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Comic-Besprechung - Yoko Tsuno Sammelband 10: Die Schwingen des Verderbens

Geschichten:

Yoko Tsuno Sammelband 10: Die Schwingen des Verderbens

1.) Band 28 - Der Tempel der Unsterblichen (46 S.)

2.) Band 29 - Engel und Falken (62 S.)

3.) Band 30 - Saturns Zwillinge (46 S.)

Autor und Zeichner: Roger Leloup

Übersetzer: Harald Sachse



Story:

In der ersten Geschichte reist Yoko mit Emilia und Morgentau in die Welt unter der Erdoberfläche, um dem vineanischen Roboter Zarka und der Prinzessin Isolde zu helfen, ein dort schon lange eingeschlossenes Keltenvolk zu befreien. Die nächste Geschichte sind eigentlich zwei, die nahtlos ineinander übergehen: zuerst unternehmen Yoko und Emilia eine Zeitreise ins Jahr 1935, um zwei Kinder zu retten. Im Anschluss daran übernehmen sie für den britischen Geheimdienst den heiklen Auftrag, zwei Mumien und geraubte Pharaonenschätze an Ägypten zurückzugeben — doch bei diesem Auftrag stimmt so einiges nicht. Schließlich reist Yoko mit ihrer vineanischen Freundin Khany in die Nähe des Saturns, genau gesagt zum Kometen Rya, von dem ein Notruf empfangen wurde. Hier enthüllt sich ein weiteres Geheimnis, das die unterschiedlichen Fraktionen der vineanischen Siedler zu vertuschen suchten.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Nachdem die Bände dieser Gesamtausgabe (nach Vorgabe des französischen Herausgebers) anfangs nicht in chronologischer Reihenfolge aufgebaut waren, sondern die bis dahin bereits erschienenen Einzelbände in willkürlicher Reihenfolge thematisch geordnet hatten, ist der Verlag bereits mit Band neun dieser Gesamtausgabe doch wieder zur Chronologie zurückgekehrt — was notwendig geworden war, da die Gesamtausgabe den aktuellen Arbeitsstand des Künstlers bereits eingeholt hatte. Mit dem vorliegenden Band (im Original aus dem Jahr 2022) sind wir jetzt auf dem aktuellen Stand der Veröffentlichung dieser Serie angelangt, und in Frankreich wird die Gesamtausgabe auch bereits als „abgeschlossen” gekennzeichnet. Ich hoffe, dass das nicht unbedingt stimmt, doch man muss bedenken, dass Roger Leloup vor kurzem seinen neunzigsten Geburtstag gefeiert hat. Wir können froh sein über alles, was er uns bisher beschert hat.

Somit hat Roger Leloup diese Serie seit 1972 über fünfzig Jahre lang gezeichnet, und es ist auch tatsächlich die einzige Serie, die er Veröffentlicht hat — also im wahrsten Sinne des Wortes sein Lebenswerk. Damit ist er, neben z.B. dem bereits seit langem verstorbenen Edgar P. Jacobs (Blake und Mortimer), einer der letzten Dinosaurier, dem das gelungen ist. Denn selbst Hergé, von dem man sonst nur Tim und Struppi kennt, hatte noch die etwas unbekannteren Serien „Stups und Steppke” sowie „Jo, Jette und Jocko” kreiert.

Im vorliegenden Sammelband kann man noch einmal umfassend den gesamten Kosmos dessen bestaunen, was sich der Autor grundsätzlich für seine Heldin an unterschiedlichsten Szenarien und Ausgangssituationen vorstellt und schon immer vorgestellt hat: Abenteuer mit dem außerirdischen Volk der Vineaner, sowohl unter der Erdoberfläche, als auch im Weltall. Zeitreisen und gefährliche Aufträge für den Geheimdienst, und immer viele Szenen mit den unterschiedlichsten Fluggeräten — sowohl zeitgenössische und historische terranische Vehikel, als auch den neuesten Trend aus dem Weltraum. Das war schon immer sehr abwechslungsreich, und macht auch diesen Sammelband wieder sehr kurzweilig. Doch während die zeichnerische Darstellung von Gebäuden, Fahrzeugen und Maschinen weiterhin, wie schon in seinen Anfangszeiten, sehr detailgetreu, exakt gezeichnet und perspektivisch akkurat ist, schwächelt Monsieur Leloup bereits seit rund sieben bis acht Bänden bei der Darstellung der Figuren, insbesondere der Mimiken seiner Protagonisten. Denn meist sind die Augenpartien ein bisschen aus der Achse geraten, was den Gesichtern ein schiefes Aussehen gibt, das so sicher nicht beabsichtigt war. Beim letzten Album ist dieser Effekt besonders schlimm. Das ist das eine, was mich an den Geschichten hier ein bisschen irritiert hat — das andere ist das Storytelling. Die Handlungen haben manchmal sehr abrupte Sprünge und Wendungen, die Zeitlinien scheinen mir da nicht immer ganz stimmig, und häufig enden die Geschichten so abrupt, dass man direkt sehen kann, dass dem Autor „die Seiten ausgegangen sind”, bevor die Geschichte wirklich zu Ende war. Die 46 Seiten waren halt zu früh erreicht. Das hätte ich von solch einem langjährigen Profi eigentlich nicht erwartet, sondern gedacht, dass ihn seine Erfahrung vor solchen Patzern schützen würde — doch andererseits merkt man hier wahrscheinlich dann doch sein fortgeschrittenes Alter?

Der Band wird wieder von einem sehr ausführlichen redaktionellen Teil ergänzt, in dem zu jeder Geschichte zahlreiche Skizzen und Entwürfe gezeigt werden, die den Leser ein wenig an der Entstehung der Alben teilhaben lässt. Doch während sich bei den ersten Bänden der Gesamtausgabe die Erläuterungen noch weitestgehend ganz allgemein auf die Arbeitsweise, das Leben und die Entstehungsumstände der Geschichten konzentriert hatten, sind diese Themen nunmehr doch weitgehend abgearbeitet. Jetzt stellen die Texte nur noch eine Zusammenfassung der nachfolgenden Geschichte dar — was sehr hilfreich sein kann, wenn man wie ich über die abrupten Handlungssprünge und die etwas diffusen Motive der handelnden Personen gestolpert ist, denn hier wird doch nochmal einiges „nachgereicht” und verdeutlicht. Andererseits wird hier naturgemäß sehr stark gespoilert, weswegen ich empfehlen würde, die Texte erst nach der Lektüre des Comics zu lesen.

Mit seiner Hardcover-Ausführung und dem eingefügten Lesebändchen ist auch dieser Band wieder sehr hochwertig ausgefallen, und falls es tatsächlich der Schlussband sein wird — ein gelungener Abschlussband, trotz der kleinen Macken.



Fazit:

Ein insgesamt wieder ein gelungener Sammelband, der die Fans zufrieden stellen dürfte. Möglicherweise bereits der Abschluss dieser Serie (wenn auch nicht der Handlung), da der Autor bereits sehr betagt ist. Ohne Kenntnis der Serie sind die einzelnen Episoden zwar zu verstehen, doch ein Überblick über die Relationen der handelnden Personen würde dem Leser da schon helfen.



Yoko Tsuno Sammelband 10: Die Schwingen des Verderbens - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Yoko Tsuno Sammelband 10: Die Schwingen des Verderbens

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 32,90

ISBN 10:
3551023875

ISBN 13:
978-3551023872

200 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Gelungener (Abschluss-) Band der Serie.
  • Abwechslungsreiche Geschichten.
Negativ aufgefallen
  • Der Zeichner hat inzwischen leichte Schwächen bei der Darstellung von Gesichtern.
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(7 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 27.01.2024
Kategorie: Yoko Tsuno
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