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Comic-Besprechung - Avengers 7

Geschichten:
Ohne Titel (New Avengers 7)
Autor:
Brian Michael Bendis
Zeichner: Stuart Immonen
Tusche: Wade von Grawbadger
Farben: Laura Martin, Rain Beredo

Ohne Titel (New Avengers 8)
Autor:
Brian Michael Bendis
Zeichner: Daniel Acuna

Story:
Da steht man vor dem Trümmern des Hauses, welches eigentlich das neue Hauptquartier sein sollte. Die Rächer wären wahrscheinlich einfach in den nächsten Millionen teueren Wolkenkratzer umgezogen. Die New Avengers müssen mit dem Vorlieb nehmen, was sich ihnen bietet. Als dann aber beim gemütlichen Mittagessen die Gefahr besteht, dass sie doch von jemandem abhängen können, wirft sich Luke Cage gleich an die Front. Sehr zum Unmut seiner Frau und zum Vergnügen seiner Teamkameraden.

Zeit für eine Aussprache zwischen Luke und Jessica. Zum Team gehören möchte sie ja, aber ob als Superheldin oder Mutter ist für Mrs. Jones nicht so klar. Vielleicht muss ihr da jemand die Entscheidung abnehmen. Auftritt Dr. Doom!


Meinung:
Man ist wieder unter sich. Genauer gesagt haben jetzt die New Avengers den Avengers-Titel für sich alleine und die mächtigsten Heroen des Marvel-Universums retten jetzt die Welt im Avengers Special. Ein wenig Erleichterung macht sich erstmal breit, denn die Geschichte der Rächer hing zuletzt an der Serie wie ein Gewicht aus Blei. Können jetzt die New Avengers endlich ihren Platz im Rampenlicht einnehmen oder folgen sie dem qualitativen (Abwärts-)Pfad, den ihr Schwesterteam bereits gegangen ist?

Die Antwort, die die neuen Rächer geben ist ... sie machen erst einmal Pause. Eine wohl verdiente will man meinen, haben sie doch erst letzten Monat das Ende der Welt verhindert – wenn nicht sogar der gesamten Realität. Da ist es Zeit sich mal zurückzulehnen und die Ereignisse zu verarbeiten. Schade nur, dass das neue Hauptquartier dank des letzten Angriffs bereits eine Bauruine ist und die Leute von der Versicherung vor der Tür stehen.

Das erste Kapitel von Avengers 7 dient wirklich sehr schön dazu das Team als eine große unkomplizierte Familie zu etablieren. Im Gegensatz zu den originalen Rächern wirken sie weniger glattgestriegelt und gecastet, sondern mehr wie eine bunte Truppe, die lediglich ein gemeinsames Ziel eint: Das Böse zu bekämpfen. Die beste Szene kommt gleich zu Beginn, wenn die Patchwork-Truppe mitten in ihren zerrupften Räumlichkeiten gemeinsam am Mittagstisch sitzt. Kein anderes Bild könnte einen besseren Eindruck vermitteln, wofür die New Avengers im Gegensatz zu den anderen Avenger-Organisationen stehen. Man hätte selbst gerne Lust sich dazu zu setzen und einfach nur zuzusehen.

Man hört es schon raus aus dem Bisherigen. Viel passieren tut im ersten Kapitel nicht. Dafür kommen die unendlichen Sprechblasen des Brian Michael Bendis endlich mal zu gutem Nutzen. Die Dialoge sind locker und haben in Avengers 7 mehr als bloß eine Prise Humor. Zwar muss wieder die Loyalität von Victoria Hand hinterfragt werden, die sich eigentlich schon im letzten Heft als zuverlässig erwiesen hat. Doch die Kombination mit Spidey will man sich nicht entgehen lassen, insbesondere wenn man bedenkt, wer Victorias letzter Vorgesetzter war. Norman Osborn alias Iron Patriot alias der Grüne Kobold.

Nicht allein alte Treueverhältnisse machen Ärger, sondern auch die Tatsache, dass plötzlich Schecks ins Haus flattern. Aussteller ist kein geringerer als Steve Rogers, der damit den Mitgliedern der New Avengers sozusagen ihren Lohn zahlen will. Ohne darüber nachzudenken, ob seine Kameraden vielleicht auf das Geld angewiesen sein könnten, bekommt Luke Cage daraufhin einen Ausraster, der die Unabhängigkeit seines Teams gefährdet sieht. Eine angenehme Abwechslung mal wieder einen etwas hitzköpfigeren Anführer für ein Team zu haben, der sich in seine Rolle als Team-leader anscheinend noch nicht richtig eingefunden hat. Da muss ihm dann wohl seine Frau mal auf die Füße treten. Sympathische Konstellationen, die man hier ausmachen kann.

Ob diese Interpretation von Brian Michael Bendis so gewollt ist, lässt sich allerdings nicht deutlich genug ausmachen, weshalb man hier mit Überraschungen in die andere Richtung rechnen muss. Der Ton der Serie ist aber allemal gewollt, warum sonst würden eher augenzwinkernde Elemente aufgenommen, wie die Suche nach einem Kindermädchen (hier geschlechtsneutral verwendet) für Lukes und Jessicas Tochter. Da melden sich plötzlich so illustre Gestalten, wie D-Man oder Squirrel Girl. Das kann ja heiter werden.

In die gleiche lockere Kerbe schlägt auch der zweite Teil von Avengers. Luke und Jessica haben ein Date und wie das bei Superhelden so ist, haben sie wenig andere Themen, als ihr Heldendasein. Gerade die Frage, ob Jessica wieder aktiv als Mitglied im Rächerteam arbeiten soll, ist das zentrale Motiv der ganzen Episode. Kann sie das mit ihrer Rolle als Mutter überhaupt vereinbaren? Karrierefrauen würden ihr jetzt einiges husten, Freunde der Familie sie besorgt anschauen. Zum Glück erschöpft sich die Handlung nicht in dem kleinen tête-a-tête, was etwas zuviel des Guten gewesen wäre. Ein Angriff Dr. Dooms lockert alles etwas auf. Bei einem echten Date ein absoluter Killer, schießt bei Superheldenpärchen erst recht das Adrenalin ins Blut. Auch wenn es den Action-Level steigert und einige wichtige Weichen für die Zukunft bstellen soll, wird hier Dr. Doom als Gegner eigentlich komplett verheizt. Es hätte auch Schocker oder Boomerang oder Hydro oder sonst wer gereicht. Aber warum ausgerechnet so einen unmotivierten Angriff von Doom, der dann auch noch very undoomlike um sich schießt und mit Luke Cage rauft, als befänden sie sich auf dem Schulpausenhof? Hallo ... der Mann hat sich mit unsterblichen Göttern und wahrscheinlich jedem lebenden Helden des Marvelverse angelegt. Und jetzt benimmt er sich wie ein technologisch gepimpter Straßenschläger?!

Die Zeichnungen teilen sich diesmal unter Stuart Immonen und Daniel Acuna auf. Ersterer wird dann erst einmal seine Abschiedsvorstellung geben. Seine Arbeiten wird man demnächst in Fear Itself bewundern dürfen. Ein Glücksgriff für das nächste Event, ein Wehmutstropfen für die New Avengers, die fortan erstmal mit Mike Deodato werden auskommen müssen - was aber auch einige freuen wird.

Daniel Acuna hat, ebenso wie Immonen, einen sehr geschlossenen Stil. Im Gegensatz zu jenem arbeitet er aber statt mit Schraffuren oder starken Schatten mit Farbabstufungen, die einige seiner Bilder wie gemalt erscheinen lassen. Wie der zweite Teil beweist, gehen ihm damit nicht nur die ruhigen Szenen gut von der Hand, sondern ebenso die funkensprühende Action, wenn Dr. Doom erst mal richtig loslegt. Anerkennens- und begrüßenswert ist Acunas Darstellung des Oberschurken aus Latveria. Obwohl er storytechnisch verheizt wird, stimmt die Pose jedes Mal und wenn Dr. Doom zulangt, sieht es immer knallig aus. Dr. Doom würde begeistert sein, wenn er sich selbst so sehen könnte.


Fazit:
Beschauliche Ausgabe, nachdem zuletzt alles drunter und drüber gegangen ist. Actionfanatikern wird das zu öde sein, aber die vielen Charaktermomente tun den Helden einmal gut. Endlose Kloppereien würden sich ja sonst zum Superhero-Porn entwickeln. Mit dem kleinen Ehegespräch zwischen Luke Cage und Jessica Jones in der zweiten Hälfte meint es dann Brian Michael Bendis aber etwas zu gut.


Avengers 7 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Avengers 7

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 4,95

ISBN 10:
4- 192193-204955-07

52 Seiten

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Positiv aufgefallen
  • bunte Patchworktruppe
  • sympathische Charaktermomente
  • Dr. Doom und Daniel Acuna
Negativ aufgefallen
  • etwas actionarme Kost
  • Dr. Doom wird verheizt
  • bye, bye ... Stuart Immonen :-(
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2.5
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 15.09.2011
Kategorie: Die Rcher
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