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Die Welt der Zombies - Untote in Weissblech Comics
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Die Welt der Zombies - Untote in Weissblech Comics

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Die Vielfalt der Zombies

Wie wir bisher gesehen haben, gibt es nicht DEN Zombie. Jeder Autor, jeder Zeichner hat seine eigenen Vorstellungen dieser wandelnden Untoten. Es gibt die durch einen Virus oder eine Verseuchung verursachte Zombie-Plage wie in „The Walking Dead“ oder „Resident Evil“, es gibt Zombies die durch Schwarze Magie oder überirdische Mächte wieder erweckt wurden wie in „Als die Zombies die Welt auffrassen“, es gibt die Scheinzombies, die durch Drogen oder Medikamente in einen dahindämmernden Zustand versetzt werden und durchaus manchmal vom Habitus und auch vom Aussehen Ähnlichkeiten mit den untoten Gesellen aufweisen. Ausgenutzt werden diese dann als ideale Sklaven für monotone Arbeiten aller Art. Manche Bedienstete an  Supermarktkassen oder in Fastfood-Tempeln könnten in diese Kategorie gehören. Lassen wir uns von der langsamen energiesparenden Arbeitsweise aber nicht täuschen Es handelt sich um arme ausgebeutete Lohnsklaven, denen schlechte Arbeitsbedingungen, unmögliche Vorgesetzte und eine kümmerliche Entlohnung jede Freude an der Arbeit genommen haben.

Untote sind ein beliebtes Thema in klassischen Gruselgeschichten. Schauen wir uns zum Schluss exemplarisch für die Darstellung in Horror-Comics einige ausgewählte Werke aus dem Hause Weissblech an. Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wie auch dieser Blick auf Zombies in Comics nur einen ganz, ganz kleinen Ausschnitt aus der angebotenen Vielfalt darstellen kann.

 

Horror Schocker

Natürlich enthält eine Serie, die sich Horror Schocker nennt, auch Geschichten mit oder über Zombies. Oft sind es nicht die hirnlosen vor sich hin verwesenden wandelnden Leichen, die wahllos über die Lebenden herfallen. Die Thematik „Tote kommen zurück, um sich an bestimmten Lebenden für deren Taten zu rächen“ ist hier ebenfalls enthalten. So enthält Horror Schocker # 1 aus dem Jahre 2004 eine solche Erzählung mit dem Titel „Unten am Sumpf“, die auf dem Cover reisserisch als „Es geifern die Zombies...“ angekündigt ist. In „Niniwes Fluch“ (Band #2) gilt es ganze Horden von wiedererweckten Kadavern zu bekämpfen. Beide Geschichten sind soweit in die klassischen Gruselgeschichten einzuordnen, ebenso die tolle Erzählung in dem gerade erschienenen Heft #19 „Gäste vom Galgen“. Eine der witzigsten Ideen über die Einbeziehung von Untoten in unseren Alltag ist in dem Horror Heft #10 zu finden. Im Fussballklassiker „Derby von Hadingen“ werden  auch Untote aufgestellt, hier entscheidet nur die Leistung und nicht der Vital-Status über eine Berücksichtigung in der Startelf. Ein schöner Einfall, unsere Verstorbenen in die Aktivitäten der Dorfgemeinschaft einzubinden. Bei der Betrachtung manch gebotener Leistung der Bundesliga sicherlich auch ein lohnenswerter Ansatz für die Vereinsmanager.

Ebenso schräg gedacht ist die Geschichte in Heft #16 „Der lebende Friedhof“. Hier erhebt sich die Inkarnation eines gesamten Friedhofs, da der Grundsatz „Ruhe in Frieden“ nicht mehr gilt, sobald sich mit dem Grund und Boden Geld verdienen lässt.

Weissblechs Weltbeste Comics

Weitere Weissblech-Reihen enthalten ebenfalls Geschichten über Untote. so auch die Serie Weissblechs Weltbeste Comics. Einige der Hefte sind allerdings erst ab 18 Jahren für den dann mündigen und volljährigen Leser gedacht, die lassen wir hier außen vor. Schauen wir uns einmal Heft #15 an, das Kala, der „Königin der Steinzeit“ gewidmet ist. Unsere wohlproportionierte urzeitliche Heldin, die vermutlich witterungsbedingt nur mit einem Paar Fellstiefel bekleidet ist, bekommt es mit der ebenfalls leicht bekleideten Totenpriesterin Wumballa zu tun, die eine Horde unzerstörbarer Untoter auf Kala und ihre Donnerechse hetzt. Das Dilemma wird von ihrem Raubsaurier gelöst, der die Angreifer einfach vertilgt und davon einen sauriermässigen Durchfall bekommt.  Wie schon oben erwähnt, sind die Angreifer im Prinzip unzerstörbar, auch in abgewandelter Form.....Die Idee und das Ende der Geschichte ist einfach großartig, ein typischer Levin Kurio Einfall. Je nach Standpunkt ein Höhepunkt der Comic- und Literaturgeschichte oder einfach nur Trash. Aber zumindest großartiger Trash! (Terror aus dem Tal der Toten, Heft #15, 2005)

Heft #16 ist gleichfalls voll und ganz den Zombies gewidmet. „Einmal Bulle... Immer Bulle...“ zeigt, dass es Ordnungshüter gibt, die so in ihrem Job aufgehen, dass sie  auch nach ihrem Ableben für Recht und Ordnung eintreten. Ebenso abgedreht ist die Schneewittchen-Variante von Levin Kurio „Terror hinter den sieben Bergen!“. So wird auch dieses Märchen mit einer interessanten Zombievariante bedacht.

Eine Frage, die sich dem regelmässigen Leser von Publikationen aus dem Hause Weissblech stellt: Woher nimmt der Herr Verleger in Person von dem rastlosen Levin Kurio immer wieder die neuen Ideen her? Sind es noch Nachwirkungen der in seinen Koma-Geschichten abgedruckten Selbsterfahrungsberichten? Meine diesbezügliche Anfrage im Weissblech Forum (1) wurde eher ausweichend beantwortet: „Wie ich das mache, muss selbstredend mein Geheimnis bleiben - aber Schlafentzug ist der falsche Weg, soviel kann ich schonmal sagen ...“


Levin, wir kommen dir irgendwann noch auf die Schliche! 

Eine Schlussbetrachtung

Damit beenden wir unsere kurze Stippvisite in die Welt der Zombies im Rahmen unserer Streifzüge. Ein interessantes Gebiet, dass sehr facettenreich im Horrorgenre beschrieben wird. Wie schön, wenn wir nach dem Ende eines Comics wieder in unsere gewohnte Welt zurückkehren können, auch wenn sie auf vielen Gebieten noch verbesserungswürdig ist. Zombies oder wandelnde Untote sind zumindest zur Zeit nicht die Hauptbedrohung unserer Zivilisation. Und das ist eigentlich auch gut so. So sehr wir manche Verstorbene im Alltag vermissen mögen, eine Wiederauferstehung in Zombieform ist nicht unbedingt wünschenswert. Da sollten wir unsere Lieben lieber in der früheren Form in Erinnerung behalten. Die Welt funktioniert nun einmal nicht wie in einem Rollenspiel, wo ein kundiger Kleriker verstorbene Helden in alter Form und Frische zurückholen kann. Die Erfahrung lehrt auch, dass eine solche Möglichkeit missbraucht würde. So würden garantiert die Personen für ewig unter uns weilen, bei denen wir eigentlich ganz froh waren, sie durch ihr Ableben endlich los zu sein. Bestimmte Politiker oder Wirtschaftsbosse quasi unsterblich? Das ist eine wahrhaft erschreckende Horror-Vorstellung! 



Bezugsmöglichkeiten:

Die Weissblech-Werke sind größtenteils im Fachhandel oder direkt beim Verlag zu erhalten. Manche Erstwerke sind allerdings nur noch antiquarisch erhältlich. Wer noch auf der Suche nach den ersten Ausgaben von Weissblechs Weltbesten Comics ist, muss sich sputen. (Teilweise erst ab 18 Jahren erhältlich) Von den begehrten und lange nirgends erhältlichen Heften sind noch einige Exemplare in Hannover bei den Phantastischen Zeiten aufgetaucht. Hier gilt das Windhundprinzip und im Gegensatz zu der Abwrackprämie wird es vermutlich auch keine Aufstockung des Bestandes geben.


Der Weissblech Verlag ist hier zu finden: http://weissblechcomics.com/

Die Phantastischen Zeiten sind hier zu erreichen: http://www.phantastische-zeiten-shop.de/index.php

(1) Weissblech im Comicforum:  http://www.comicforum.de/showthread.php?t=69962&page=11

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Special vom: 13.04.2009
Autor dieses Specials: Rolf Niemann
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Schindelschwinger - Der Klassiker
Kurzer Prozess - Kurzgeschichten in Serie
Ein Interview mit Holger Bommer von Gringo Comics zu "Kurzer Prozess"
Die Welt der Zombies - The Walking Dead
Die Welt der Zombies - Als die Zombies die Welt auffrassen
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