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Comic-Besprechung - Kamikaze D`Amour [2010]

Geschichten:

Autor / Zeichner / Colorist: Jan Michael Richter (Jamiri)




Story:

In dem Cartoonband Kamikaze D`Amour behandelt Jamiri, wie es der Titel schon vermuten lässt, in größtenteils einseitigen Cartoons das Geschlechterverhältnis. Dafür dient exemplarisch seine Beziehung zu seiner Freundin und späteren Frau Beate. Sei es nun die unleidige Aufgabe das Katzenklo zu säubern, Geschirr zu spülen oder einfach nur mit dem Auto den Weg zu finden: gerade in Kleinigkeiten kann eine Beziehung auf die Probe gestellt werden.



Meinung:

Kamikaze D´Amour ist keine Neuauflage des gleichnamigen Bandes von 1999 (der damals bei Eichborn erschien). Die Gags sind vielmehr neu zusammengestellt und mit neuen Seiten angereichert. Auch wurden aus anderen, mittlerweile vergriffenen, Bänden Blätter entnommen und hier eingebunden. Das ergibt nicht nur eine mangelnde Chronologie (in manchen Gags sind Jamiri und Beate bereits verheiratet, in anderen nicht), sondern auch mehr eine Best-Of-Sammlung, denn ein eigenständiges Album. Das ist zwar etwas für Sammler, aber ein mulmiges Gefühl mit dem Geschmack von einer Resteverwertung bleibt schon bestehen.

Aber die Gags sind ausnahmslos gelungen. Das war gerade in den letzten Bänden nicht immer der Fall. Besonders in dem Arsenicum Album waren manch arg flach geraten. Normalerweise sind Pointen Zuspitzungen oder unerwartete Wendungen, welche den Witz in Cartoons ausmachen. Hier jedoch kommen die Pointen dadurch zustande, dass der Inhalt entschärft wird, die Situationen deeskaliert. Hochgestochenens zum Beispiel aus dem Bereich der Philosphie wird heruntergeholt auf den Boden der Tatsachen und durch diese Durchmischung und Gegenüberstellung von Anspruchsvollem und Banalem und Romantischem und Realem, macht den großen Reiz aus. So zum Beispiel wenn Jamiri in emotionalem Überschwang von der Musik von Debussy schwärmt und seine Freundin trocken entgegnet: "Die spezifische Dummheit der Deutschen, sagte Sebastian Haffner schon 1940, besteht weniger in einem Mangel an Verstand als vielmehr in einem Übermass an Emotion". Und wie reagiert Jamiri? Er weint!

Jamiri ist immer noch in jedem seiner Gags die Hauptperson, was aber keinen übergroßen Egotrip bedeutet, da er selber zur Hauptsache Opfer des Witzes ist. Er nimmt sich also nicht sonderlich ernst.

Stilistisch wurde hier noch nicht so viel mit dem PC gearbeitet, so das besonders in den Kleinigkeiten wie ein leicht ironisch verzogener Mundwinkel die Stärke der Zeichnungen liegen. Bei dem Computer erstellten Gags fällt zwar die bessere Kolorierung auf, aber die mimischen Feinheiten werden gröber.

Alle Inhalte der Gags liegen eng an den heutigen Lebensumständen und so entsteht das Gefühl, dass die Figuren des Bandes wie Kumpel für den Leser sind. Ein Nachteil könnte aber darin bestehen, dass nach einer Änderung der gesellschaftlichen Umstände manche Gags nicht mehr verständlich sein werden. Aber die Geschlechterrollen driften glücklicherweise nie in Klischees ab.



Fazit:

Keine Neuauflage, kein neuer Band, sondern eine Art "Best Of". Die Gags verdienen aber die Bzeichnung "Best Of". Auch wenn hier Geschlechter miteinander konfrontiert werden, rutscht der Band nie in Klischees ab.



Kamikaze D`Amour [2010] - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Kamikaze D`Amour [2010]

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Edition 52

Preis:
€ 15,00

ISBN 10:
393522981X

ISBN 13:
978-3935229814

55 Seiten

Kamikaze D`Amour [2010] bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • zeichnerische Feinheiten
  • Kolorierung
  • keine Klischees
  • eng am realen Leben
Negativ aufgefallen
  • Zusammenstellung
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Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 28.02.2011
Kategorie: One Shot
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