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Zebra Newsletter 30

EVENT
Fronleichnam 2015: Ausnahmezustand in München. Mehrere Hundertschaften der Polizei unterwegs!
Oberflächliche Beobachter brachten dies gerne in Zusammenhang mit dem G 7-Gipfel, dem Treffen der Regierungschefs der führenden Industrienationen ein paar Tage später irgendwo in Bayern. Dabei ist es doch viel naheliegender, dass die Polizisten eine Veranstaltung am Ort zur nämlichen Zeit absicherten: das Comic-Festival München, 4. bis 7. Juni.

Und die Ordnungskräfte hatten ganze Arbeit geleistet: um Chaoten von der friedlichen Zusammenkunft von Comic-Autoren, Zeichnern und Lesern aus aller Welt fernzuhalten, waren alle Hinweise auf das Event aus dem Stadtbild entfernt worden. Nur eingeweihten Insidern war der genaue Tagungsort bekannt, befreundete Interessenten hatten ihn durch vertrauliche Botschaften erfahren, aufmerksame Kulturbeobachter verschlüsselten Hinweisen in den Medien entnommen.

Zentrale Anlaufstelle war -jetzt, wo die Veranstaltung vorbei ist, kann man es ja verraten- die Alte Kongresshalle gegenüber dem Deutschen Museum/Verkehrszentrum (an der Riesenschnecke), wo die große Verlagsmesse und diverse Ausstellungen stattfanden. Um kein allzu offensichtliches Ziel für Gegendemonstrationen oder Anschläge irgendwelcher Art zu bieten, waren die meisten anderen Ausstellungen großzügig über das gesamte Stadtgebiet beiderseits der Isar verteilt worden.

Das Konzept ging auf! Die vier Tage verliefen ohne ernstere Zwischenfälle. Sogar die Sanitäter, die mit ihrem Krankenwagen vorsichtshalber in Bereitschaft standen, saßen meistens unbeansprucht in der Sonne. Manchmal hätte man sich auf Verleger- und Händlerseite ein wenig mehr Laufpublikum gewünscht, und einige Moderatoren wirkten durch die Anspannung ob der mutmaßlich-vermeintlichen Gefahrenlage leicht demotiviert. Unermüdlichen Hackern war es sogar gelungen, einerseits ein paar Beamer außer Funktion zu setzen, sodass verschiedene Vorträge ohne erläuterndes Bildmaterial auskommen mussten, und andererseits die Nominierungs-Liste für den Peng!-Preis zu manipulieren, sodass einige Titel womöglich fälschlicherweise ausgezeichnet wurden. Leider hatte man es wegen der verschärften Sicherheitsmaßnahmen auch nicht geschafft, sämtliche Ausstellungen mit echt hochkarätigen Exponaten zu bestücken. Aber davon abgesehen waren die meisten Teilnehmer ganz zufrieden.

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Rudolph Perez saß wieder am Stand von Virtual Graphics und signierte sein KATASTROPOLIS-Album, traf alte und neue Fans und profitierte bei Sommertemperaturen, schlechter Luft und unregelmäßiger Ernährung von seinem kürzlichen Survival-Training an der Volkshochschule.

Beim Vortrag über Geschichte und Typologie von Webcomics ging es neben der Historie hauptsächlich um Interaktivität, Hypertextualität und Multimedialität. Einzelne Webcomics wurden nicht näher vorgestellt, auch nicht unsere eigenen digitalen Bilderzählungen COMMANDER CORK im Gringo-Logbuch, KATASTROPOLIS auf zampano-online.com oder die ZEBRA-COMICS auf der Zebra-Comics-Facebook-Seite (s.u.).

Im Gegensatz zum vorigen Comic-Festival gab es dieses Jahr keinen endlosen Regen sondern Hitze satt. Und manch einer bedauerte, dass er für sein Smartphone auf die zwar teure aber Erfrischung versprechende Ventilator-App verzichtet hatte.

Unterwegs zwischen den Ausstellungen war Rudolph Perez -wie fast immer in einer fremden Stadt- mehrmals von Passanten nach dem Weg gefragt worden; wahrscheinlich, weil er diese würdevolle Allwissenheit ausstrahlt, die Künstlern innewohnt.

So war das in München! Aber vielleicht war alles auch ganz anders. Die Podiumsdiskussion zur Deutschen Comicforschung am Festival-Samstag erinnerte uns daran, dass aufgrund der Unzuverlässigkeit des menschlichen Gedächtnisses Berichte von Zeitzeugen mit äußerster Vorsicht zu genießen sind!

AKTION
Bei unserer jüngsten Inventur stellten wir fest, dass die ersten ZEBRA-Nummern nicht mehr so stark nachgefragt werden wie früher. Wir untersuchen noch die Gründe. Es kann jedenfalls nicht daran liegen, dass die Hefte veraltet wären, denn sie enthalten weder überholte News noch Rezensionen von Alben, die es schon längst nicht mehr gibt. Sie beinhalten nur zeitlose Comics zu nach wie vor beliebten Themen wie Beziehungskrisen, Karrierechancen, Abenteuerurlaub und mehr. Für die ersten ZEBRA-Ausgaben gilt immer noch, was die Kritik schon seinerzeit darüber sagte: "Schöpft aus dem vollen Topf der Comicmöglichkeiten", "Ein Glücksfall, dass die Autoren und Zeichner zusammengefunden haben", "Nicht so pubertär wie andere Zines".
Um mit diesem Fundus erlesener Texte und Bilder noch Leser glücklich zu machen -und nebenbei ein bisschen Werbung für ZEBRA zu betreiben- haben wir einen Stapel unverkaufter Exemplare von ZEBRA # 1 mit einem zusätzlichen neuen Umschlag versehen, voller frischer Zeichnungen und aktueller Infos zu unserem Comic-Programm, und haben das Teil als "Kostenlose Lese-Probe" unter das darbende Volk geworfen.

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SATELLIT
Kaum von seinem Job als Kapitän eines Raumfrachters nachhause zurückgekehrt, wird BRETT™, der tapfere Raumpilot, in einen Strudel aufregender Ereignisse hineingezogen.
Er wird auf offener Straße verhaftet, vor Gericht gestellt, zu Zwangsarbeit verurteilt, in einen Gefängnis-Transporter gesteckt, gerät in einen Gefangenenaufstand und macht eine Bruchlandung. Und das ist nur der Inhalt der ersten zwei Seiten des neuen BRETT™-Abenteuers, das seit Nr. 48 in COMIX, dem (un)regelmäßigen Monats-Magazin, erscheint.
Autoren: ZEBRA-Redakteure Bill GoGer und Rudolph Perez, jede Folge wird von wechselnden Zeichnern umgesetzt; in COMIX 48 war es ZEBRA 17-Mitarbeiter Norbert Höveler (Café Cash-Mir, Gators), in der aktuellen Ausgabe 49: Sebastian Sommer (El Carno, Deduktion), dessen Kolorierung alle anderen Heft-Beiträge blass aussehen lässt. Und in COMIX 50 erwarten wir ein Kapitel von Underground Artist Bela Sobottke (Krepier oder stirb).

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IM AUGE DES STURMS
Bei seiner Business-Tour jenseits der Alpen, um den Markt für eine etwaige italienische ZEBRA-Ausgabe zu sondieren, landete Chefredakteur Georg K. Berres auf dem stargespickten „Love Film Festival“ in Perugia. Hier lief u. a. die Dokumentation „Walt Disney und Italien – eine Liebesgeschichte“ von Marco Spagnoli, die die Beziehung zwischen Mann und Land seit Disneys erstem Italien-Aufenthalt 1935 beleuchtet. Während die eingeladenen Schauspieler und Regisseure ständig für Interviews, Selfies und Baby-Handauflegungen zur Verfügung stehen mussten, genoss GKB die Tage und Nächte in der Capitale von Umbrien unbehelligt, weil incognito. Doch wenn unser Magazin auf der Apenninen-Halbinsel Furore macht, kann sich der (Un)Bekanntheits-Status schnell ändern.

ERFOLGSREZEPT ?
Beim Besuch der Uffizien in Florenz fiel Bill GoGer (der den Chefredakteur als Art Director nach Italien begleitete) ein Mann auf mit Hut, grellem Hemd und Zauselbart, der ausgiebig die großen Werke der Frührenaissance studierte. Den kenn ich doch, sagte er sich. Dann fiel es ihm ein: Wolfgang Beltracchi! Es war tatsächlich der 2011 verurteilte Kunstfälscher, dessen – im Stil berühmter Maler der Moderne nachempfundene - Bilder ihm Unmengen Geld (circa 50 Millionen Euro, schätzen Experten), zweifelhaften Ruhm und einen kurzen Gefängnisaufenthalt beschert hatten. Sollte der Ex-Sträfling in einer der reichhaltigsten Gemäldesammlungen der Welt unterwegs sein, um Inspirationen für neue Arbeiten zu sammeln?
Weil die Einnahmen aus dem ZEBRA-Verkauf sich doch eher in bescheideneren Dimensionen bewegen, überlegt GoGer nun, ob er dem Künstlerkollegen vielleicht nacheifern soll.

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PROJEKT
Anfang des Jahres überraschte Rudolph Perez die ZEBRA-Crew mit einer Reihe von One-Pagern über seine Erlebnisse als Comic-Zeichner. Er hatte angenommen, dass Comic-Einzelseiten eine neue Publikationsform werden sollten, die wir auf der letzten Redaktionskonferenz des Vorjahres für 2015 beschlossen hatten. Rudolph konnte an diesem Meeting leider nicht teilnehmen und hatte im handschriftlichen Protokoll der Versammlung bei der Auflistung der Planungen statt „demographische Studie“ (mit der wir die Altersstruktur der ZEBRA-Leser erforschen wollten) irrtümlicherweise „autobiographische Serie“ entziffert.
Die Comics von Perez werden nun etwa alle zehn Tage mit einer neuen Episode auf unserer Zebra-Comics-Facebook-Seite fortgesetzt, die Untersuchung der Leserschaft steht noch aus.

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Special vom: 19.07.2015
Autor dieses Specials: Werner Berres
Kategorie: Zebra Newsletter
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