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Comic-Besprechung - Milo Manara Werkausgabe 8: Die Reise des G. Bergmann - Ein Traum...vielleicht....

Geschichten:

Die Reisen des G. Bergmann - Ein Traum...vielleicht
Autor
, Zeichner: Milo Manara



Story:
Giuseppe Bergmann wird als Fahrer für eine kleine Gruppe, angeführt von der jungen und attraktiven Produzentin Fosca, engagiert, die sich auf die Suche nach einem verschwundenen Filmteam macht und das Material sicher stellen will. Die wenigen vorliegenden Bänder sind mysteriöserweise nur an den Orten anzusehen, an denen sie gedreht worden sind. Das ist allerdings nicht das einzig merkwürdige auf der Reise, die schließlich nach Indien führt, wo die ganze Reisegruppe eine Erleuchtung haben wird.

Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Auch der neue Band der Werkausgabe des großen italienischen Comicschöpfers Milo Manara im Panini Verlag ist sehr ansprechend gestaltet. Nicht nur das Format, in dem die Zeichnungen gut zur Geltung kommen, sondern auch die Zusatzmaterialien können sich sehen lassen. Wobei hier manches aufgrund der Zuteilung erstaunlich ist. Das Vorwort ist sehr gelungen und wirklich erhellend. Zusätzliche Graphiken sind immer schön, nur wollen sie thematisch nicht zu dem Band passen, da viele zu dem Band Ein indianischer Sommer gehören. Auch das Nachwort, angeblich von James Fenimore Cooper geschrieben, der aber schon lange, lange, lange tot ist, passt eher zu dem anderen Band und bleibt auch inhaltlich äußerst merkwürdig.

Äußerst merkwürdig. Das passt auch zu den Bergmann-Erzählungen von Manara, die für viele das Meisterwerk Manaras darstellt. Dieser Geschichtenzyklus ist nicht dramaturgisch stringent aufgebaut, sondern vielmehr ein assoziativer Rausch. Das gilt vor allem für den vorliegenden Band. Nicht umsonst heisst diese Erzählung ja auch Ein Traum - vielleicht. Gerade in den Bergmann-Erzählungen wird die Ähnlichkeit zu dem Regisseur Federico Fellini deutlich. Assoziativ, rätselhaft und Helden, welche die Alter Egos ihrer Schöpfer sind: sowohl Fellini als auch Manara haben diese Aspekte gemeinsam. Der Darsteller Marcello Mastroianni war das filmische Alter Ego von Fellini und Bergmann das "comicsche" von Manara. Die Ähnlichkeit und die gegenseitige Faszination dieser beiden Ausnahmekünstler erreichte ihren Höhepunkt in Die Reise nach Tulum, welche beide zusammen gestalteten.

Jedenfalls muss man für diesen Band schon ein Faible für diese assoziative, nicht stringente Erzählweise haben. Auch für inhaltliche Stoffe, die teilweise intellektuell sehr verbrämt sind, und ein hohes Maß an Esoterik und Mystizismus aufweisen. Wobei letzteres durch Manara kritisiert wird. Esoterik und Mystizismus wird bei Manara als Realitätsflucht entlarvt und spiegelt gleichzeitig die Enttäuschung darüber wieder. Denn die Realität kommt immer wieder und holt einen ein. Man kann ihr nicht entfliehen und die spirituelle Suche droht aus den Menschen Wracks zu machen, die nur noch für den nächsten Drogenrausch leben. Die sicherere Seite ist da das künstlerische Schaffen, welche viel mehr diese Sinnsuche thematisieren kann. Und sehr viel sicherer ist. Die Erotikpassagen kommen hier natürlch nicht zu kurz. Es ist schließlich ein Manara-Band, aber sie fügen sich nicht so ganz ein, wie in anderen Bänden. Hier geraten sie etwas zum Selbstzweck und sind, im Vergleich etwa zu Außer Kontrolle, sehr brav.

Interessant sind aber die Erfahrungen der Reisemitglieder, die sich deren ähneln, die der Ritter im fiktiven Film durchmacht und eine mystische Erfahrung von Tod, Wiedergeburt und Erleuchtung beinhaltet. Nur fällt die Erleuchtung gegen Ende für die Reisenden schon sehr bitter und schwarz aus. Die Erleuchtung besteht darin, dass man der Realität eben nicht entfliehen kann. So weit man auch kommt. Aber streckenweise ist der Band wie eine mystische Erfahrung, wie ein Traum: nämlich schwer greifbar. Aber ebenso faszinierend.



Fazit:
Auch der neue Band der Milo-Manara-Werkausgabe ist vorzüglich gestaltet, wobei manche der Extras zu Ein indianischer Sommer gehören und nicht zu Ein Traum - vielleicht. Aber von den Zeichnungen des italienischen Ausnahmekünstlers kann man nie bekommen und so nimmt man das gerne hin. Der Zyklus um Giuseppe Bergmann zählt mit zu den besten Werken Manaras, ist aber aufgrund der assoziativen Erzählweise und der esoterischen, mystischen Aspekte wohl nicht jedermanns Sache.

Milo Manara Werkausgabe 8: Die Reise des G. Bergmann - Ein Traum...vielleicht.... - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Milo Manara Werkausgabe 8: Die Reise des G. Bergmann - Ein Traum...vielleicht....

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 24,95

ISBN 10:
3862010651

ISBN 13:
978-3862010653

148 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • assoziatives Erzählen
  • Kritik an Esoterik
Negativ aufgefallen
  • erotische Szenen als Selbstzweck
  • assoziatives Erzählen
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Rezension vom: 08.06.2012
Kategorie: Milo Manara
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