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Comic-Besprechung - X-Men Gold 3: Macht´s noch einmal...X-Men!

Geschichten:
X-Men Gold 3: Macht`s noch einmal...X-Men! (X-Men: Gold 13-15, X-Men Blue 13-15)
Autor: Cullen Bunn, Marc Guggenheim, Zeichner: Diego Bernard, Marc Laming, Mike Mayhew, Jorge Molina, Inker: Marc Laming, Mike Mayhew, JP Mayer, Jorge Molina, Colorist: Rain Beredo, Guru-eFX, Matt Milla

Story:
Die verschiedenen Teams der X-Men haben sich im New Yorker Central Park versammelt, um mal ein bisschen auszuspannen und Baseball zu spielen. Auf einmal erscheinen merkwürdige und riesige Türme die in New York niedergehen. Als die X-Men der Sache nachgehen wollen, müssen sie feststellen dass sie sich in einer Gameshow befinden deren Settings alte Schlachtfelder der Helden sind. Aber diese Show kann tödlich enden.


Meinung:
Der dritte Band der Paperbackreihe um die X-Men Gold beinhaltet einige hervorragende Steilvorlagen für satirische Aspekte und Gesellschaftskritik. Die X-Men werden von Mojo angegriffen, einem wahnsinnigen Herrscher aus einem alternativen Universum in dessen Welt, Mojoworld, die Währung aus den Einschaltquoten besteht. Um sich also weiter zu bereichern entführt er die X-Men und setzt sie mörderischen Gameshows aus, deren Setting an vergangene Kämpfe und Ereignisse aus der Karriere der Superhelden bestehen.

Wer jetzt an mittlerweile schon klassische Kritiken an die Medien denkt wie in den Filmen Die Truman Show und The Running Man, liegt gar nicht so falsch, wobei dieser Comicband eher etwas mit dem Actionspektakel mit Arnold Schwarzenegger gemein hat als mit einer Satire. Wenn alles für die Medienquote genutzt wird und dabei ohne Skrupel auch der Tod in Kauf genommen wird, ja er sogar einkalkuliert wird da dieses die Einschaltquoten noch erhöhen würde, so ist das eine Steilvorlage für die Kritik an der heutigen Mediennutzung. Tendenzen die in den Filmen der 1970er und 1980er angeprangert wurden sind heute teilweise schon eingetreten und eine Reflektion über die Inhalte findet kaum noch statt. Stattdessen wiegelt man alle Diskussionen mit dem Begriff „Fake News“ ab. Zu der Medienkritik passt auch schon das Äußere von Mojo der seine Augen nicht mehr schließen kann indem dessen Lider durch Klammern zurückgehalten werden. Das ist nicht nur eine starke Symbolik für das süchtige Inhalieren von Nachrichten und dem nichts verpassen wollen in der ständigen Berieselung durch die Medien. Zudem ist es eine Referenz an Uhrwerk Orange in dem auch die Augenlider offen gehalten werden, damit der Verurteilte konditioniert werden kann. Weiterhin ist es satirisch wenn Mojo so fett ist, dass er sich nur auf einer mechanischen Plattform fortbewegen kann. Das ist eine spitze Übertreibung des Couch Potato und nicht nur eine Warnung, sondern eben auch Satire.

Leider gehen aber der ganze satirische Ansatz und die Medienkritik in der Daueraction um die X-Men unter. Entweder man traut sich nicht das auszuweiten, wovon leider bei den großen Verlagen in den USA ausgegangen werden kann da sie keine Leser durch eine Kontroverse verlieren wollen, oder man wollte sein Publikum nicht mit Intelligenz verschrecken. Denn es ist äußerst enttäuschend, dass der Leser hier mit einem Dauerfeuer der Acton berieselt wird und der Comic im Grunde also das macht, was er kritisiert. Aber der gute Wille der Grundidee zählt und hebt die Ausgabe schon deutlicher gegenüber anderen Heldenpublikationen ab.

Fans bekommen hier zusätzlich noch viele Referenzen an die Geschichte der X-Men. Denn die Schauplätze sind ja, wie schon erwähnt, Stationen der Karriere und entstammen etwa den Storylines um Apocalypse, Madripoor und Inferno. Auch gibt es viele Zitate indem manche Panels einige klassische Heftcover nachbilden. Zudem gibt es zurzeit in dem X-Men Kosmos ja auch die Inkarnationen der Helden aus verschiedenen Zeitlinien. So kämpft etwa Cyclops mit seiner Jugendliebe und seiner Tochter zusammen, wobei die Tochter älter als ihre spätere Mutter ist. Verwirrt? Durchaus. Denn in dem Durcheinander der Inkarnationen und dem Crossover von drei X-Men-Teams ist man hier verwirrt und verliert leicht den Überblick. So gibt es Ororo und Hank McCoy auch zweimal wobei sich das Äußere auch mal ändert. Zudem nutzt sich die Action auch recht schnell ab da sie nicht nur dominiert, sondern auch ein Schema im dramaturgischen Ablauf deutlich wird, was auf Dauer eintönig wird.

Wären da nicht die vielen Referenzen und die Steilvorlagen, die leider nicht komplett genutzt werden, hätte es langweilig und verwirrend werden können. So ist der Band immerhin mehr als einen Blick wert.


Fazit:
Die Steilvorlagen für eine Satire und Medienkritik werden leider nicht genutzt, da gerade das Dauerfeuer der Action in diesem Band einer der Punkte ist der eigentlich kritisiert wird. Da sich aber schon die Ansätze von anderen Helden abheben, ist der Band einen Blick wert.

X-Men Gold 3: Macht´s noch einmal...X-Men! - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

X-Men Gold 3: Macht´s noch einmal...X-Men!

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,99

ISBN 10:
3741608513

ISBN 13:
978-3741608513

140 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Steilvorlage für Satire und Medienkritik
  • Referenzen an Geschichte der Helden
Negativ aufgefallen
  • Steilvorlage nicht genutzt
  • unübersichtliche Anzahl von Helden
  • Dauerberieselung mit Action
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Rezension vom: 15.11.2018
Kategorie: X-Men
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