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Comic-Besprechung - Lost Girls

Geschichten:
Lost Girls
Autor: Alan Moore, Zeichner: Melinda Gebbie

Story:
Alice aus "Alice im Wunderland", Wendy aus "Peter Pan" und Dorothy aus "Der Zauberer von Oz" sind in ihrem Leben lange nicht so lieb und unschuldig gewesen, wie es uns die Märchen erzählen wollen. Und sie sind älter geworden. Es scheint Zufall zu sein, aber die drei Damen treffen sich in einem Hotel und sie kommen nicht nur ins Gespräch. Sie offenbaren jeweils ihre geheimsten Fantasien, ihre sexuellen Erlebnisse und ihre erregendsten Gelüste. Und auch ihre Männer kommen sich näher…

Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Alan Moore wird manchmal als Enfant terrible bezeichnet, mal als Comicgott und dann wieder als der Mann, der die Comicwelt revolutioniert. Was er ganz sicher sein Eigen nennen kann, das ist ein düsterer Blick auf die Welt. „V wie Vendetta“ oder „From Hell“ sind Beweis für seine Einstellung. Wie kommt solch ein Superstar, ein solcher Superautor auf die Idee einen erotischen Comic zu kreiern? Nun, „Lost Girls“ ist – wenn man einmal alles genau gelesen hat – letztendlich nur eine logische Fortsetzung seiner bisherigen Arbeiten, denn „Lost Girls“ ist mindestens genauso düster, auch wenn am Ende ein wenig Hoffnung durch kommt. Denn die drei Märchenfiguren werden in eine Geschichte verwickelt, die nichts vom Glanz der Märchen, aus denen sie stammen, zurück lässt. Sie werden in ein überaus reale Welt transferiert.

Die Wikipedia bezeichnet Pornografie als die „direkte Darstellung der menschlichen Sexualität oder des Sexualakts mit dem Ziel, den Betrachter sexuell zu erregen, wobei die Geschlechtsorgane in ihrer sexuellen Aktivität bewusst betont werden“. Nun ist es mit Sicherheit so, dass Lost Girls etliche Sexualakte zeigt, das steht ausser Frage. Ist es aber das Ziel dieses Comics den Betrachter sexuell zu erregen? Hier spätestens werden sich die Geister scheiden. Sicher wird kaum jemand behaupten können, dass ihn oder sie manche Geschichten nicht doch auch erregen. Ob das nun auch das Ziel dieses Comics ist, das ist eine Frage des Standpunktes. Aber Alan Moore hat sich alle Mühe gegeben eine eindrucksvolle Geschichte außen herum zu stricken, die drei Märchenfiguren in einem ganz anderen Licht zu zeigen und deren Geschichte neu zu erzählen. Kann man die Bücher auch ohne Text lesen, sie – wie es Michael Mittermeier so schön sagte – als „Wichsvorlage“ verwenden? Ja sicher kann man das. Aber dafür sind sie doch eigentlich viel zu schade, viel zu teuer, viel zu gut gemacht und man wird einfach der Vorlage nicht gerecht.

Alan Moore und Melinda Gebbie haben mit „Lost Girls“ nicht einfach einen Porno produziert. Nein, „Lost Girls“ ist eine wahre Graphic Novel, ein Stück Weltliteratur, eine Erweiterung jeglichen Genres über alle bekannten Grenzen hinaus. Hier wurde ein mutiger Weg beschritten, der 15 lange Jahre das Leben der beiden Künstler bestimmen sollte und zu einem überragenden, alles überstrahlenden Ende gebracht. Man darf eigentlich „Lost Girls“ nicht auf die sexuellen Akte reduzieren. Man muss die Geschichte dahinter erkennen, man muss das Ganze als die ultimative „Sex And The City“-Geschichte ansehen und Moore und Gebbie dafür danken, dass sie weit vor diesem Fernseherfolg die Weitsicht hatten, dass die Menschen reif sind für eine Geschichte, die den Sex nicht als Schmuddelkram ansieht, sondern ihn als das akzeptiert, was er nun einmal ist: Ein Teil unseres Lebens – ein manchmal wichtiger und manchmal unwichtiger Teil, aber nichts desto trotz einer, der dazu gehört. Und dazu gehört auch, dass Tabuthemen keine mehr sein dürfen. Dass Inzest, Sodomie und alle anderen Spielarten nun einmal existieren und nicht verschwiegen werden dürfen. Vielleicht ist „Lost Girls“ nicht nur eine gut erzählte Geschichte, sondern auch das ultimative Aufklärungsbuch schlechthin.

Zeichnerisch ist „Lost Girls“ ebenfalls eine Klasse für sich. Melinda Gebbie hat künstlerisch gesehen unglaublich dichte Zeichnungen hingelegt, die immer wieder durch ganz neue und ganz einzigartige Perspektiven und Seitenlayouts überzeugen.

Cross Cult hat eine überzeugende und absolut hochwertige Umsetzung vorgelegt. Teuerstes Papier, beste Druckqualität, perfekte Reproduktion der Vorlagen und dazu Fadenbindung, Schutzumschläge und ein hochwertiger Schuber machen „Lost Girls“ zum ersten sexuellen Werk, das seinen Platz im Wohnzimmerschrank haben sollte.

Fazit:
„Lost Girls“ muss man einfach als Klassiker der Weltliteratur bezeichnen. Bahnbrechend, bewegend, genial, es gehen einem die Superlativen aus. „Lost Girls“ kann man nicht einfach nur auf den Sex reduzieren, der gezeigt wird. „Lost Girls“ ist so viel mehr und gehört zu den wichtigsten Werken der Neuzeit, sei es „nur“ als Comic, oder insgesamt als Literatur. Das Risiko von Moore und Gebbie, die im Laufe der Arbeit an diesem Comic sich verliebten und heirateten, hat sich mehr als nur gelohnt.

Lost Girls - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Lost Girls

Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 75,00

ISBN 13:
978-3-936480-00-9

336 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Wundervolle Erzählung
  • Wundervoll gezeichnet
  • Ein moderner Klassiker
  • Wegweisend
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2.11
(9 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 18.05.2008
Kategorie: One Shots
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Gre: 4.54 MB
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