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Comic-Besprechung - Geronimo

Geschichten:
Geronimo
Autor: Matz, Zeichner / Colorist: Jef


Story:
Circa 1851 wird im mexikanisch-amerikanischen Grenzland eine Indianersiedlung von der mexikanischen Armee überfallen. Im Zuge des Massakers werden auch eine Frau und ihre Kinder ermordet, deren Ehemann, ein berühmter Schamane der Apachen, blutige Rache schwört. Unter dem Namen Geronimo wird er lange Jahre Angst und Schrecken verbreiten, aber auch seinen Gegnern Respekt abnötigen.


Meinung:
Es ist natürlich schwierig ein ganzes Leben auf gerade einmal 100 Comicseiten zusammenzufassen. Ein Vorhaben an dem schon andere Comicbiographien gescheitert sind. Schließlich ist eine Biographie mehr als reine Fakten, sondern immer auch ein Zusammenspiel mit dem Charakter des oder der Portraitierten, den kulturellen Zusammenhängen, der sozialen Ordnung und den historischen Gegebenheiten. Zudem ist die Figur nicht zu fassen wenn nicht einmal eine Serie über mehrere Bände vorliegt, sondern ein in sich abgeschlossener Comicband dessen Umfang von vornherein den Zugang beschränkt.

Matz und Jef nehmen sich dennoch einen der berühmtesten Indianer vor: Geronimo. Allerdings kommt in diesem Fall noch erschwerend hinzu, das die Quellenlage ziemlich unsicher ist. Die Apachen selber hinterließen keine schriftlichen Zeugnisse, ja sie besaßen nicht einmal einen Kalender. Wie bei vielen indianischen Völkern wurde die Geschichte des Stammes, seine Religion und seine Traditionen in mündlicher Form weitergegeben. Damit sind sie flüchtig, veränderbar und sterben mit den letzten Trägern und Zeitzeugen aus. So kann man nicht sicher sein, ob es gesicherte Fakten sind, eben weil sie auf mündlicher Tradition basieren. Was sicher ist, entstammt den Quellen welche von den historischen Siegern geschrieben worden waren. In diesem Falle der Amerikaner und Mexikaner. Aussagen von Geronimo und Gefährten gibt es zwar, weil sie etwa interviewt worden sind, aber es bleibt zwangsläufig vieles im Dunkeln. Was aber auch den Reiz ausmacht, da so die Fantasie die Lücken füllen kann. Sowohl die der Schöpfer als auch die des Lesers. Gerade solche historische Leerstellen sind ja die Faktoren welche eine Legendenbildung bis hin zum Mythos erlaubt.

Aber hier geht es um ein historisch fundiertes Portrait des Schamanen und Kriegshäuptlings Geronimo. Weswegen auf die Leerstellen verzichtet und nicht einmal auf sie hingewiesen wird. So ist der Comic auch weniger als eine Biographie zu bezeichnen, sondern eher als ein Portrait des charismatischen Kriegers der selbst seinen Gegnern Respekt abnötigte, aber auch durch seine Grausamkeit auffiel. Vielleicht trug letztere welche die Angst vor ihm schürte mit dazu bei ihn zu verklären. Aber erklärt wird sie nicht. Überhaupt wird der Charakter von Geronimo nicht sonderlich greifbar, da für das notwendige dramaturgische Element seine Rache im Mittelpunkt steht. Seine Familie wurde Anfang der 1850er Jahre von Mexikanern ermordet und Zeit seines Lebens strebte er danach, so viele Mexikaner wie möglich zu töten. In den Kampf um sein Land und gegen die Weißen wurde er eher hineingezogen. Jedenfalls wenn man dem Comic glauben darf. Rache und Gewalt scheint Geronimos einziges Streben zu sein.  Was ihn unnötig reduziert und jegliche Empathie verhindert. Das er zwar Visionen hatte die sich erstaunlicherweise bewahrheiteten und ein geachteter Schamane und damit Kulturträger seines Volkes war, wird angerissen, aber die Action steht hier im Vordergrund.

Als Biographie scheitert der Comic, als Portrait ist er zu unvollständig, aber als unterhaltsamer Westerncomic kann man ihn gut lesen. Was vor allem an den Zeichnungen liegt. Die sind beeindruckend und zwar nicht nur was die panoramaartigen Landschaftsdarstellungen betrifft. Generell sind sie sehr kraftvoll ausgefallen mit einer hohen Dynamik auch in den Actionszenen. Aber leider gibt es auch hier ein Manko, wenn es ihnen kaum gelingt die Individualität der Figuren herauszustellen. So sehen sich viel zu viele Indianer viel zu ähnlich als das man wirklich wissen könnte, wer nun gerade mit wem spricht.


Fazit:
Als Biographie scheitert der Comic und als Portrait ist er zu oberflächlich. Aber eine historisch fundierte packende Westerngeschichte wird in kraftvollen Bildern erzählt. Das ist doch auch schon etwas.


Geronimo - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Geronimo

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 24,80

ISBN 10:
3962190236

ISBN 13:
978-3962190231

120 Seiten

Positiv aufgefallen
  • kraftvolle Bilder
  • Action und Dynamik
Negativ aufgefallen
  • Gesichter verwechselbar
  • Charakter bleibt einem fern
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Rezension vom: 26.12.2017
Kategorie: Alben
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