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Comic-Besprechung - Batman Sonderband 27: Azrael

Geschichten:

Die achte Todsünde (US-Ausgabe: Batman Annual 27 & Detective Comics Annual 11: The Eighth Deadly Sin  Okt.'09)
Autor: Fabian Nicieza Zeichner: Jim Calafiore, Tom Mandrake Inker: Mark McKenna Colorist: Nathan Eyring

Arkham Wiedergeburt (US-Ausgabe: Arkham Reborn 1-3  Dez.'09 - Feb.'10)
Autor: David Hine Zeichner: Jeremy Haun Inker: Jeremy Haun, Jack Purcell, John Lucas Colorist: John Kalisz



Story:

Ein geheimnisvoller Orden versucht eine jahrelange Prophezeiung zu erfüllen und damit das Ende der Kirche zu besiegeln. Um ihr Ziel zu erreichen benötigt, der Orden das Blut von sieben Kindern. Batman kommt den Machenschaften auf die Schliche und ersetzt eines der Kinder durch den verkleideten Robin. Azrael, der im Auftrag der Kirche handelt, soll das Treiben des Kults auch unterbinden. Es kommt zum Konflikt zwischen Batman und Azrael. Während der Auseinandersetzung gelingt es der Sekte, Robin zu entführen. Nun müssen Batman und Azrael zusammenarbeiten, denn die Zeit rennt und der Orden hat bereits alle Vorraussetzungen erfüllt, um die achte Todsünde zu erwecken und damit die Prophezeiung zu erfüllen.

Das neue Arkham Asylum steht kurz vor der Eröffnung. Doch plötzlich häufen sich die Unfälle und es scheint, als würde jemand die Wiedereröffnung sabotieren. Als dann auch noch Patienten aus ihren Zellen verschwinden wird schnell klar, dass jemand bereits während der Bauphase Vorkehrungen getroffen hat, um die Irrenanstalt für seine Pläne zu missbrauchen.



Meinung:

Die achte Todsünde beginnt ohne große Einleitung und konfrontiert den Leser gleich mit einem ermordeten Geistlichen. Ebenso schnell tritt Batman in Aktion und beginnt in dem Fall zu ermitteln. Fabian Nicieza fängt die Stimmung zwischen Batman und Robin gekonnt ein. In bissig ironischen und zum Teil witzigen Dialogen wird deutlich, dass die Beiden noch nicht lange zusammenarbeiten und sich das Team erst noch finden muss. Ebenso erfrischend wirken die verbalen Auseinandersetzungen während der gemeinsamen Ermittlungen. Hier vermittelt der Autor gekonnt die Unerfahrenheit der beiden Einzelgänger.

Leider sprengt der Umfang der Handlung die zur Verfügung stehenden Seiten. Dadurch wirken die Schlussfolgerungen zum Teil arg konstruiert. Immer wieder entsteht ein gehetzter Eindruck. Somit bleibt dem Leser wenig Zeit zu verschnaufen und er kann die deduktiven Schritte kaum nachvollziehen. Azraels Auftritt ist stimmig und befolgt die Regeln eines klassischen Team-Up's. Erst bekämpfen sich die beiden Hauptfiguren, um dann vor der allzu großen Gefahr, die Vorteile einer Zusammenarbeit zu erkennen.

Der Autor kristallisiert einige Aspekte des neuen Robins heraus, die verdeutlichen, welche extreme Ausbildung der zehnjährige über sich ergehen lassen musste. Selbst unter Drogen und mit verbundenen Augen verfügt er über eine erstklassige Orientierung. Hier wird deutlich, wie glücklich sich Gotham City fühlen kann, dass der Sohn von Bruce Wayne auf der richtigen Seite des Gesetzes steht.

Der geheime Kult und seine Motive sind solide ausgearbeitet, bieten jedoch auch keine Innovationen. La Saligia wirkt wie eine beliebig austauschbare fanatische Sekte, deren Taten man schon in ähnlicher Form in diversen Filmen und Comics verfolgen konnte.

Optisch präsentiert sich die Geschichte zweigeteilt. Den Auftakt zeichnet der Amerikaner Jim Calafiore. Sein Stil ist von einer klaren Strichführung geprägt und stellt Bewegungsabläufe durch mehrer Bilder der Person innerhalb eines Panels dar. Leider entrückt ihm dabei hin und wieder die Perspektive, so dass die Helden zum Teil unmögliche Manöver vollführen.

Die zweite Hälfte zeichnet Tom Mandrake. Er hat einen wesentlich düsteren Stil und arbeitet viel mit Schatten. Hinzu kommt, dass der Künstler bei Bildern von Robin immer wieder eine etwas andere Darstellung wählt und somit den Leser arg verwirrt. Durch diese sehr unterschiedlichen Zeichner entsteht beim Lesen ein störender Bruch.

Die Wiedergeburt der Arkham Irrenanstalt ist ein Psychothriller, der die Mitarbeiter der neuen Anstalt in den Mittelpunkt stellt. Insbesondere der Chef des Instituts, Jeremiah Arkham und seine Assistentin Alyce Sinner werden von David Hine intensiv charakterisiert. Mit Hilfe ihrer Gedanken und Tagebuchauszüge wird der Leser durch die verschiedenen Stadien des Chaos geleitet. Sinner, die hier ihr Comicdebüt gibt, wird beeindruckend umgesetzt. Man nimmt der Figur all ihre Facetten glaubhaft ab. Dennoch bleibt sie geheimnisvoll und so manches Motiv kann in der Zukunft weiter ausgebaut werden. Die Psychospiele, denen die Insassen ausgesetzt werden,  erinnern entfernt an die Foltermethoden aus dem Horrorfilm Saw. Allerdings hatten die Opfer im Film zu Beginn stets die Chance den Fallen zu entkommen. Im Comic besteht diese Möglichkeit nicht und so betrachtet der Leser schockiert, wie ein Insasse auf bestialische Weise Selbstmord begehen muss, um seine Qualen zu lindern. Das ist harter Stoff und eignet sich somit nicht für Kinder. Darüber hinaus hat das neu gegründete Gothamer Schutzkomitee einige Auftritte. Der Autor geht nur kurz auf die verschiedenen Mitglieder ein. Genauer werden diese Figuren in Batman 46 vorgestellt. Die Handlung ist eng mit der des Sonderbands verknüpft. Das geht sogar so weit, dass zum Teil exakt die gleichen Dialoge verwendet werden. Trotzdem kann man beide Veröffentlichungen unabhängig voneinander lesen und verstehen.

Die Zeichnungen von Jeremy Haun können überzeugen ohne zu begeistern. Mit einer klaren Linie und einer ausgewogenen Mischung von Portrait und Umgebungszeichnungen passt er sich dem Erzähltempo von David Hine an und betont die charakterbezogene Handlung. Seine Actioneinlagen sind souverän umgesetzt und selbst im großen Schlachtengetümmel setzt er geschickt Akzente, die das Auge zu den wesentlichen Stellen leiten. Durch seine Darstellung von halben Gesichtern am Panelrand entsteht der Eindruck, als hätten alle Charakter etwas zu verbergen. Die verschiedenen Verbrecher werden optisch sehr differenziert zu Papier gebracht. Insbesondere Killer Croc wirkt herrlich animalisch.



Fazit:

Zwei Geschichten wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Eine klassische Detektivgeschichte um einen fanatischen Orden und ein Psychothriller mit ausgefeilten Foltermethoden und starken Charakteren. Beide Geschichten können in manchen Aspekten überzeugen während sie in anderen Bereichen deutlich unter das Mittelmaß fallen. Dennoch ist die Zusammenstellung gelungen und der Leser bekommt für 16,95 Euro eine weit gefächerten Blick auf Gotham City, in dem so manche Figur auftaucht, die man ansonsten eher selten trifft. Diese Mischung unterhält und ist eine willkommene Abwechslung in der Riege der Batman Gegner.



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Batman Sonderband 27: Azrael

Autor der Besprechung:
Marcus Koppers

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16.95

148 Seiten

Batman Sonderband 27: Azrael bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • sehr unterschiedliche Geschichten
  • Findungsphase von Batman & Robin
  • gute Dialoge
Negativ aufgefallen
  • Zeichnerwechsel in der ersten Geschichte
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
4
(1 Stimme)
Bewertung
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Rezension vom: 28.11.2010
Kategorie: Batman
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