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Comic-Besprechung - Sankarea 1

Geschichten:
Sankarea 1

Autor / Zeichner: Mitsuru Hattori


Story:
Der Schüler Chihiro Furuya hat eine große Leidenschaft für Zombies. Als sein Kater stirbt versucht er demnach einige Mittel, ihn wieder zum Leben zu erwecken. Bei einem der nächtlichen Versuche lernt er die schöne Rea Sanka kennen, die verzweifelt ist und Selbstmordabsichten hegt. Beider Leben wird gänzlich auf den Kopf gestellt, als Rea ein Gebräu trinkt welches sie tötet aber wiederauferstehen lässt.


Meinung:
Zombies sind wahrlich nicht totzukriegen. So richtig weg waren sie nie vom Fenster nach der großen Splatterwelle in den 1970ern und dem inflationären Gebrauch in den Videoproduktionen der 1980er bis man sich wahrlich, auch aufgrund der Zensurbestimmungen, an ihnen satt gesehen hatte. Aber schon seit vielen Jahren sind sie nicht nur ein neues Boom-Objekt, sondern auch im Mainstream angekommen. Nicht zuletzt im Comic gibt es viele und erfolgreiche Serien an denen man kaum vorbeikommt. Auch im fernen Osten haben sich die Zombies auf den Seiten von Mangas getummelt, die auch hierhin gekommen sind. I am a Hero, Highschool of the Dead, Tokyo Summer of the Dead, etc., haben auch hierzulande ihre Leserschaft bekommen und so ist die Ankündigung einer neuen Zombieserie recht wenig überraschend.

Überraschend ist vielmehr, das Sankarea als eine romantische Liebeskomödie mit Zombies gehandelt wird, wobei einer der Protagonisten eben untot ist. Wie soll das denn zusammengehen? Geht es da etwa um Nekrophilie? Igitt. Und Zombies in Verbindung mit Comedy funktionieren nur selten, da sie als Objekte nicht viel hergeben (es gibt natürlich auch hier Ausnahmen wie Shaun of the Dead), aber wenn dann noch typische Mangaelemente wie verschmähte Liebe, Schulleben und so weiter auftauchen, dann ist man etwas skeptisch. Im Laufe der Lektüre kommen dann sogar noch einige andere Sachen dazu, die einen irritieren, ja bisweilen sogar befremden. Die Heldin leidet unter einem sehr restriktiven Elternhaus und es gibt einige Anspielungen auf Inzest und Missbrauch. Die Nekrophilie wird schon im ersten Teil deutlicher gemacht und es gibt Verwicklungen und Verstrickungen, die den Helden das Leben kosten könnten. Und das soll Comedy sein? Und auch noch romantisch? Das Cover lässt darauf schließen, da es sowohl nichtssagend als auch typisch für die ganzen Liebesserien erscheint. Da erwartet man eigentlich nur die typische Soap und wird zunehmend skeptischer.

Aber jetzt kommt das erstaunliche: alles oben genannte, was sich im Grunde gegenseitig ausschließt, wird hier nicht nur miteinander verbunden, sondern, und hier gehört schon ein Trommelwirbel hin, es funktioniert sogar! Die Mixtur ist zugegeben ziemlich wild, aber gelungen, was vor allem daran liegt, dass kein einziges Genre die Oberhand bekommt. Sprich: es ist keine Komödie mit Zombies (welche meist, vor allem bei Filmen, ungenießbar sind) und auch kein Horror mit komödiantischen Aspekten, sondern es existiert alles nebenher. Auch die Liebesszenen, die Erotik, der Screwballwitz und der Slapstick passen zusammen, ohne die dramatischen Aspekte und die Bedrohung zu vergessen.  Es ist alles wie zu gleichen Teilen austariert. Das kann zwar etwas steril und schematisch wirken, aber da man nie weiß, was wohl als nächstes kommen mag, ist man nicht nur gespannt, sondern auch sehr fasziniert.

Angereichert wird die Mischung aus Horror, Drama, Romance, Comedy, Erotik und Thriller durch einige Filmanspielungen auch abseits der jeweiligen Kapiteltitel. Und was vielleicht noch dazu beiträgt, das alles funktioniert ist die dezente Präsentation. Zum größten Teil wird auf Übertreibungen verzichtet, abgesehen von den Slapstickelementen, und wie sich die Liebesgeschichte zweier junger Menschen entwickelt die sich in ihrer Welt fremd fühlen ist durchaus spannend. Die Heldin möchte gerne ein Zombie sein, da sie frei sein will. Was natürlich ein enormer Widerspruch ist, da eben der Stoff, aus welchem wir vor Zombies Angst haben, die Aufhebung der Zivilisation und des Individualismus ist. Aber genau das möchte die Heldin, da sie unter den Schranken der Gesellschaft leidet. Und wer hätte gedacht, dass es noch einen frischen Blickwinkel auf die Zombies gibt? Alles in allem ein äußerst gelungener Serienstart, der von Beginn an süchtig macht.

Fazit:
Obwohl sich die einzelnen verwendeten Genreelemente gegenseitig ausschließen funktioniert hier die Mischung und man bekommt einen wilden Mix, der zu unterhalten weiß und für Spannung sorgt. Eine geschickte Austarierung der Elemente und die sympathischen Figuren machen den Leser sofort süchtig nach mehr.

Sankarea 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sankarea 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Egmont Manga

Preis:
€ 6,50

ISBN 10:
3770482603

ISBN 13:
978-3-770-48260-3

176 Seiten

Positiv aufgefallen
  • funktionierender Genremix
  • Charme und Grusel
  • neuer Blick auf Zombies
  • sympathische und interessante Charaktere
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 10.05.2014
Kategorie: Mangas
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