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Zebra Newsletter 45

ZEBRA-Newsletter # 45 (Januar 2023)       

VORWÄRTS! 
Nach zwei Jahren voller abgesagter Termine und virtueller Begegnungen fährt das öffentliche Leben langsam wieder hoch, auch wenn die Corona-Pandemie noch nicht ganz überstanden ist.  
In einer Mischung aus umgebremstem Optimismus, kühner Todesverachtung und hybrider Selbstsicherheit wächst der Andrang bei beliebten Veranstaltungen stetig.   
Anfang Oktober 2022 lockte die Spiele-Messe Essen (diesmal ohne ComicAction, aber noch mit Artist Alley) etwa 147.000 Besucherinnen und Besucher an (2021: 93.600), die Frankfurter Buchmesse (mit wenig Comic-Verlagen, aber mit Finale der Deutschen Cosplaymeisterschaft) Mitte Oktober zirka 180.000 (2021: 73.500). (Buchmesse-Sonderbericht siehe unten)  
Und zur Comic Con Stuttgart im November (mit Attraktionen aus dem Kultur-Bereich von Game of Thrones bis Star Wars) kamen mit 33.000 etwa doppelt so viele Gäste wie im Vorjahr. 
Zum Wieslocher Weinfest Anfang September gingen wahrscheinlich fast alle 26.000 Einwohnerinnen und Einwohner der nord-baden-württembergischen Stadt, denn die Wieslocher Comictage, die gleichzeitig stattfanden, waren nur schwach besucht. 
Dabei hatten die Comictage-Veranstalter ein attraktives Programm auf die Beine gestellt, mit Vorträgen, Workshops, Preisverleihung und Ausstellungen (unter anderem über Tarzan in Buch, Film & Comic, über das mit dem ICOM Independent Comic Preis ausgezeichnete Opus "München 1945" und eine große Werkschau von ZEBRA-Mitarbeiter Haggi (HARTMUT, DIE LÖSUNG VON KRINGELN, ABENTEUER VOM LIEBEN GOTT)! 

Abb. 1: Zeichnung von Haggi   

Die Kölner Comic-Messe (traditioneller Herbst-Termin: Anfang November) hätte sicher auch mit steigender Nachfrage rechnen können - wenn sie nicht vorher abgesagt worden wäre. Die Messe soll 2023 wieder stattfinden, nur an besserem, schönerem, günstigerem Veranstaltungsort als in der Stadthalle in Köln-Mülheim. 
Die Absage war anscheinend ein so großer Schock für den Betreiber der Halle, dass sie kurz darauf nicht nur den Besitzer gewechselt hat, sondern auch umbenannt wurde von Stadthalle Mülheim in Stadthalle Köln. 


ICH WAR DA! - DER INTIME BUCHMESSEN-REPORT
von 
ZEBRA-Herausgeber Georg K. Berres
Frankfurt erwartete mich mit leisem Nieselregen. Und obwohl aus allen Himmelsrichtungen die Massen zum Haupteingang Lemming gleich nur so strömten, verlief die Abfertigung beim Einlass ohne große Verzögerung und ohne umfangreiche Sicherheitskontrollen. Da keine Maskenpflicht vorgeschrieben war, lief auch kaum jemand der Besucher „vermummt“ herum. Stets weiter bewegte sich der Pulk zu den Hallen 3, 4 und 6 um dort auseinander zu driften. 
Mein Bestreben war es, ein paar geschäftliche Kontakte zu pflegen und womöglich neue herzustellen. 
Dazu traf ich mich mit den drei sympathischen Macherinnen der Kinderzeitschrift GECKO, in der seit 2010 meine Dominik & Jan – Geschichten erscheinen, und die sich begeistert zeigten von der aktuellen Idee, die Jungs mal zum Friseur zu schicken. 
Um die Ecke präsentierte Tom Eigenhufe, der Illustrator dieser meiner Storys, eine umfangreiche Ausstellung der elf spanischen Künstler, mit denen er zusammen einen variantenreichen Wandkalender für 2023 produziert hatte. 
Für die Aufzeichnung eines Interviews arbeitete ein Techniker sich daran ab, Mikros optimal zu positionieren. Dank meiner langjährigen Erfahrung beim WDR-Hörfunk konnte ich ihm dabei hilfreich assistieren.
Nach mehreren Anläufen gelang mir auch ein Gespräch mit einer Redakteurin bei Carlsen / Lappan. Ob sich letztlich ein oder zwei Projekte tatsächlich verwirklichen lassen, muss allerdings abgewartet werden; in den großen Verlagen reden bei Entscheidungen ja immer tausend Verantwortliche mit.
Und was fiel mir sonst noch auf bei meinen zahllosen Runden durch die Gänge?
Früher hatten sich die französischen B.D.-Editeurs eigene Präsentationsflächen gegönnt, jetzt war die Verlagslandschaft arg zusammen geschmolzen und konzentrierte sich auf einen Gemeinschaftsstand; ich konnte kaum mehr als zwei Kataloge abgreifen. 
Wie immer hatte die Illustratoren Organisation (IO) einen dicken Stand, an dem man mit Info-Material und Gratis-Postkarten potenzielle Mitglieder umwarb. 
Die angesagten Literaten wurden auf dem gewohnten blauen Sofa mehr oder weniger fundiert interviewt und von ihren Verlagen verhätschelt. Am Stand der Selfpublisher wartete eine Schlange weiblicher Fans geduldig auf Autogramme. Selbsthilfe-Bücher zum Thema „Korbflechten mit Papierstreifen“ oder „Sandalenwerkstatt“ boten sich stapelweise auch dem uninteressiertesten Zuschauer an. Fantasy-Autorinnen ließen sich gleich grüppchenweise in engen Bühnenecken aushorchen. An den Kojen der Esoterik-Bereiche wurde provokant 
„Spinnerei oder nicht?“ gefragt, aber wenig glaubhaft geantwortet. Und nicht nur Schriftwerke und Audio-Bücher waren im Angebot, auch Plüschfiguren und Klangschalen. 
Als ich die Messehallen und dann auch Frankfurt verließ, sprühte mir der Regen einen sicher nur gut gemeinten feuchten Abschiedsgruß hinterher. 


SEHEN - LESEN - FREUEN ! 
Nach einer längeren Durststrecke aufgrund technischer Probleme werden inzwischen wieder regelmäßig Comics und Cartoons auf unserer beliebten Internet-Präsenz "Zebra-Comics" veröffentlicht - zumindestens bis zur nächsten Technik-, Programm- oder anderen Krise. Der jüngste Zyklus aus unserer von Insidern geschätzten Reihe von Episoden aus dem Comic-Zeichner-Alltag zeigt die ZEBRA-Crew unterwegs auf Tournee, in andere Länder und zu den Schauplätzen berühmter Comics - quasi ein Reiseblog in Comicform. Zusätzlich sehen wir zwischendurch, was die Daheimgebliebenen so treiben.  
Unsere Science Fiction-Serie COMMANDER CORK wird monatlich im Gringo-Logbuch und potenziell vierteljährlich im GRINGO-MAG fortgeführt, dort zuletzt (in Nr. 3/2022) mit einer komplett digital kolorierten Folge!   

Abb. 2: Bild aus "Auf riskanter Tauchfahrt"  

Einen Farb-Cartoon von ZEBRA-Mitarbeiter Rudolph Perez gibt es in Nr. 25 von Joachim Guhdes SPRÜHENDE PHANTASIE zu sehen, dem schärfsten ZEBRA-Konkurrenz-Blatt, das nach größerer Unterbrechung jetzt wieder halbjährlich erscheinen soll. 

Auf dem Weg in die publizistische Unsterblichkeit hat ZEBRA, das zeitlose Magazin, eine weitere Stufe erklommen: 
unserem ZEBRA -Mitarbeiter Volker Reiche (Z 5 und 12 bis 16) hat der Carlsen-Verlag einen Band seiner Bibliothek der Comic-Klassiker gewidmet, genauer gesagt seiner Serie STRIZZ.  
Auf 275 großformatigen Seiten präsentiert der Wälzer die besten, schönsten, lustigsten STRIZZ-Episoden aus der F.A.Z., Die vormals schwarzweißen Daylies wurden dezent nachkoloriert. Das Vorwort stammt von FAZ-Redakteur Andreas Platthaus, das Nachwort von Reiche himself. Und einen Schuber gibts noch obendrauf. Ein Juwel!  

Abb. 3: STRIZZ von Volker Reiche

Auch in Sachen Prosa waren wir nicht untätig. 
In einer Art Koproduktion mit dem Rowohlt-Verlag erscheint als Rowohlt Taschenbuch 01015 (272 S.) die Anthologie "Weihnachtsgeschichten am Kamin 37", gesammelt von Barbara Mürmann, mit einer passenden Kurzgeschichte von ZEBRA-Herausgeber Georg K. Berres. 
Und im Buch "Was ist Heimat?" (SC, DIN A5-Format, 126 S.) hat GKB ein Gedicht veröffentlicht, das den umtriebigen Autor von seiner heimatverbundenen Seite zeigt. 
Siehe folgende Sonderberichte:   

MESSER & GABI  
Anfang November publiziert der Rowohlt-Verlag - wie seit vielen Jahren - das saisonale Taschenbuch „Weihnachtsgeschichten am Kamin“, 2022 bereits die Nummer 37. Und diesmal beinhaltet es eine Story von Georg K. Berres: „Weihnachtsmenü – mal anders“.
Eigentlich entstand die Idee schon 2015, als GKB für den Kinderfunk des BR arbeitete. 
Doch dann musste der Sender für seinen großen Umbau sparen und der damals fertige Text schaffte es nicht mehr in die Produktion. Zum Glück suchte die zuständige rororo-Redakteurin jetzt noch Material für ihre Advents-Bücherei. Für diese Veröffentlichung änderte der Autor das kindliche „Mama“ in ein erwachsenes „Mutter“ – und fertig war die neue Fassung.

WAS DER SEEMANN VERLÄSST (in 6 Buchstaben)  
Nicht nur Frankfurt und Leipzig protzen mit ihrer Buchmesse, auch Bonn hat ähnliches zu bieten. Die Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur des Ev. Kirchenkreises Bonn gab 1998 den Impuls für die erste „Bonner Buchmesse Migration“, die keine kommerziellen Ziele verfolgt und zu großen Teilen ehrenamtlich getragen wird. Sie will den Themen Flucht, Empathie und 
Zusammenleben der Kulturen einen Rahmen geben. 
Heuer zum 13. Mal waren Autorinnen und Autoren im deutschsprachigen Raum aufgerufen, zum diesjährigen Motto „Was ist Heimat?“ Prosa- und Lyrik-Beiträge einzureichen. 
ZEBRA-Herausgeber Georg K. Berres ließ es sich nicht nehmen, ein paar ureigene Worte beizusteuern. Sein 8-strophige Werk hebt an mit diesen Zeilen: 
Heimat
wo ich auf dem Schulhof Zirkus spielte,
eine Brille bekam, weil ich arg schielte,
wo ich stolz ein Baumhaus baute,
auf Erwachs’ne runter schaute.
Der Veranstalter konstatierte ihm „Mut und kreative Offenheit“, gestand ihm allerdings keinen Preis zu, lediglich die Veröffentlichung in der traditionellen Anthologie, die ausgewählte Beiträge aus den Kategorien Erzählung und Lyrik des Literaturwettbewerbs beinhaltet. 
Am ersten Wochenende im November war die Bevölkerung eingeladen ins Haus der Geschichte zu Vorträgen, Lesungen, Gesprächen und Konzerten. Am Samstag Nachmittag kam es im großen Saal – inmitten der engagierten Gutmenschen – zur Preisverleihung, zu der fast alle Preisträger erschienen und ihre Texte lasen. War jemand nicht anwesend, übernahm der Moderator kompetent diese Aufgabe. 
Nachdem das obligatorische Gruppenbild der Gewinner geschossen war, muckten einige Autorinnen bei den Organisatoren auf, weil sie auf der Veranstaltung nicht namentlich genannt worden waren, obwohl sie ja doch in der Anthologie abgedruckt seien!
GKB schloss sich diesem Protest nicht an, er ließ sich bloß ein paar Blümchen sowie sein Frei-Exemplar überreichen, dankte und ging.
© 2022 by GKB

Abb. 4: Die Heimat des Zebras 


HERR OBER, ZAHLEN BITTEt! 
Neben den (mehr oder weniger gut) honorierten Veröffentlichungen möchten wir auch auf eine prämierte Publikation von ZEBRA-Mitarbeitern hinweisen. 
Beim Mathematik Cartoon Preis 2022 haben wir sozusagen die SIlbermedaille errungen. Damit hatten wir gar nicht gerechnet! 
Erst sollte unser Cartoon die Kneipe "Bei Euklid" zeigen, mit Schild an der Tür "Parallelen müssen draußen bleiben" - weil in der euklidischen Geometrie Parallelen ja nicht einander treffen können. Aber das war uns zu negativ. Deshalb haben wir die Bar "Zur Unendlichkeit" aufgemacht. Da können die Parallelen sich treffen - nach nicht-euklidischer Geometrie! 

Abb. 5: der ausgezeichnete Mathe-Cartoon 

Eigener Sonderbericht 
von
Georg K. Berres: 
An einem sonnigen (meteorologisch „trüb“ definiertem) Nachmittag Mitte September mache ich mich auf den Weg zur Freien Universität Berlin, im Südwesten der Stadt nahe Dahlem-Dorf gelegen, welches seine Bezeichnung „Dorf“ nicht von ungefähr trägt. Im idyllischen Grün beherbergen ehemalige Villen und moderne Glas-Beton-Bauten die verschiedenen Disziplinen der FU: Physik, Orientalistik und auch Mathematik. 
Im Rahmen einer einwöchigen Jahrestagung verleiht die Deutsche Mathematiker Vereinigung in ihrem großen Hörsaal den Mathematik Cartoon-Preis 2022. 
Wir - Rudolph Perez und ich, Georg K. Berres, - haben dabei den 2. Platz errungen mit unserer Zeichnung „Parallelen“, und ich bin ausersehen, die Trophäe persönlich in Empfang zu nehmen. Zusätzlich gönne ich mir natürlich noch zwei freie Tage Hauptstadt inklusive Kultur (Erik Gedeons Songdrama »Ewig jung« im Renaissance-Theater). 
Seit 2008 existiert die internationale Ausschreibung, bei der dieses Jahr 174 Cartoonisten aus Deutschland, dem Iran, dem vereinigten Königreich, ja quasi aus aller Welt insgesamt 511 Werke eingereicht haben. 
Nach diversen Vorlesungen, Colloquien und Diskussionen der ersten beiden Tage werden am Dienstagabend die Schülerinnen und Schüler des Bundeswettbewerbs Mathematik für ihre Leistungen ausgezeichnet, danach die Cartoonisten.
Im wenig glamourösen Hörsaal, den zu dieser Stunde nur noch circa drei Handvoll Zuschauer bevölkern, wirft ein Beamer über die Köpfe der Anwesenden hinweg die preisgekrönten Zeichnungen an die Wand. Sechs Einsendungen ernten eine lobende Erwähnung. Einer dieser Erwähnten ist angereist, der jugendliche Student der Mathematik Lennart Finke aus Bad Driburg, der demnächst sein Studium in Japan fortsetzt und gegen Mitternacht wieder verschwindet nach Göttingen, seiner Universitätsstadt. Die komplexe Formel in seinem Bild „Der Integritätsring“ lasse ich mir - genau wie den Titel – erklären, sehe mich allerdings außer Stande, diese Information hier an die geneigte Leserin / den Leser weiter zu reichen. 
Aufgrund der anhaltend spezifischen Gespräche ringsum, denen ich im Lauf des Abends so fasziniert wie verständnislos lausche, gewinne ich zu Recht den Eindruck, neben den Fotografen und Presseleuten der einzige Fachfremde auf der Veranstaltung zu sein.
Durch die feierliche (Meinung des Veranstalters) Preisverleihung führt der sympathische Professor Günter M. Ziegler, Präsident der FU Berlin und Mitglied des Präsidiums der DMV, sichtlich locker und souverän.
Als er mir die Urkunde, den bunten Sommerblumenstrauß und sein Mikrofon in die Hände drückt, danke ich mit wohl gesetzten Worten den Organisatoren, der DMV sowie den Partnern des Events, Toonpool, der weltgrößten Community für Cartoons und Karikaturen, sowie IMAGINARY, der Plattform für Mathe-Enthusiasten. Auch im Namen des Co-Autoren und Illustrators Rudolph Perez.
Meine Bemerkung, die Jury habe gute Arbeit geleistet, sorgt für entspannte Heiterkeit im Saal. Ferner gebe ich mich überrascht, einen Preis zu erhalten: Mein Verhältnis zur Mathematik sei nicht ungetrübt: „Die Probleme begannen schon in der Grundschule, als wir Addieren lernen sollten und mir dafür recht bald die Fingerchen ausgingen.“ Doch diese Auszeichnung hätte mich ein bisschen versöhnt mit Mathe.

Abb. 6: Foto von der Preisübergabe   

Der 1. Preis geht an die rotschopfige, bereits vielfach dekorierte (u.a. 2016 mit dem Max-und-Moritz-Preis für den Webcomic „Das Hochhaus. 102 Etagen Leben“) Berliner Illustratorin, Autorin und Architektin („mit Abschluss!“, wie sie nachdrücklich betont) Katharina Greve für ihre Zeichnung „Penrose-Treppe“ (Nicht-Mathematikern vielleicht als M. C. Escher-Treppe geläufig). Wir gratulieren uns gegenseitig.
Der anschließende VIP-Empfang findet in einer historischen Dahlemer FU-Villa statt, in der die Mathematiker logieren und ansonsten die Arbeitsgruppe »Diskrete Geometrie« tagt. Das Buffet trumpft auf mit sog. „elaborierter Bewirtung“, die sich als ein übersichtlicher Vorrat an Häppchen, Fingerfood, Gemüsestick-Gläsern und Salat-Bowls präsentiert und verdächtig vegetarisch daherkommt.
Nach ausgiebigen Besuchen des Buffets, drei Prosecci, dem Plausch mit Jung-Mathematiker Lennart, einem sehr gut gelaunten Alt-Mathe-Prof, der mir sogar seine Gattin vorstellt, mit Prof. Ziegler, dem Präsidenten der FU, und dem rührigen Pressesprecher Thomas Vogt, der stolz auf seine eigene Publikation hinweist, wandere ich heiter durch eine lauschige Herbstnacht über holpriges Kopfsteinpflaster zur abgelegenen U-Bahn-Station und begebe mich heimwärts in mein angejahrtes Hotel in Charlottenburg. 
Zufrieden und stolz auf unseren Erfolg schlafe ich sogleich ein.

Tage später noch schwärmt Professor Günter M. Ziegler in einer Mail von unserem Beitrag: „Sie haben uns mit dem »Mittwochs treffen sich hier angeblich die Parallelen« eine große Freude gemacht, und die hält an.“

Eine virtuelle Ausstellung einiger ausgesuchter Zeichnungen wurde bis Oktober gezeigt im digitalen Schaufenster vom „schauraum: comic+cartoon“, Max-von-der-Grün-Platz 7, Dortmund. https://www.youtube.com/watch?v=DL7yemiUJW0.


PAPIER IST UNGEDULDIG 
Nicht nur die klassischer Autoren und Zeichner sterben aus (2022: Neal Adams, Jean-Claude Mézières u.a.), auch die Sammler und Händler der ersten (Nachkriegs-)Generation treten nach und nach ab. 
Wie Manfred Ilsemann, Namensgeber der Zeitschrift ILSEMANN und Betreiber des ICOM Independent Comic Shops
Seine Nachfahren wollten den Shop nicht fortführen, Comichändler, die den Warenbestand übernehmen würden, fanden sich leider auch nicht. Die zahlreichen seltenen, teilweise längst vergriffenen Veröffentlichungen von unabhängigen Verlagen und eifrigen Selfpublishern drohten unweigerlich im Altpapier zu landen. 
Daher übernahm es der ICOM-Vorstand in Gestalt des Vorsitzenden Burkhard Ihme, die gedruckten Schätze zu bergen und sie an würdige Institutionen abzugeben. Die Arbeitsstelle für graphische Literatur in Hamburg, das Comic-Museum in Erlangen, das Institut für Jugendbuchforschung in Frankfurt am Main und andere renommierte Etablissements durften sich über Bestandszuwachs freuen, darunter viele ZEBRA-Ausgaben und -Sonderbände. 
Denn der Independent Comic Shop war auch der einzige Laden, der das ZEBRA-Gesamtangebot auf Lager hatte. 

Online gibt es ZEBRA, das DIN-A4-formatige Magazin, jetzt nur noch in Auswahl. 
Die meisten unserer Titel dürfte der Gringo-Shop führen 
https://www.gringo-comics-shop.com/zebra/
Und verschiedene ZEBRAs sowie die jüngsten Sonderbände finden sich bei Kwimbi in der Verlage-Kategorie unter "Zebra": 
https://www.kwimbi.de/index.php?stoken=4046B8E5&lang=0&cl=search&searchparam=zebra


SENSATION!
Neue Erkenntnisse in der Comicforschung, aufgedeckt von der historischen Abteilung von ZEBRA, dem analytischen Magazin! - Die Geschichte der Comics muss in winzigen Teilen neugeschrieben werden  
Experten weltweit vermuteten schon seit längerem, dass Comicfiguren maßgeblich an ihrer Garderobe wiedererkannt werden: Sigurd am roten Wams, Batman am nachtblauen Umhang, die Schlümpfe an der Mütze mit dem nach vorne gerichteten abgerundeten Zipfel. Umfangreiche Doppelblindstudien bestätigten inzwischen im Wesentlichen diese Theorie. 
Relativ neu ist die Beobachtung, dass Protagonisten ihr markantes Outfit an andere Figuren weitervererben können. Der kleine Spirou trägt die alten Klamotten des großen Spirou auf, Lucky Kid bedient sich aus dem Kleiderschrank von Lucky Luke. 
Jetzt haben intensive Recherchen von ZEBRA, dem investigativen Magazin, internationale, transkontinentale Beziehungen nachgewiesen. 
Im Dezember 1952 trug der New Yorker Detektiv Rip Kirby während der Arbeit am Fall der Falschspielerin Jessica Millbanks einen grobmaschigen, hellen Anzug. Wir haben noch nicht lückenlos ermittelt, was auf dem Polizeirevier oder im Gefängnis, wo Kirby Millbanks befragte, passiert ist. Jedenfalls trennte sich Kirby offenbar kurz danach aus triftigen Gründen von dem guten Stück. Er wurde nie wieder in diesem Outfit gesehen. 
Die Hose ist mutmaßlich irgendwo auf dem Weg über den Atlantik verschollen, die Jacke landete in Belgien und fand ihren Weg zu Rick Master [Ric Hochet]. 
1955 löste Rick seinen ersten Fall, als kleiner Zeitungsjunge. Da trug er die Jacke noch nicht. Vielleicht hatte er sie schon, aber er musste erst noch reinwachsen. In seinen frühen Kurzabenteuern war sie ihm noch zu groß, er zog sie schließlich zu seinem ersten größeren Fall, die Affäre um das Chamäleon, an. Später konnte er sich dann gar nicht mehr davon trennen. 

Eine ausführliche Darstellung der Zusammenhänge ist in Vorbereitung, eine Kurzfassung der Studie erscheint in SPRECHBLASE 247, Seite 96.  

Abb. 7 und 8: Rip und Rick und die Jacke 


ALL YOU CAN EAT 
Seit neuestem wehen verlockende Düfte aus der Gerüchteküche durch die ZEBRA-Redaktion. 
Es riecht eindeutig nach leckeren Veröffentlichungen. Besonders intensiv duftet es nach neuen Abenteuern von COMMANDER CORK. Ein ganzer Band voller Erlebnisse unseres berühmten Administrationsadlatus vom Planeten Meta-Pengo steht auf der Speisekarte. CORK # 5 handelt vom ausgiebigen virtuellen Urlaub des Commanders und einigen anderen seiner Reisen. 
Dem Duft nach zu urteilen, ist das Werk bereits gepfeffert und gesalzen, und soweit fertig, um in den Ofen geschoben zu werden. 
Weiter hinten in der Gerüchteküche riecht es verdächtig nach einer neuen ZEBRA-Ausgabe. Da fehlen allerdings noch einige Zutaten. Das kann noch ein Weilchen dauern, bis alles abgeschmeckt, durchgerührt und gar gekocht ist. 
Vorbestellungen nehmen wir gerne entgegen. 

Abb. 9: Nicht finale Cover von COMMANDER CORK # 5 und ZEBRA 19  



Special vom: 17.01.2023
Autor dieses Specials: Werner Berres
Kategorie: Zebra Newsletter
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