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Comic-Besprechung - Batman Sonderband 27: AzraelGeschichten: Die achte Todsünde (US-Ausgabe: Batman Annual 27 & Detective Comics Annual 11: The Eighth Deadly Sin Okt.'09) Story: Ein geheimnisvoller Orden versucht eine jahrelange Prophezeiung zu erfüllen und damit das Ende der Kirche zu besiegeln. Um ihr Ziel zu erreichen benötigt, der Orden das Blut von sieben Kindern. Batman kommt den Machenschaften auf die Schliche und ersetzt eines der Kinder durch den verkleideten Robin. Azrael, der im Auftrag der Kirche handelt, soll das Treiben des Kults auch unterbinden. Es kommt zum Konflikt zwischen Batman und Azrael. Während der Auseinandersetzung gelingt es der Sekte, Robin zu entführen. Nun müssen Batman und Azrael zusammenarbeiten, denn die Zeit rennt und der Orden hat bereits alle Vorraussetzungen erfüllt, um die achte Todsünde zu erwecken und damit die Prophezeiung zu erfüllen. Das neue Arkham Asylum steht kurz vor der Eröffnung. Doch plötzlich häufen sich die Unfälle und es scheint, als würde jemand die Wiedereröffnung sabotieren. Als dann auch noch Patienten aus ihren Zellen verschwinden wird schnell klar, dass jemand bereits während der Bauphase Vorkehrungen getroffen hat, um die Irrenanstalt für seine Pläne zu missbrauchen. Meinung: Die achte Todsünde beginnt ohne große Einleitung und konfrontiert
den Leser gleich mit einem ermordeten Geistlichen. Ebenso schnell tritt
Batman in Aktion und beginnt in dem Fall zu ermitteln. Fabian Nicieza
fängt die Stimmung zwischen Batman und Robin gekonnt ein. In bissig
ironischen und zum Teil witzigen Dialogen wird deutlich, dass die Beiden
noch nicht lange zusammenarbeiten und sich das Team erst noch finden
muss. Ebenso erfrischend wirken die verbalen Auseinandersetzungen
während der gemeinsamen Ermittlungen. Hier vermittelt der Autor gekonnt
die Unerfahrenheit der beiden Einzelgänger. Leider sprengt der
Umfang der Handlung die zur Verfügung stehenden Seiten. Dadurch wirken
die Schlussfolgerungen zum Teil arg konstruiert. Immer wieder entsteht
ein gehetzter Eindruck. Somit bleibt dem Leser wenig Zeit zu
verschnaufen und er kann die deduktiven Schritte kaum nachvollziehen.
Azraels Auftritt ist stimmig und befolgt die Regeln eines klassischen
Team-Up's. Erst bekämpfen sich die beiden Hauptfiguren, um dann vor der
allzu großen Gefahr, die Vorteile einer Zusammenarbeit zu erkennen. Der Autor kristallisiert einige Aspekte des neuen Robins heraus, die
verdeutlichen, welche extreme Ausbildung der zehnjährige über sich
ergehen lassen musste. Selbst unter Drogen und mit verbundenen Augen
verfügt er über eine erstklassige Orientierung. Hier wird deutlich, wie
glücklich sich Gotham City fühlen kann, dass der Sohn von Bruce Wayne
auf der richtigen Seite des Gesetzes steht. Der geheime Kult und seine Motive sind solide ausgearbeitet, bieten jedoch auch keine Innovationen. La Saligia
wirkt wie eine beliebig austauschbare fanatische Sekte, deren Taten man
schon in ähnlicher Form in diversen Filmen und Comics verfolgen konnte.
Optisch präsentiert sich die Geschichte zweigeteilt. Den Auftakt
zeichnet der Amerikaner Jim Calafiore. Sein Stil ist von einer klaren
Strichführung geprägt und stellt Bewegungsabläufe durch mehrer Bilder
der Person innerhalb eines Panels dar. Leider entrückt ihm dabei hin und
wieder die Perspektive, so dass die Helden zum Teil unmögliche Manöver
vollführen. Die zweite Hälfte zeichnet Tom Mandrake. Er hat einen
wesentlich düsteren Stil und arbeitet viel mit Schatten. Hinzu kommt,
dass der Künstler bei Bildern von Robin immer wieder eine etwas andere
Darstellung wählt und somit den Leser arg verwirrt. Durch diese sehr
unterschiedlichen Zeichner entsteht beim Lesen ein störender Bruch. Die Zeichnungen von Jeremy Haun können überzeugen ohne zu begeistern. Mit einer klaren Linie und einer ausgewogenen Mischung von Portrait und Umgebungszeichnungen passt er sich dem Erzähltempo von David Hine an und betont die charakterbezogene Handlung. Seine Actioneinlagen sind souverän umgesetzt und selbst im großen Schlachtengetümmel setzt er geschickt Akzente, die das Auge zu den wesentlichen Stellen leiten. Durch seine Darstellung von halben Gesichtern am Panelrand entsteht der Eindruck, als hätten alle Charakter etwas zu verbergen. Die verschiedenen Verbrecher werden optisch sehr differenziert zu Papier gebracht. Insbesondere Killer Croc wirkt herrlich animalisch. Fazit:
Zwei Geschichten wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Eine
klassische Detektivgeschichte um einen fanatischen Orden und ein
Psychothriller mit ausgefeilten Foltermethoden und starken Charakteren.
Beide Geschichten können in manchen Aspekten überzeugen während sie in
anderen Bereichen deutlich unter das Mittelmaß fallen. Dennoch ist die
Zusammenstellung gelungen und der Leser bekommt für 16,95 Euro eine weit
gefächerten Blick auf Gotham City, in dem so manche Figur auftaucht, die
man ansonsten eher selten trifft. Diese Mischung unterhält und ist eine
willkommene Abwechslung in der Riege der Batman Gegner. |
Batman Sonderband 27: Azrael Autor der Besprechung: Marcus Koppers Verlag: Paninicomics Preis: € 16.95 148 Seiten ![]() |
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| Rezension vom: | 28.11.2010 | ||||||
| Kategorie: | Batman | ||||||
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