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Comic-Besprechung - Confidential Confessions 1

Geschichten:
Confidential Confessions 1
Autor / Zeichner: Reiko Momochi


Story:
Manatsu ist ein junges Mädchen welches sich von allen ausgegrenzt fühlt. Langsam entwickeln sich bei ihr Selbstmordgedanken. Diese werden noch verstärkt als sie ein Mädchen mit dem Spitznamen "Spargel" kennenlernt. Die beiden Mädchen beschliessen, gemeinsam zu sterben. Ein anderes junges Mädchen fühlt sich ebenfalls ungeliebt und ist von zu Hause weggelaufen. Ihre einzige Möglichkeit zu überleben besteht darin, sich zu prostituieren. Kann sie ihr Leben ändern, als sie den Jungen Ryo kennenlernt? Die Tennisspielerin Suzuki fühlt sich von ihrem Sportlehrer sexuell belästigt und nimmt einen Kampf voller Demütigungen auf.


Meinung:
Der Manga Confidential Confessions ist nicht neu, sondern wird nun von dem Tokyopop Verlag in einer überarbeiteten Fassung neu herausgebracht. Worin die Änderungen bestehen wird leider nicht deutlich gemacht und da hier der Vergleich fehlt, kann nichts weiter dazu gesagt werden.

Aber auch so lohnt sich die Anschaffung denn in dieser bewegenden Reihe werden Probleme angesprochen welche zwar vorrangig Jugendliche ansprechen, schließlich spielen die Erzählungen in dem Schulmilieu, aber die Themen betreffen auch Erwachsene. Es geht in diesen vertraulichen Beichten um negative Erfahrungen und Gedanken, Probleme der modernen Gesellschaft und wie man diese bewältigen soll und kann. Dabei versteht sich der Manga vor allem als Mutmacher denn ideale Lösungen gibt es nicht. Vielmehr sollen sich die Jungen und vor allem Mädchen, denn diese sind die Hauptpersonen, wieder erkennen und anhand der Lektüre Möglichkeiten finden, etwas an den destruktiven Situationen zu ändern. Dabei ist die größte Stärke das Fehlen einer Belehrung. Stattdessen werden fiktive Charaktere genommen und in Form einer Comicerzählung Tabuthemen angesprochen. Diese sind universell, wobei in Einzelheiten die typischen japanischen Hintergründe durchaus eine Rolle spielen.

So behandelt das erste lange Kapitel die suizidalen Tendenzen von Jugendlichen. Besonders in Japan hat der Selbstmord eine besondere Bedeutung und kommt in der harschen Leistungsgesellschaft durchaus öfter vor als in den westlichen Ländern, aber Selbstmordgedanken sind unter Jugendlichen durchaus in allen Ländern verbreitet, da die Selbstzweifel und Zukunftsängste durchaus fatalistisch werden und zu einer Lebensmüdigkeit führen können. Man sollte schon gefestigt sein, um dieses Kapitel lesen zu können. Schließlich werden hier im Einzelnen die Gedanken und Motive zweier Mädchen dargelegt und warum und wie sie sich töten wollen. Das kann durchaus einen ansteckenden Charakter haben und rechtfertigt die Altersfreigabe ab 16 Jahren. Dabei wird die Selbsttötung nicht glorifiziert, sondern durchaus verdammt, indem die Resultate die Absicht durchkreuzen und der eigentliche Mut darin besteht zu leben und nicht darin sich zu töten. Da hier mehr Introspektionen vorkommen, liest sich der Teil etwas zäh, aber das Anspruchsdenken der japanischen Gesellschaft in der die Individualität nicht viel zählt und der allgegenwärtige Druck wird hier spürbar gemacht.

Der zweite Teil ist schon eher typisch japanisch und greift ein dortiges Phänomen auf. Nämlich das der Jugendprostitution. Die Protagonistin ist nicht drogensüchtig und nutzt die Prostitution nicht zur Geldgewinnung um Drogen kaufen zu können, sondern um überhaupt zu überleben. Sie ist von zu Hause ausgerissen, hat keinen Schulabschluss, keinen Job und ist obdachlos. Sich zu prostituieren ist scheinbar ihre einzige Möglichkeit zu überleben, was ihr Selbstwertgefühl immer wieder schmälert. Nur die Begegnung mit einem Jungen der sie so akzeptiert wie sie ist, reißt die inneren Schranken ein und sie fühlt sich wert geschätzt. Auch hier ist der gesellschaftliche Druck ein großes Thema, aber leider ist das Kapitel zu kurz geraten, um diese näher zu beleuchten weist aber einige sehr schöne Momente auf.

Der dritte ist auch der beste Teil und behandelt das Problem der sexuellen Belästigung was zurzeit wieder mehr als aktuell ist. Lobenswerterweise nimmt sich die Mangaka hier wieder Zeit und erzählt aus vielen verschiedenen Perspektiven welche nicht nur die Opferrolle, sondern auch die der anderen Schüler, des Täters, des Lehrerkollegiums und der Eltern betrachtet sowie einige gesellschaftliche Phänomene wie die Grapscher in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die vielen verschiedenen Perspektiven zeigen nicht nur die Machtverhältnisse auf, gesellschaftliche Strukturen die es okay finden wie Frauen behandelt werden, sondern auch wie unterschiedlich die Belästigung wahrgenommen werden kann. Ab wann ist es Belästigung? Ist es wirklich nur eine Interpretationssache? Hier wird eine Antwort gegeben und wie man sich letztlich wehren kann. Wobei die Lösung eigentlich nur in diesem fiktionalisierten Rahmen stattfinden kann, aber immerhin die Mädchen und Frauen im realen Leben aufmuntert, sich zu wehren und nicht zu schweigen. Vor allem dieses Kapitel ist sehr differenziert gestaltet und sehr bewegend, so dass man gerade am Ende wirklich mitfiebert und bangt und letztlich innerlich der Heldin applaudiert.

Ein wichtiger und, sofern man das bei den Themen sagen kann, schöner Band.



Fazit:
Ein wichtiger und emotionaler Band der jungen Leuten Mut machen will. Dabei ist er nie belehrend, sondern sehr mitfühlend.


Confidential Confessions 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Confidential Confessions 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Tokyopop GmbH

Preis:
€ 7,50

ISBN 10:
3842045018

ISBN 13:
978-3842045019

400 Seiten

Positiv aufgefallen
  • große Empathie
  • schwierige Umstände nachvollziehbar in eine Erzählung verpackt
  • Mutmacher
Negativ aufgefallen
  • zweiter Teil zu kurz
  • einige typisch japanische Hintergründe verhindern Übertragung auf anderes Land
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Rezension vom: 27.07.2018
Kategorie: Confidential Confessions
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