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Comic-Besprechung - Was kostet ein Yak?

Geschichten:
Was kostet ein Yak?
Autor / Zeichner / Colorist: Philip Cassirer


Story:
Der junge deutsche Comiczeichner Philip Cassirer sucht noch ein Thema für seine Diplom-Arbeit und entschließt sich, mit einigen Freunden durch Indien, Nepal und Bangladesch zu reisen. Die Erlebnisse reichen von Verdauungsschwierigkeiten in den Bergen bis hin zum  Drogenkonsum, schwierige Transportbedingungen und  widrige klimatische Einflüsse.

Meinung:

Reiseberichte in Comicform sind schon seit längerem nichts ungewöhnliches mehr. Hatte Joe Sacco mit seinen Reportagen im Comicformat schon für den Journalismus in Bildform die Lanze gebrochen, muss man besonders noch Guibert und Delisle erwähnen. Allein schon die Bände von Guy Delisle geben eine hohe Messlatte vor, an der sich im Grunde jede neue Veröffentlichung in diesem Bereich messen lassen muss. Aber allein schon deswegen und aufgrund der bislang sehr hohen Qualität solcher Berichte ist man auf neue immer wieder neugierig.

Vor allem wenn es in Was kostet ein Yak? um Indien geht und es sich um ein Debüt handelt. Schließlich kann man in Debüts so einiges entdecken. Schließlich muss der Autor und Zeichner in Personalunion noch keine Erwartungen der Leserschaft oder der Verleger erfüllen. Man kann sich etwas trauen und neue Wege suchen. Philip Cassirer ist mit einigen Freunden eine lange Zeit durch Indien und die Nachbarländer gereist und liefert nun in Comicform einen Reisebericht ab. So weit so gut. Allerdings führt schon die Perspektive, die sich zwangsläufig aus der Ausgangslage ergibt, zu einigen Schwierigkeiten bei dem Band.

Die Perspektive auf die bereisten Länder ist schon zwangsläufig eine andere als die eines Guy Delisle, da Cassirer als Tourist reiste und dementsprechend die Einsichten zwangsläufig oberflächlicher sind, als wenn man längere Zeit in dem entsprechenden Land lebt und arbeitet. Delisle hat einen genauen Einblick gewonnen, weil er lange Zeit in den jeweiligen Ländern verbrachte. Guibert recherchierte und Sacco suchte den Kontakt zu der Bevölkerung und brachte seine individuellen Eindrücke mit ein. All das kann Cassirer nicht, da er nie die recht eingeschränkte Sichtweise eines Touristen verlässt. Obwohl er die Exotik in den Cinemascope Panels gut wiedergeben kann, ist der Band doch eine ziemliche Enttäuschung. Man mag ihm Unrecht tun, da eben die schon erwähnte Messlatte hoch liegt, aber es kommt noch ein weiteres Problem zum Tragen.

Zum einen bringt er nämlich dem Leser Land und Leute nicht näher und zum anderen versagt er im Erzählen. Ersteres beschränkt sich auf die gelungenen Bilder. Aber da bleibt er auch stehen. Es ist alles Oberfläche und schöner Schein. Ein anekdotenhaftes Erzählen ist hingegen akzeptabel, denn wie soll man einen Tatsachenbericht ansonsten dramaturgisch greifbar machen? Wenn man schon keine genaue inhaltliche Zielsetzung verfolgt, sei es nun ein Bericht über die Arbeitswelt oder eine genaue journalistische Fragestellung, so kann man immerhin auf den anekdotenhaften und lustigen Erlebnissen aufbauen. Aber leider gibt es keinerlei Pointen und die Anekdoten haben weder einen richtigen Anfang und, noch schlimmer, kein richtiges Ende. Man wird hineingeworfen und die einzelnen Episoden haben keinerlei dramaturgischen Aufbau. Oft gibt es keine Lösung und keine Pointe und man fragt sich, warum das Erlebnis es wert war, hier aufgenommen zu werden. Sie führen einfach zu nichts. Man wundert sich nur noch wo eventuell fehlende Seiten abgeblieben sind und schließt den Band mit dem Gedanken „Wie, war es das schon?“. Schade. Da hätte man durchaus viel, viel mehr daraus machen können.



Fazit:
Angesichts der noch jungen aber beeindruckenden Tradition von Reiseberichten in Comicform ist dieser Band sehr vielversprechend. Leider ist er aber sehr oberflächlich und bringt dem Leser die Länder, die Leute und die Geschichte nicht näher. Das wäre noch zu verschmerzen, wenn das Erzählen funktionieren würde. Aber leider haben die Anekdoten kaum einmal ein richtiges Ende. Wie Witze ohne Pointen. Schade.

Was kostet ein Yak? - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Was kostet ein Yak?

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 14,90

ISBN 10:
3551785775

ISBN 13:
978-3-551-78577-0

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen in Cinemascope
Negativ aufgefallen
  • sehr oberflächlich
  • Anekdoten haben keine Pointen
  • Touristenperspektive wird nie verlassen
  • Land und Leute werden nicht näher gebracht
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Rezension vom: 18.04.2013
Kategorie: One Shots
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