige psychologische Einsichten bei Mindy, aber das Splatterfest zusammen mit dem niedlichen Zeichenstil und vermeintlich lustiger One-Liner mag man ironisch sehen, dürfte anderen aber übel aufstoßen.

Gerade die zweite Hälfte zeigt wie schwer es ist, noch Neues zu der minderjährigen Killerin zu schreiben. Daran leidet schon die ganze Serie die trotz einiger Top-Stars bei den Autoren und Zeichnern kaum zu überzeugen vermochte. Hier gibt es zwar einen ironischen Unterton, aber die Heldin wird nicht dekonstruiert. Auch gibt es einige Meta-Kommentare wie etwa das zweifache Zitieren  von einem ikonischen Panel von Frank Millers Der dunkle Ritter kehrt zurück wenn Hit-Girl und ihre neuen Verbündeten die Pose von Batman und dem weiblichen Robin einnehmen. Insgesamt ist der Band besser als erwartet, aber er teilt sich das Schicksal mit Lemires und Rissos Interpretation: gut, aber es wäre mehr drin gewesen.


Fazit:
Besser als erwartet, aber die Satire geht gegen Ende in der Splatteraction unter was sich zudem mit den niedlichen Zeichnungen beisst. Da wäre mehr drin gewesen.

Hit-Girl in Hollywood - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Hit-Girl in Hollywood

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 15,00

ISBN 10:
3741614416

ISBN 13:
978-3741614415

104 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Satire
  • erstes Kapitel ohne Dialog
  • Dynamik
  • psychologischer Einblick
Negativ aufgefallen
  • Satire nicht konsequent genug
  • Zeichenstil beisst sich mit Splatter
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 18.12.2019
Kategorie: Kick-Ass
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