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Comic-Besprechung - Love Is in the Air (Guitar)

Geschichten:
Love is in the air (guitar)

Autor: Yann Le Quellec
Zeichner / Colorist: Romain Ronzeau


Story:
Der junge Paul ist schon seit langer Zeit in seine hübsche Nachbarin Julie verliebt. Doch die will dummerweise nichts von ihm wissen. Auf einer Schulfeier zieht sie stattdessen mit einem Gitarristen davon. Wie soll Paul bloß da konkurrieren? Da spricht ihn ein älterer Mann namens Ernest an, ob Paul nicht das Spielen der Luftgitarre erlernen wolle, um so seine Julie zu erobern. Paul nimmt an, aber der Weg zur Weltmeisterschaft  ist steinig und voller Konkurrenten.


Meinung:
Bei einem so obskuren Thema wie das Spielen einer Luftgitarre hat die Graphic Novel Love is in the air (guitar) natürlich schon fast von vornherein gewonnen. Gerade die abwegigen Ideen haben manchmal eine unnachahmlich anziehende Kraft. Schließlich erlauben sie andere Blickwinkel als herkömmliche Genrearbeiten und können so im wahrsten Sinne des Wortes die Fantasie anregen und eine andere Sichtweise auf die Welt einnehmen. Doch was soll man bei dem Thema Luftgitarre erwarten? Schließlich muss ja auch eine Story erzählt werden. Eine Idee allein reicht nicht aus. Und bislang ist das Thema eher bei Musikfreunden bekannt, die in totaler Selbstvergessenheit bei einem schönen Lied die Finger auf einer imaginären Gitarre bewegen. Was im Beisein anderer zumeist höchst peinlich ist. Reicht das nun für eine recht umfangreiche Graphic Novel?

In der eigentlichen Geschichte ist das (erfundene) Objekt denn auch nur dasjenige um das sich die anderen Themen drehen. Es geht um Anerkennung, Selbstachtung und Träume, die Macht der Phantasie und des Vorstellungsvermögens. Man soll, das ist wohl die zentrale Aussage des Bandes, seine Träume leben, auch wenn man nicht die Möglichkeit hat sie direkt umzusetzen.

Natürlich geht es auch um Liebe, natürlich um Rivalen, natürlich um Erzschurken. Das ist alles stellenweise sehr archetypisch, um nicht zu sagen klischeehaft, aber dennoch kann die Graphic Novel voll und ganz überzeugen. Wie kann das sein? Eben weil die Macher Le Quellec und Ronzeau wissen, dass sie hier Archetypen und Klischees einsetzen. Einerseits spiegelt das wieder die Macht der Träume wider, wie sie in fiktionalen Erzählungen immer wieder festgehalten werden und andererseits spielen sie mit den Elementen. In diesem Wissen übertreiben sie nämlich manchmal schamlos und gnadenlos und dadurch wirkt alles so frisch wie schon lange nicht mehr. Das geht oft bis an die Grenze der Parodie. So erinnern die Ausführungen des Ernest in Bezug auf die „Airness“ sehr an das Gerede von Yoda in Bezug  auf die Macht aus Star Wars. Und allein schon die Gruppenkonstellationen bieten wirklich alles auf, was die Archetypen hergeben. Der Schurke, der Rivale, der weise Mentor, der Narr, etc. Das spiegelt sich auch auf der graphischen Ebene wieder, wenn die Schurken in Schwarz-weiß gezeichnet sind, während die Helden farbig auftreten. Im Grunde erzählen Le Quellec und Ronzeau im Kern eine uralte Geschichte in der ein junger Held für seine Liebe kämpfen muss. Aber alles durchzieht eine Ironie und eine tiefe Liebe zur Musik (Jimi Hendrix tritt dann sogar persönlich auf), das man sich diesem Charme nicht widersetzen kann. Und auch der Witz sowie der Herzschmerz kommen nicht zu kurz. Hier ist wirklich alles drin.

Text und Zeichnungen sind hier übrigens wirklich eins und man kann die exzellenten Zeichnungen auch als ein Lehrbuch darüber nehmen, wie man Anatomie und Körperbewegungen zeichnet. Hier kann man nämlich die Körpersprache lesen und braucht keine zusätzlichen Erläuterungen, was gerade in dem Protagonisten vorgeht.  Das ist äußerst beeindruckend und lässt im Vergleich amerikanische Zeichnungen manchmal in ihren Posen noch statischer wirken. Ronzeau erinnert dann manchmal an den genialen Ausdrucksstil von Bastien Vives, wobei die Zeichnungen Ronzeaus vom Stil her sehr viel mehr mit Cartoons gemeinsam haben als der von Vives.


Fazit:
Auch wenn die Geschichte im Grunde so alt ist wie sich Menschen Geschichten erzählen und alle Archetypen und Klischees benutzt werden, so gelingt doch das Kunststück, das alles frisch und neu wirkt. Was dem gelungenen Einsatz von Ironie, Übertreibungen, satirischen Seitenhieben, Charme, Witz und Emotionen geschuldet ist. Ein Hoch auf die Fantasie.

Love Is in the Air (Guitar) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Love Is in the Air (Guitar)

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 24,90

ISBN 10:
3551736456

ISBN 13:
978-3-551-73645-1

288 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Spiel mit Archetypen
  • Witz und Ironie am Rande der Parodie
  • Emotionen und ein Loblied auf die Macht der Musik
  • hervorragende graphische Umsetzung
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 29.09.2013
Kategorie: One Shots
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