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Comic-Besprechung - Sabrina

Geschichten:
Text: Nick Drnaso
Zeichnungen: Nick Drnaso


Story:
Sabrina verschwindet spurlos. Ihr Freund Teddy, mit dem sie seid zwei Jahren eine Beziehung hatte, weiß nicht mehr ein und aus. In seiner Not kontaktiert er seinen Freund aus Schultagen - Calvin Wrobel. Doch auch hier will er nicht zur Ruhe kommen und gerät in den Einfluss obskurer Verschwörungstheorien. Das macht das Zusammenleben mit Calvin nicht einfacher. Dieser steht am Ende seiner Militärzeit und steht vor der Frage, entweder einen neuen Job in der Armee anzunehmen oder zu seiner Tochter und seiner Frau – von der er getrennt lebt – zu ziehen. Calvins Leben gerät immer mehr aus den Fugen, da Teddy sich immer mehr abschottet und er andererseits immer mehr in den Sog der Verschwörungstheorien kommt.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Beim ersten Durchblättern des Bandes dachte ich, ich halte einen neuen Chris Ware-Band in den Händen. Zeichenstil, Seitenarchitektur und Panelgestaltung erinnerten mich an den Kanadier. Sicherlich ist es kein Zufall, dass sowohl die Werke von Ware, als auch „Sabrina“ bei „Drawn & Quarterly“ erscheinen.
Der Band von Nick Drnaso gehört für mich zu einer der großen Überraschungen in diesem Herbst. Hierzulande ist der Künstler bisher unbekannt, hat aber auf der anderen Seite des Atlantiks bereits hohe Weihen erfahren. Denn „Sabrina“ ist die erste Graphic Novel, die es auf die Longlist des Man Booker Prize geschafft hat und damit reiht er sich etwa bei so herausragenden Schriftstellern wie Nadine Gordimer oder William Golding ein. Also nicht irgendein Preis.
Nach dem Lesen des Comics wusste ich auch warum, denn Drnaso hält unserer Gesellschaft den Spiegel vor. Bei „Sabrina“ degenerieren die Hauptakteure zu empathielosen Wesen, denen kaum noch etwas eine Emotion entlocken kann. Da ist beispielsweise Teddy, der es nicht schaffte zur Familie seiner Freundin Kontakt aufzunehmen, nachdem sie verschwunden war. Stattdessen hockt er resigniert vor dem Radio und hört stundenlang den prophetischen Ankündigungen eines Verschwörungstheoretikers zu. Erst als die Katze von Calvin verschwindet entwickelt er so etwas wie Eigenantrieb und macht sich auf die Suche nach dem Tier. Das sind dann auch fast die einzigen Panels, die uns Teddy außerhalb des Hauses zeigen. Kein Mitgefühl mit den Menschen, aber für eine zugelaufene Katze.
Calvin, der seinem Job in Colorado nachgeht und dessen Frau, von der er zwar noch nicht geschieden ist, die aber mit der gemeinsamen Tochter in Florida wohnt, bilden da keine Ausnahme. Während seiner gelegentlichen Videoanrufen bei seiner Tochter ist sie viel mehr mit sich beschäftigt. So antwortet seine Tochter in der Regel auch nur mit einem „mmhmmm“.
Sinnbildlich auch die Selbsthilfegruppe, zu der Sandra geht, Sabrinas Schwester. Dort liest sie ein paar Mails vor, die sie bekommen hat, in denen sie teils beschimpft wurde, teils Morddrohungen erhielt oder einfach mit kruden Theorien überhäuft wurde. Nach ihrem Vortrag schweigt die Gruppe. Statt einer Auseinandersetzung folgt eine kurze Pause für alle. Gesprächslosigkeit als Gefühlskälte.
Gefühlslosigkeit ist das Leitmotiv des Bandes. Egal ob es um eine Mordserie oder um den 11. September geht. Alles wird achselzuckend in der Medienberieselung hingenommen. Einzig unterbrochen von den lauten Stimmen der Verschwörungstheoretiker, die hinter allem einen finsteren Plan sehen, um die Menschheit zu vernichten oder bestenfalls auszunutzen.    
Dazu passen auch die Zeichnungen von Drnaso. Sie sehen aus, als wenn sie aus einem Computerspiel der frühen 1990er-Jahre entnommen wurden. Alles sieht kalt aus, wie unter Neonlicht



Fazit:
„Sabrina“ ist ein deprimierender Comic, der unserer Gesellschaft einen weg aufzeigt, wohin es gehen könnte und zum Teil schon gilt. Eine unbedingte Leseempfehlung. Ich empfehle dazu „Dark Star“ von „Deine Lakaien“



Sabrina - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sabrina

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Aufbau Verlag GmbH & Co. KG

Preis:
€ 26

ISBN 13:
978-3-351-05071-9

204 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Aufwühlend
  • Gesellschaftsspiegel
  • Artwork
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 15.11.2019
Kategorie: Alben
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