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Comic-Besprechung - Maximum 55: Fury Max 2

Geschichten:
Maximum 55: Fury - Operation Barracuda (Fury Max 7-13)

Autor: Garth Ennis
Zeichner: Goran Parlov
Colorist: Lee Loughridge


Story:
Vietnam 1970. Fury wird mit einem Soldaten namens Frank Castle in den Dschungel geschickt, um einen alten Widersacher zu eliminieren. Doch seine Auftraggeber verfolgen noch ganz andere Interessen. Ebenso wie die Soldaten 1984 in Nicaragua, die den Krieg für ihre eigenen finanziellen Ziele nutzen. Desillusioniert muss sich Fury nicht nur gegen die offiziellen Kriegsgegner behaupten, sondern auch den Feind im Inneren angehen.


Meinung:

Wer hier die für den irischen Autor Gart Ennis typische Brutalität und den schwarzen bissigen Humor erwartet, wird auf eine gewisse Art und Weise enttäuscht werden. Aber Ennis hat schon oft bewiesen, dass er auch durchaus ernste Stoffe erzählen kann oder zumindest bei Themen die ihm wichtig sind, auch auf übertriebene Gewalt und Humor verzichtet. Oder wenigstens auf eines der beiden.

Aber schon im ersten Teil dieser Max-Reihe um Colonel Fury verzichtete Ennis auf einen lockeren Tonfall und auf die Satire (wie noch im ersten Run für das Max-Label mit Fury), denn es ist ihm wichtiger die schmutzigen Kriege der USA anhand eines speziellen Charakters auszuloten. Das gerät zu einer ernsten Reflektion über die US-Kriege seit dem Koreakrieg und was die Einmischungen der CIA etwa in Nicaragua angerichtet hat.

Das macht den Band zu einer sehr verbitterten, intelligenten und bösen Abrechnung, der man die Wut anmerkt. Typisch für Ennis ist allerdings wieder einmal das der einzelne Soldat für seine Tapferkeit und seine Opferbereitschaft gelobt wird, wohingegen die Oberen, die Befehlshaber und Politiker sehr schlecht weg kommen. Sie nutzen das Leben der Soldaten für die Verfolgung ihrer eigenen Ziele, was meistens mit Geld zu tun hat. Fury ist kriegssüchtig und einzelne Soldaten sind zugunsten des Profits nichts wert. Und vor allem die Ziele für die man auf das Schlachtfeld geführt wird sind allesamt nichts mehr wert und hohl und das Sterben und das Töten nicht mehr wert. Ideale sind längst zugunsten des Profits aufgegeben worden.

Das treibt Ennis die Zornesröte ins Gesicht und viele verschiedene Einzelbande oder kleine Storys in einigen seiner Serien haben das schon oft thematisiert. Sei es der ewige Rebell John Constantine in Hellblazer, einige kleinere Abschweifungen in Preacher und Hitman oder die Miniserie 303 und natürlich einige Teile der War Story, aber auch im Punisher und Hulk kämpft kam das alles vor. Das ist natürlich eine Wiederholung des Themas, wobei hier zugutegehalten werden muss, dass Ennis die individuelle Ebene verlässt und die Konfliktfolgen globaler angeschaut werden. Fury dient dann nur dazu, anhand einer einzelnen Figur verschiedene Kriegsschauplätze anzusehen und wie sehr die USA nicht nur ihren moralischen Kredit verspielt haben. Da ist der Charakter sehr passend und es wird chronologisch erzählt und durchaus einige neue Facetten der Figur gefunden. Zudem sieht man hier zwei alte Bekannte: Frank Castle bevor er zum Punisher wurde und seinen späteren Gegner Barracuda. Beide sind Spiegelbilder von Fury und zeigen Alternativen auf, was der Krieg aus jemandem machen kann. Auch das ist also weit mehr als eine Referenz auf andere Comicbände.

Hier gelingen einige äußerst beeindruckende Szenen, die noch lange nachhallen. Etwa wenn Fury einem einstigen Gegner zufällig begegnet und wie diese dann miteinander umgehen. Desillusioniert unterhalten sie sich und müssen erkennen, dass alles Schlachten umsonst war. Und zwar für beide Seiten. Die letzten realhistorischen Jahre haben in der kritischen Herangehensweise hier deutliche Spuren hinterlassen.

Graphisch ist das solide umgesetzt, aber ohne Akzente zu setzen. Da gehört das Cover noch mit zu den besten graphischen Ideen.



Fazit:
Garth Ennis erzählt im ernsten Tonfall von den Sünden der USA, welche sie sich in Vietnam und Nicaragua geleistet haben. Diese Auseinandersetzung mit der Historie und der Politik ist verbittert ausgefallen, kann aber anhand der Figur des Nick Fury sehr gut vermittelt werden. Stark.

Maximum 55: Fury Max 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Maximum 55: Fury Max 2

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,99

ISBN 13:
4196453216993

156 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Bezüge zur Historie und Tagespolitik
  • Kritik an US-Einmischungen
  • Charaktere als Spiegel
  • Spannung und Blut
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 31.12.2013
Kategorie: Marvel Max
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