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Comic-Besprechung - 80 Jahre Marvel: Die 2000er - Schlagzeilen

Geschichten:
80 Jahre Marvel - Die 2000er: Schlagzeilen
Autor: Brian Michael Bendis, Bill Jemas, Paul Jenkins, Joe Quesada, Mark Millar, Robert Morales, Joss Whedon, Ed Brubaker, Zeb Wells, Zeichner: Mark Bagley, Andy Kubert, Bryan Hitch, Kyle Baker, John Cassaday, Steve McNiven, Steve  Epting, Todd Nauck, Inker: Art Thibert, Andrew Currie, Kyle Baker, John Cassaday, Dexter Vines, Colorist: Steve Buccellato, Richard Isanove, Paul Mounts, Laura Martin, Morry Hollowell, Frank D´Armata


Story:
Der Schüler Peter Parker wird von einer bestrahlten Spinne gebissen und wird zum ultimativen Spider-Man. Im 19. Jahrhundert fährt ein gewisser Mutant zum ersten Mal seine Krallen aus. 1945 führt Captain America Soldaten in einen Kampf und opfert sich scheinbar.1941 ändert auch der Angriff der Japaner auf Pearl Harbor nicht den alltäglichen Rassismus. Die X-Men stehen unter einer neuen Leitung. Im Zuge des Civil War demaskiert sich Spider-Man und Captain America wird ermordet. Schließlich unterstützt die Spinne noch den frisch gewählten US-Präsidenten Barack Obama.


Meinung:
Die 2000er waren für den Marvel Verlag ein bemerkenswertes Jahrzehnt. Man kam auch abseits der Comicgemeinde im breiten Mainstream an, was vor allem den enorm erfolgreichen Verfilmungen zu verdanken ist. Diese boten nicht nur Superheldenaction und einen ironischen Ton, sondern griffen durchaus ernste gesellschaftliche und politisch relevante Themen auf. Das hatte der breite  Mainstream wohl nicht erwartet und auch die Comics besaßen durchaus ernste Untertöne welche durch die Verfilmungen nicht verwässert wurden. Was natürlich ein Vorteil ist, dass die Hefte und die Filme unter ein und derselben Ägide hergestellt werden.

Bei dem Band aus 80 Jahre Marvel der sich mit den 2000er Jahren befasst ist denn auch die Storyauswahl wieder sehr gelungen. Auch wenn hier Erstveröffentlichungen mit der Lupe zu suchen sind weswegen treue Fans oder Leserinnen und Leser welche im letzten Jahrzehnt viel Marvel goutiert haben hier das meiste kennen dürften und sogar dann doppelt haben.

Man beginnt mit dem Ultimativen Spider-Man und zeigt wie das Ultimative Universum altbekannte Geschichten und Helden frisch, modern und neu aufbereitet hatte und alles etwas härter und realistischer wurde ohne den Geist von Marvel zu verwässern. Jedenfalls so lange bis es in den 2010er Jahren in das reguläre Marvel-Universum integriert worden war und so belanglos wurde. Das wird nicht nur bei Spider-Man deutlich, sondern auch mit dem ersten Kapitel der Ultimates, der Version der Rächer, welche düster und manchmal auch brutal war. Hier merkt man, dass diese ultimative Version konzipiert worden ist ohne all den Ballast der jahrzehntelangen Comichistorie.

Allerdings war das auch durchaus kontrovers, denn die Leser fanden es nicht sonderlich gut, dass auch die Origin von Wolverine erzählt worden war. Es entpuppte sich zwar als Erfolg, ist aber eigentlich unnötig.

Interessanter ist da das Projekt von dem hier leider nur ein Kapitel enthalten ist, das sich ausschließlich auf schwarze Protagonisten konzentriert und inhaltlich in den 1940er Jahren spielt. Der Rassismus ist Alltag und auch der Kriegseinsatz oder die jeweilige soldatische Laufbahn machen dem nicht ein Ende. Das macht neugierig auf mehr, denn im Vorwort wird darauf hingewiesen das die schwarzen Charaktere als Versuchskaninchen benutzt werden, um Superhelden schaffen zu können.

Die X-Men dürfen hier natürlich nicht fehlen und es wird die Neuinterpretation von Filmregisseur Joss Whedon präsentiert der hier auch noch seine Visitenkarte als Autor abgab und später den The Avengers-Film drehen durfte.

Vor allem aber ist hier auch das Event des Jahrzehnts zu finden: der Civil War. Es gibt hier die Demaskierung Spider-Mans und den Tod von Captain America zu sehen. Gerade der Civil War war einschneidend, actionreich, hoch dramatisch und politisch aufgeladen. Spiegelte er doch die gesellschaftliche Kluft nach dem 11. September wieder und wie die Grundrechte durch das Sicherheitsbedürfnis gefährdet wurden und werden. Ein Event der seinen Namen verdient, bevor er in den letzten Jahren inflationär gebraucht worden ist.

Zuletzt gibt es noch eine kurze Geschichte in der ebenfalls Politik eine Rolle spielt: Spider-Man trifft den frisch gewählten Präsidenten Barack Obama. Es wird hier keine direkte Stellung bezogen, aber es ist schon mutig an sich einen realen Politiker so prominent darzustellen. Jedenfalls war das Heft mit seinen verschiedenen Variantcovern ein großer finanzieller Erfolg und bei Sammlern beliebt.

Vielleicht repräsentiert dieser Band eines der besten Jahrzehnte von Marvel da die Storys nicht nur viel Action aufbieten, sondern auch ernste und dramatische Untertöne besitzen sowie durch das Aufgreifen gesellschaftlicher Strömungen auch große Tiefe besitzt. Die Zeichnungen lösten sich von dem übertriebenen Stil der 1990er und wurden realistisch und detailverliebt. Denn trotz aller Action standen hier die Charaktere im Mittelpunkt bevor in den letzten Jahren alles durch den Eventwahn verwässert worden ist. Wer die Storys des Jahrzehnts liebt, sollte hier zugreifen auch wenn man riskiert viel doppelt zu haben.


Fazit:
Dieser Band repräsentiert eines der besten Jahrzehnte des Marvel-Verlages und zeigt wie vielschichtig die Geschichten waren, die nicht nur Action boten, sondern auch gesellschaftliche und politische Strömungen aufgriffen und erstaunlich viel Tiefe besassen. Allerdings gibt es hier kaum Erstveröffentlichungen.


80 Jahre Marvel: Die 2000er - Schlagzeilen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

80 Jahre Marvel: Die 2000er - Schlagzeilen

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 26

ISBN 10:
3741613479

ISBN 13:
978-3741613470

260 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Storyauswahl
  • gesellschaftliche und politische Untertöne
  • Realismus und Härte
  • Vielfalt
Negativ aufgefallen
  • kaum Erstveröffentlichungen
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Rezension vom: 11.12.2019
Kategorie: Hefte
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