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Comic-Besprechung - ReCast 3

Geschichten:
Bd. 3
Autor: Seung-Hui Kye, Zeichner: Seung-Hui Kye, Tusche: Seung-Hui Kye

Story:
Der 12-jährige JD lebt in einem idyllischen Dorf und besucht dort die Magier-Schule. Plötzlich tauchen Puppets auf und töten seinen Großvater Grifford. JD muss fliehen. Seinen Gegnern kann er sich erst stellen, wenn er weiß, wer er selber ist und was man von ihm - Griffords Recast-Körper - will. In der Provinz Jade, so hofft er, wird er Hilfe von Griffords Freund Blaise erhalten.
Als JD sein Ziel nach vielen gefährlichen Abenteuern erreicht, muss er feststellen, dass Blaise ein Vampir ist und mehr als genug eigene Sorgen hat, als dass er sich auch noch mit dem Neuankömmling belasten will. Er schickt JD weg, der jedoch nicht so schnell aufgibt und schließlich einen Weg findet, in die Schwarze Festung einzudringen.
Unterdessen sieht sich Blaise hilflos der Macht seiner Schwester Carmen ausgeliefert, die sich an den Seelensee gewandt hat, ohne zu ahnen, dass er ihr bloß das Verderben bringen wird. Tatsächlich glaubt Carmen, dass Grifford an ihrem und am Schicksal der ganzen Familie Schuld ist und will sich endlich rächen. Sie weiß nicht, dass der vermeintliche Feind längst tot ist, dass Blaise als Kind einen schwer wiegenden Fehler beging - und dass sie von ihrer verstorbenen Schwester, deren Seele in die 6. Welt einging und der Herrin Eomaia dient, manipuliert wird…


Meinung:
Man merkt dem Manhwa den Spiele-Charakter überdeutlich an. So ist die Handlung in drei Welten angesiedelt, die wie die verschiedenen Levels eines Games erscheinen. Wer die notwendigen Zauber kennt oder beschworen wird, kann in eine der anderen Welten wechseln, dort helfen oder Schaden anrichten. Gegenwärtig herrscht Krieg, doch die einfache Bevölkerung merkt davon relativ wenig, sofern nicht Puppets oder andere mörderische Kreaturen auftauchen. Die treibende Kraft hinter dem Konflikt ist Eomaia, die sich in der 6. Welt als Göttin verehren lässt. JD begegnet ihr in diesem Band zum ersten Mal, nachdem ihre Häscher bereits seit geraumer Weile hinter ihm her sind.
JD ist der typische Junge, der in ein großes Abenteuer verwickelt wird und erst einmal herausfinden muss, weshalb man hinter ihm her ist. Er hofft, dass Blaise die Rolle seines Mentors übernimmt und ihm die Antworten auf alle Fragen geben kann. In diesem Punkt folgt der Manhwa nicht dem üblichen Schema, denn obgleich Blaise über reichliche Erfahrungen und starke Magie verfügt, so ist er letztlich auch nur ein großes Kind, das sich Vorwürfe wegen eines tragischen Fehlers macht, der ihm einst unterlaufen ist und sich noch immer auswirkt. Ob er JD wirklich helfen kann und will, muss sich erst zeigen.
Die Story konzentriert sich auf Blaise, dessen Geschichte aufgerollt wird, so dass man Einblick in seine Sorgen und Motive erhält. Er ist nicht der Super-Vampir, den sich JD gewünscht hat, sondern eine sehr menschliche Person mit allerlei Schwächen, die ihn sympathisch machen. Das Schicksal seiner Schwester Carmen setzt ihm schwer zu - ob ihr geholfen werden kann, verrät nach einem kleinen Cliffhanger vielleicht der nächste Band.
Die Handlung entwickelt sich positiv, schon aufgrund der interessanten Charaktere, die sich zunehmend von reinen Spiele-Archetypen lösen. Auch werden nur gerade so viele Informationen gegeben, wie für das Verständnis notwendig ist; die Auflösung von so manchem Rätsel, vor allem JD betreffend, wird sicher erst später erfolgen. Man bleibt folglich neugierig.
Klare, ansprechende Illustrationen runden die Serie ab. Etwas weniger superdeformierte Abbildungen wären wünschenswert, doch in Hinblick auf das Alter der Zielgruppe - Fantasy-Fans ab 13 Jahren -, die an dieses Stilmittel bereits gewöhnt sind, muss man sich damit arrangieren.


Fazit:
Im Moment erscheinen bei Tokyopop viele Manga- und Manhwa-Serien mit dem Schwerpunkt Fantasy, die vom Aufbau her vor allem Gamer ansprechen sollen. Ob die Zielgruppe tatsächlich die Konsole für ein Buch oder einen Comic liegen lässt, steht auf einem anderen Blatt. Die eingefleischten Fantasy-Leser sehen diese Titel eher mit gemischten Gefühlen, da sie einerseits sattsam bekannte Klischees verarbeiten, andererseits einer neuen, oftmals sehr hektischen und nicht immer nachvollziehbaren Handlungsstruktur folgen. Ob das gefällt ist Geschmackssache.
Betrachtet man den Buchmarkt, so sind viele der auf (Rollen-) Spielen basierenden Reihen, die in den 1990er Jahren das phantastische Programm beherrschten ("Earth Dawn", "Dragonlance", "Forgotten Realms" usw.), bis auf wenige Ausnahmen wieder verschwunden, da die Non-Gamer eher wenig mit diesen Titeln anfangen konnten und sich auf jene konzentrierten, die sich vom Spiele-Hintergrund zumindest teilweise zu lösen vermochten ("DSA", "Shadowrun") oder auch von Verfilmungen profitierten ("Tomb Raider", "Resident Evil"). Im Moment versucht man erneut, die Gamer für Bücher zu begeistern, vor allem Panini erweitert sein diesbezügliches Angebot systematisch. Ob die jetzige Generation mehr Interesse zeigt, bleibt abzuwarten.
Nach einem verhaltenen Start überrascht "Recast" angenehm durch eine spannende Handlung, die immer mit Überraschungen aufwartet, und sympathische Charaktere. Die Illustrationen sind ansprechend und können überzeugen. Leserinnen und Leser ab 13 Jahren, die Fantasy mögen und ab und zu spielen, dürften viele vertraute Motive finden, und auch den Non-Gamers bietet die Reihe gute Unterhaltung.

ReCast 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

ReCast 3

Autor der Besprechung:
Irene Salzmann

Verlag:
Tokyopop GmbH

Preis:
€ 6,50

ISBN 13:
978-3-86719-103-6

192 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • interessante Charaktere
  • viel versprechende Handlung
  • schöne Zeichnungen
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 02.02.2008
Kategorie: ReCast
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