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Comic-Besprechung - Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure Gesamtausgabe 9: Operation Opium

Geschichten:

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure - Gesamtausgabe Band 9

In serbischer Gefangenschaft
Autor
: Jean-Claude Laidin
Zeichner: Yvan Fernandez
Colorist: Jocelyne Charrance

Operation Opium
Autor
: Jean-Claude Laidin
Zeichner: Renaud Garreza
Colorist: Jocelyne Charrance



Story:
Im August 1995 werden Tanguy und Laverdure nach Italien geschickt, um die Italiener bei Aufklärungsflügen zu unterstützen. Schließlich ist das benachbarte Yugoslawien in Auflösung begriffen und es wird mit aller Härte und ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung gekämpft. Bei einem ersten Einsatz bemerkt Tanguy ein merkwürdiges Schiff, welches immer wieder auf Fotos und Radarsichtungen auftaucht. Noch ahnt keiner, dass sie einer serbischen Miliz auf die Spur gekommen sind und in große Gefahr geraten. Nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center beteiligt sich Frankreich an der Afghanistan-Mission und so ist es kein Wunder, dass die beiden Piloten Tanguy und Laverdure auch hier zum Einsatz kommen. Doch die vermeintliche Aufklärungsmission wird viel gefährlicher als gedacht, da die Taliban Raketen besitzen. Und so kommt es dann auch zu einem Abschuss und Tanguy gerät in Gefangenschaft.

Meinung:

Für eine Gesamtausgabe, und gerade bei den sonst sehr vorbildlichen von Ehapa, ist dieses Mal die Sonderausstattung sehr mager ausgefallen. Abgesehen von einem ansonsten recht interessanten, aber allzu kurzem Vorwort, ist kein Zusatzmaterial vorhanden. Leider ist auch mit nur zwei Abenteuern der Band im Verhältnis zu den anderen Bänden von Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure recht schmal ausgefallen, was aber von der Konzeption her recht stimmig ist. Schließlich hatte man damals nach dem Tod von Jean-Michel Charlier nicht mehr damit gerechnet, dass es überhaupt noch neue Abenteuer von Tanguy und Laverdure geben könnte. Sowohl der Autor als auch der Zeichner waren nicht mehr am Leben. Und so dauerte es einige Zeit, bis neue Abenteuer entstanden. Es macht Sinn, den Neuanfang in einem einzelnen Band zusammenzufassen und somit doch in der Chronologie zu bleiben. Schade nur, dass der seltene Band Der große Bluff aus lizenzrechtlichen Problemen hier nicht enthalten ist, so dass in der Gesamtausgabe also ein Band fehlt, der sowohl in Deutschland als auch in Frankreich Liebhaberpreise erlangt. Nach dem Tod von Charlier und dem Ableben von Jije, beides Legenden des franko-belgischen Comics und die maßgeblichen Schöpfer von Tanguy, war lange Jahre Funkstille um die beiden Piloten und die Maschinen blieben am Boden. Der erste Zeichner von Tanguy und Laverdure, niemand geringeres als Uderzo, hatte nun mit seiner Figur Asterix genug zu tun und wohl einfach keine Lust, neue Abenteur zu zeichnen.

Obwohl also die langjährigen Schöpfer nicht mehr in diesem Band vertreten sind, ist der Band mit seinen zwei albenlangen Abenteuern doch typisch und dürfte Fans erfreuen. Tanguy und Laverdure erleben Abenteuer in den Lüften und werden irgendwann auf den Boden gezwungen, auf dem sie noch mehr in Gefahr geraten, als sie es eh schon in der Luft sind. Der ganze Ablauf der Abenteuer ist doch schon relativ schematisch und Neuauflagen geraten oft in die Gefahr, altmodisch zu wirken, wenn sie altbekannte Strickmuster nur wiederholen. Sie bewegen sich immer auf dem schwierigen Grat, alte Fans zufrieden stellen zu müssen und anhand einer dezenten Modernisierung die alten Helden frisch genug erscheinen zu lassen, dass auch eine neue Leserschaft gewonnen
werden kann. Sind die Strukturen, die Helden und deren Charakter also im Vergleich zu den alten Abenteuern gleich geblieben, so ist es doch auffällig, dass die Abenteuer nun ziemlich politisch ausgefallen sind und sich an dem aktuellen Zeitgeschehen orientieren. Eine eindeutige politische Stellungnahme wird allerdings vermieden. Vor allem der Band Operation Opium der nach dem 11.9.2001 in Afghanistan spielt, bleibt schon fast merkwürdig neutral und macht gar nicht richtig deutlich, wer die Gegner haargenau sind. Da sind die Autoren etwas zu vorsichtig. In serbischer Gefangenschaft ist schon vom Titel her viel deutlicher und entwickelt ein ausgeprägtes Feindbild während der Balkankriege.

Auffällig sind die vielen Anspielungen, die gleichzeitig Hommagen sind, etwa an Uderzo, dem Zeichner der ersten Abenteuer, wenn nach der serbischen Gefangenschaft ein Bankett im Sinne von Asterix und Obelix abgehalten wird (die auch anwesend sind). Buck Danny kommt auch vorbeigeflogen und Felix the Kat ist auf dem Helm von Tanguy zu sehen. Selbstironische Spritzer peppen alles etwas auf.

Graphisch ist das alles gelungen und auch die Stories sind trotz des gewohnten Schemas spannend. Manchmal geht die Übersicht bei den Gesichtern und Maschinen aber etwas verloren, weil sich doch alle relativ ähneln. Insgesamt sind beide Abenteuer dezente Modernisierungen ohne auf typische Elemente zu verzichten. Insofern dürften sowohl alte Fans wie auch Leser die noch nicht sonderlich mit der Reihe vertraut sind, hier auf ihre Kosten kommen.



Fazit:
Vom Ablauf her zwar recht schematische Abenteuer, die dennoch spannend sind und auch vor tagesaktuellen Geschehnissen und Politik keinen Halt machen. Manchmal ist das etwas zu vorsichtig ausgefallen, aber dennoch lobenswert. Leider sind die Maschinen und Gesichter oft etwas verwechselbar, aber ansonsten sind die Zeichnungen sehr detailliert und dynamisch ausgefallen. Außerdem sind die beiden Abenteuer in Deutschland exklusiv in der Gesamtausgabe enthalten, was sie für den Fan zu einem Pflichtkauf machen.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure Gesamtausgabe 9: Operation Opium - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure Gesamtausgabe 9: Operation Opium

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Ehapa Comic Collection

Preis:
€ 24,99

ISBN 10:
3770435524

ISBN 13:
978-3-7704-3552-4

112 Seiten

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure Gesamtausgabe 9: Operation Opium bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • aktuelle Bezüge
  • Tempo und Spannung
  • nicht nur für Technikfreaks geeignet
Negativ aufgefallen
  • verwechselbare Antlitze
  • recht schematische Handlungsabläufe
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Rezension vom: 31.08.2012
Kategorie: Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure
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