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Comic-Besprechung - Freistaat Flaschenhals

Geschichten:
Text: Marco Wiersch
Zeichnungen: Bernd Kissel


Story:
Marco Wiersch erzählt die Geschichte des Freistaates Flaschenhals, einem Gebiet, dass nach dem ersten Weltkrieg zwar der französischen Besatzung entgehen konnte, aber vom übrigen unbesetzten Gebiet des Deutschen Reiches isoliert war. Im Mittelpunkt seiner Erzählung steht Albert, der das Gemetzel zwischen 1914 und 1918 unbeschadet überstanden hat. Er kehrt zurück nach Lorch, mitten hinein in den Flaschenhals. Erzählt wird im Folgenden, wie die Bewohner mit der komplizierten Situation zurechtkommen und wie sie sie zusammenschweißt. Allerdings auch, welche Folgen es für das kommende Jahrzehnt hat.



Meinung:
Ich mag ja Comics, die auf historische Tatsachen aufsetzen und dazu eine interessante Geschichte erzählen. „Freistaat Flaschenhals“ ist eine spannende Geschichte, die als Treppenwitz beginnt. Bei der Aufteilung des Rheinlandes haben die amerikanischen und französischen Zirkel, die auf einer Karte ihre Einflussgebiete eingezeichnet haben, leider einen kleinen Landstrich völlig vergessen. 
Dieser Fehler wird von Bernd Kissel grandios in Bildern umgesetzt, indem sich tatsächlich ein überdimensionierter Zirkel durch die Landschaft fräst. Überhaupt sind die Bilder von Kissel ein Gewinn für die Geschichte. Seine lockere Pinselführung, die zuletzt bei dem Gemeinschaftsprojekt mit Flix „Münchhausen“ zu bestaunen war, nimmt sämtlichen Pathos von der Geschichte. Dabei gelingt es ihm aber, seinen eher humoristischen Stil in den entscheidenden Momenten zu drehen – hin zu einem Betrachter, der die Brutalität der Besatzer und das Leid der Bevölkerung im Flaschenhals einfängt.
Marco Wiersch, der unter anderem auch für die Fernsehserie „Tatort“ Skripte liefert, hat dabei nicht nur das Leid der Einwohner von Lorch und Umgebung im Blick. Denn gleich zu Beginn, als Albert wieder im Kreise seiner Familie angekommen ist und seine Mutter ihm das Leben in der französischen Besatzungszone (dabei die unerbittliche Härte der Franzosen im Besonderen) schildert, ist er es, der darauf hinweist, von wem der Waffengang ausging.
Sehr schön wird in dem Band festgehalten, welche Auswirkungen die Isolationspolitik für die Menschen, die im Flaschenhals wohnen, hat. Albert, der die Folgen übertriebenen Nationalismus am eigenen Leib erfahren hat, hat dennoch keine Probleme damit, einem opportunistischen Bürgermeister zu folgen, für den die Werte der Nation ganz wichtig sind. Auch der aufkommende Antisemitismus wird am Beispiel von Alberts Freund Hans, der mit einer Jüdin zusammen ist.
Der Band weist an diesen Punkten bereits den Weg, den das Deutsche Reich, dass unter der Besatzungspolitik und den Repressalien leiden musste, nehme wird. Das letzte 12-seitige Kapitel des Bandes widmet sich dann auch schlaglichtartig dem weiteren Fortgang der Geschichte. 
Das ist vielleicht auch das einzige Manko des Bandes. Die Geschichte im Freistaat Flaschenhals wird schlaglichtartig präsentiert. Der Leser bekommt immer wieder ein Fenster, durch das er blicken kann, aber er erhält niemals die komplette Ansicht. Dadurch wirkt der Erzählfluss immer wieder unterbrochen. Die zeitlichen Sprünge tun der Geschichte nicht gut und verhindern auch mitunter eine echte Identifikation mit den handelnden Personen.



Fazit:
Ein schöner Band, der Einblick in eine spannende Epoche gibt. In jedem Fall als Lektüre zu empfehlen,, mit dem Hinweis, dass es vielleicht an der einen oder anderen stelle zu schnelle Zeitsprünge gibt. Als musikalische Untermalung schlage ich „Element of Crime“ vor.



Freistaat Flaschenhals - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Freistaat Flaschenhals

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 20

ISBN 13:
978-3-551-78150-5

208 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Historische Details
  • Artwork
Negativ aufgefallen
  • Zeitsprünge
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 12.12.2019
Kategorie: Alben
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