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Comic-Besprechung - Dark Reign Special: Sinister Spider-Man

Geschichten:
Sinister Spider-Man (US- Ausgabe Sinister Spider-Man 1-4 August 2009 - November 2009)
Autor: Brian Reed, Zeichner: Chris Bachalo, Rob DiSalvo, Inker: Mark Irwin, Tony Wong, Tim Townsend, Jaime Mendoza, Jonathan Sibal, Rob DiSalvo, Colorist: Antonio Fabela, Chris Bachalo, Andres Mossa 

Story:
Mac Gargan, besser bekannt als Venom, hat es unter Norman Osborns Führung weit gebracht. Im Team der Dunklen Rächer übernimmt der Symbiontenträger die Rolle von Spider-Man. Die damit verbundene Kraft nutzt er schamlos aus. Spider-Man schleppt Groupies ab und stiehlt die sichergestellte Beute eines Bankraubs. Außerdem beklagen viele der von Spider-Man unschädlich gemachten Schurken, dass Ihnen Gliedmaßen fehlen. Denn Venom kann trotz seiner neuen Rolle nichts gegen seinen großen Hunger unternehmen. Sein Verhalten stößt dem Chef der Dunklen Rächer unangenehm auf und er versucht ihn an die kurze Leine zu nehmen. Doch Spider-Man verfolgt einen eigenen Plan. Er macht den ehemaligen Chef des Daily Bugle, J. Jonah Jameson, dafür verantwortlich, dass er auf die schiefe Bahn geraten ist und er giert nach Rache. Jameson ist inzwischen Bürgermeister von New York, doch an den kommt man als "ehrenwerter" Rächer leicht heran. Besonders wenn der Bürgermeister, Osborn um prominente Unterstützung bei der Bekämpfung eines Bandenkrieges bittet.

Die "Opfer" von Spider-Man schließen sich unterdessen in einer radikalen Selbsthilfegruppe zusammen und planen unter der Führung vom geheimnisvollen Redeemer Spider-Man von seinen Qualen zu erlösen. Und so kommt es zum unvermeidlichen Showdown zwischen den dunklen Rächern, kriminellen Banden und der Gruppe um den Redeemer.


Meinung:
Sinister Spider-Man sticht aus der Menge der Dark Reign Special Veröffentlichungen positiv heraus. Brian Reed hebt Spider-Man von seinem Sockel und demontiert den moralisch einwandfreien Helden nach Strich und Faden. Mac Gargan tritt das Motto von Spider-Man "Aus großer Kraft folgt große Verantwortung" mit Füßen. Er streicht sich die Beute aus vereitelten Überfällen ein, hängt in Strip Clubs ab und versetzt Berge, um seinen persönlichen Wunsch nach Rache zu erfüllen. Den Protagonisten dabei zu beobachten macht unglaublichen Spaß. Immer wieder denkt der Leser: "Das kann er doch nicht machen, immerhin ist das Spider-Man!" Und dann macht er es doch. Dieses Verhalten ist vergleichbar mit der Wandlung von Peter Parker in der dritten Spider-Man Verfilmung. Der Autor geht jedoch noch wesentlich weiter als es sich Hollywood getraut hat.

Die Gruppe um den verrückten Dr. Redeemer ist ein weiteres Bespiel für die kompromisslose Demontage der vertrauten Spider-Man Grundsätze. Die Mitglieder werden kurz mit ihrer Entstehungsgeschichte vorgestellt. Erst hat man den Eindruck, dass der Autor tief in den Archiven von Marvel gewühlt hat und einige der absurdesten Schurken ausgegraben hat, die das Marvel Universum zu bieten hat. Es gibt zum Beispiel ein Flusspferd aus dem New Yorker Zoo, das durch einen Evolutionsstrahl zu einem Halb-Menschen wurde. Das ist schönster Silver Age Trash. Doch ist Hippo gar kein Relikt aus alten Zeiten, sondern, ebenso wie die anderen Mitglieder der Selbsthilfegruppe, eine gelungene Neuerfindung, die perfekt zum Stil der Geschichte passt.

Brian Reed spickt seine Geschichte mit einigen Anspielungen auf andere Meilensteine der Comic Geschichte. So erinnert Doktor Everything stark an Dr. Manhattan aus "Watchmen". Doktor Everything leuchtet rot statt blau und damit das prüde Amerika keinen Anstoß an seiner Nacktheit nehmen kann ziert ein großer schwarzer "Zensiert- Balken" seine Lendengegend.

Spider-Man verfolgt seine Pläne souverän und spinnt ein Netz aus Intrigen um den neuen Bürgermeister. Der Gesamtzusammenhang wird erst am Ende deutlich, ist aber in sich schlüssig und konsequent erzählt. Im Showdown zwischen allen Fraktionen treibt der Autor seinen respektlosen Stil auf die Spitze. Ein Pudel wird zum tödlichen Wurfgeschoss und eröffnet den gewaltigen Endkampf. Hier fliegen die Fetzen im wahrsten Sinne des Wortes und auch Blut wird reichlich vergossen. Doch all dies ist letztendlich die Konsequenz eines Spider-Man ohne moralische Verpflichtungen und gesellschaftliche Zwänge.

Der Zeichenstil von Chris Bachalo passt sehr gut zum Inhalt. In schroffen Zeichnungen und dynamischen Panelanordnungen tragen die Bilder zum Fortschreiten der Geschichte bei ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Nur in manchen Actionszenen verliert man durch den Einsatz von extremen Nahaufnahmen leicht den Überblick. Die Charaktere werden glaubwürdig dargestellt und es macht besonderen Spaß sich die verschiedenen Grimassen bei den Wutausbrüchen von J. Jonah Jameson anzusehen.
Der Künstler schafft es die Charaktereigenschaften der Hauptfiguren durch ihre Erscheinung wiederzuspiegeln. Spider-Man ist eine wuchtige Urgewalt, die sich erbarmungslos durch die Straßenschluchten von New York schwingt. Daken Akihiro alias Wolverine hingegen wirkt linkisch und agil. Der Reedemer ist ein kleiner unscheinbarer Zeitgenosse, der mit jeder Pose sein mangelndes Selbstbewusstsein verdeutlicht.

Fazit:
Sinister Spider-Man ist in erster Linie eine Geschichte über einen geschickt umgesetzten Racheplan. Der Dark Reign Zusammenhang tritt in den Hintergrund, doch das schadet der Geschichte nicht im Geringsten. Darüber hinaus springt die Freude, die der Autor beim Entwurf dieses Anti-Spider-Man hatte, auf den Leser über. Das Artwork ist überzeugend und passt gut zum Inhalt. Nur die Nahaufnahmen während der Kampfszenen fallen negativ auf. Nach der Lektüre von Sinsiter Spider-Man wünscht man sich, dass Peter Parker auch mal so die Sau rauslassen kann wie es Mac Gargan hier tut.

Dark Reign Special: Sinister Spider-Man - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Dark Reign Special: Sinister Spider-Man

Autor der Besprechung:
Marcus Koppers

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 12.95

100 Seiten

Dark Reign Special: Sinister Spider-Man bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Demontage von Spider-Man
  • Silver Age Trash
Negativ aufgefallen
  • Extreme Nahaufnamen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
5
(1 Stimme)
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Rezension vom: 13.07.2010
Kategorie: Dark Reign
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