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Comic-Besprechung - Excalibur 5: Das prächtige Ys

Geschichten:
Autor: Arleston & Melanyn; Zeichner: Hübsch, Colorist: Lebreton

Story:
Nachdem Gwynned und Merlin Rom aufgemischt und ihr Abenteuer in den Alpen gut überstanden haben, kommen sie nun in der Bretagne an und überlegen wie sie die Reise nach Irland fortsetzen wollen. Gerade Merlin wünscht sich, jede Bootsfahrt vermeiden zu können. Wer die Reihe kennt, weiß, dass Merlin das Wasser scheut wie der Teufel das Weihwasser. Allerdings kommen Gwynned nun langsam Zweifel, ob ihr angestrebtes Ziel (die Magie wieder herzustellen und das Christentum in seine Schranken zu weisen) überhaupt realisierbar ist. Doch bevor sie in Melancholie versinken können, werden die Ritterin, der Zauberer und der mitreisende Kobold wieder in ein Abenteuer geworfen: eine Prinzessin ist verschwunden und der König wird durch Verschwörer bedroht. Nachdem Gwynned und ihre Gefährten in das Intrigenspiel hineingezogen wurden, müssen sie sich nicht nur gegen die Gegner erwehren, sondern auch noch so schnell wie möglich die Prinzessin finden.


Meinung:

Den Finix Verlag kann man gar nicht genug loben. Sein Ziel, in anderen Verlagen begonnene Serien zu einem Abschluß zu bringen, ist ein hervorragendes Vorhaben. So kommt man nun auch in den Genuß des fünften Bandes von Excalibur (Band 6 ist schon geplant), das seinerzeit bei Carlsen erschien. Allerdings erscheinen die Bände in einer geringen Auflage. Im Falle von Excalibur 5 sind die Exemplare erstmal auf 1.500 limitiert. Bei Interesse sollte man also schnell zugreifen. Die geringe Auflagenzahl erklärt sich dadurch, dass der Finix Verlag auf einem Verein basiert und seine Veröffentlichungen durch Sponsoren und Vereinsmitgliederzahlungen finanziert. Dabei sind die Veröffentlichungen von hoher Qualität: gutes Papier, ordentlicher Druck und klares Lettering.

Auf den ersten Blick ist die Story aus der Feder von Arleston (der unter anderem auch "Lanfeust von Troy", "Morea" und die "Meisterkartographen" verfasst hat) in diesem Band eher konventionell gestrickt. So kennt man sie aus hunderten von Ritterfilmen, -büchern und -comics. Eine Intrige gegen den König, eine bedrohte Prinzessin (natürlich Jungfrau und tugendhaft), ein nicht standesgemäßer Liebhaber, fiese Intriganten und unschuldig in das Geschehen verwickelte Helden. So weit, so bekannt, so alt, eben Mittelalter(alt).

Aber wie hier mit den Archetypen, Legenden, Images und Klischees gespielt wird, ist einfach köstlich arrangiert. So wird das klassische Lanzenstechen kurzerhand in eine Kneipe verlegt und aus dem Wettstreit mit Waffen wird ein Wetttrinken. Und kurz bevor der Unterlegene sturzbetrunken auf den Tisch fällt, sagt er noch: "Sire Merlin, Eure Standfestigkeit ist bewundernswert! Euer Sieg ist unbestritten, und ich, Ritter Lanbihout, werde auf ewig euer Diener sein!" Das hätte Prinz  Eisenherz nicht besser sagen können. Weitere richtig schöne Ideen spielen mit den Mittelalterklischees: der schwer gepanzerte Ritter hat ein Echo im Helm und der Oberbösewicht trägt ausgerechnet eine Blümchenunterhose und nicht schwarze Kleidung.

Am besten sind aber noch die Dialoge. Wie sich Gwynned und Merlin Wortgefechte liefern, erinnert im besten Sinne an die Screwballcomedies der vierziger Jahre. Auch wenn sich ihre Streitthemen in den ganzen fünf Bänden kaum ändern (Merlins Verweigerung des Wassers, egal ob trinkbar oder zum Waschen und Gwynneds Jungfräulichkeit), vermeidet Arleston eine Redundanz, sondern verleiht dem im Sinne eines Running Gags immer neue Facetten.

Trotzdem ist der Band eher nichts für die Jüngeren, denn wie auch in Lanfeust sind hier so manche Splattereinlagen zu finden und Körperteile fliegen durch die Gegend. Inwieweit das in einer Parodie angemessen ist, mag dahin gestellt sein. In der Mißachtung der meist weichgespülten Action in den Medien über Mittelalter funktioniert es hier aber gut. Es war eben nicht alles eitel Sonnenschein.

Die Zeichnungen wirken zwar manchmal etwas ungelenk, aber indem sie sich jeglichem Naturalismus verweigern, verstärken sie die parodistische Absicht. Sie können dabei aber auch für manchen etwas gewöhnungsbedürftig sein. Sie sind weder realitisch gehalten, besonders nicht naturalistisch, noch im reinen Funnystil. Vielmehr bleibt der Stil zwischen den beiden Richtungen etwas hängen, teils Funny (besonders bei den Charakteren), teils realistisch (im Dekor). Insofern aber unterstützen sie den Inhalt, der von heiteren Aspekten zu exzessiver Gewalt wechseln kann. Der besondere Reiz liegt in den zeichnerischen Details: wie z.B. das Pferd auf Seite 20 in Geste und Haltung dem Reiter ähnelt ist einfach herrlich und wird oft viel zu schnell übersehen.

Generell liegt diese Serie sehr in der Tradition des Artusstoffes, wie er schon in mittelalterlichen Schriften, aber auch in modernen Filmen wie "Excalibur" anzutreffen ist: den Übergang vom animistischen, heidnischen, magischem Glauben zum Christentum. Merlin steht in den alten Sagen für das Heidnische respektive Magische, der noch dem Animismus anhängt (Beseelung der Natur, Geister, Dämonen, Polytheismus). Artus nimmt er vorrangig unter seine Fittiche, um ihn in seinem Sinne zu erziehen. Artus wendet sich aber dem Christentum zu, was besonders durch die Suche nach dem Heiligen Gral auf die Spitze getrieben wird. Zu diesem Zeitpunkt ist Merlin schon in seinem Felsengefängnis eingeschlossen und verschwindet aus der Sage. In der Serie "Excalibur" nun, kommt er wieder zurück, um die Magie in die Welt zurückzubringen. Die Sympathie in der Comicserie liegt dabei eindeutig auf Seiten der Magie und bezaubert den Leser damit.



Fazit:
Hervorragende Mittelalterparodie, die sich in die jahrhundertelange Tradition des Artusstoffes eingliedert.

Excalibur 5: Das prächtige Ys - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Excalibur 5: Das prächtige Ys

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Finix Comics

Preis:
€ 11,80

ISBN 10:
3-941236-23-3

ISBN 13:
978-3-941236-23-3

48 Seiten

Excalibur 5: Das prächtige Ys bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Dialoge
  • Liebevolle zeichnerische Details
  • Das Spielen mit Klischees
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(7 Stimmen)
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Rezension vom: 25.01.2010
Kategorie: Excalibur
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