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Comic-Besprechung - Sammy und Jack Integral 3

Geschichten:

Sammy und Jack Integral 3
(Die Gorillas im Pensionat, Ölsucher in der Wüste, Eine schlaflose Nacht für die Gorillas, Das Jugendelixir)
Autor: Raoul Cauvin, Zeichner / Colorist: Berck



Story:

Als Bodyguards haben Sammy und Jack immer gut zu tun und werden in die absurdesten Situationen gebracht. In einem Pensionat für Mädchen sollen sie eigentlich als starke Hand wirken, bekommen es aber mit Entführern zu tun. Doch weder Sammy und Jack noch die Entführer haben mit der Tatkraft der Mädchen gerechnet. Auch der Schutz einer Ölquelle in der Wüste gerät zu einem Chaos wenn ein rivalisierender Cousin des Scheichs sogar eine halbe Armee entsendet. Kaum der Hitze entkommen, bekommen es Sammy und Jack mit der Kühle des Grabes zu tun, wenn Vampire auf Raubzüge gehen. Und ein vermeintlich leichter Job wird für Jack zu einer wahren Herausforderung wenn er den Babysitter für einen tyrannischen Milliardär spielen muss.



Meinung:

Man bekommt im dritten Integral von Sammy und Jack viel geboten.  So gibt es gleich vier albenlange Abenteuer von denen eins auf Deutsch bislang nur 1983 in Fix und Foxi erschienen ist und hierzulande bislang noch nie als Album. Doch zunächst gibt es eine Überraschung. Berck war am Anfang seiner Karriere viel für die Werbung tätig und man bekommt zu Beginn sehr viele Beispiele für sein Werk. Das ist aus den 1950er Jahren und gilt mehr als historisches Kuriosum und als Beispiel der Redaktion dafür wirklich alles zu der Serie abzudrucken. Aber es gehörte viel Fleiß dazu, diese Illustrationen und Flyer etc. auszugraben, aber wer es nicht mag, kann direkt zu dem nächsten Kapitel wechseln in dem es mehr um den Szenaristen Cauvin geht. Das ist wirklich interessant da es auch um die Höhen und Tiefen eines Autors geht und wie schwer es für Künstler sein kann. In eben diese Bresche schlägt auch ein Interview mit Berck der seinen Beruf vor allem aus geschäftlicher Seite sehr kritisch sieht. Es ist wirklich lobenswert welche Fülle man zusammenträgt. Neben den eigentlich irrelevanten Werbebeiträgen ist die Strenge der chronologischen Herangehensweise auch manchmal irritierend, etwa wenn das Interview mit Berck mitten zwischen Abenteuern steht. Andererseits ist es durchaus auflockernd wenn etwa die One-Pager dazwischen geschoben sind.  Ob die Vorworte zu den jeweiligen Abenteuern notwendig gewesen wären, sei dahingestellt, denn zum größten Teil berichten sie nur das, was man eh gleich lesen wird. Ausgerechnet beim ersten ist dann auch noch ein Druckfehler und das Vorwort bricht mitten im Satz ab.

Ist das redaktionelle Material schon hervorragend, trotz einiger Mängel, so steht der Fokus doch auf den Geschichten selbst. Und die sind durchaus gelungen. Wenn die Gorillas in einem Mädchen Pensionat aushelfen sollen, so ist das schon ziemlich lustig, actionreich und bietet einige schöne Running Gags. Aber irgendwie hätte man auch mehr draus machen können und vielleicht etwas weniger slapstickhafte Action im zweiten Teil aber dafür mehr aus der Situation von Bodyguards unter Teenagern bringen können. Nicht falsch verstehen: das Abenteuer ist gelungen, aber das Thema nicht komplett ausgenutzt worden.

Das Glanzstück der vier Abenteuer ist aber dasjenige wenn Sammy und Jack eine Ölquelle beschützen sollen. Hier kommt sogar etwas Sozialkritik zum Tragen, denn die Geschichte entstand während der 1970er Jahre inmitten der Ölkrise. Dabei liegt hier nicht der Fokus, sondern einfach die zeithistorische Einbettung und die Verbindung von Slapstick und Action ist hier hervorragend gelungen und auch das Spiel mit Stereotypen ist nicht diffamierend ausgefallen. Herrliche Dialoge, dynamische Zeichnungen, irrwitzige Situationen und dennoch eine gewisse Härte. Stark.

Wenn es die Bodyguards aber dann mit vermeintlichen Vampiren zu tun bekommen, so können sich die Schöpfer etwas im Morbiden austoben, aber die Story an sich ist an den Haaren herbeigezogen. Es hat zwar seinen Gothiccharme, aber der ist nicht zielführend eingesetzt und hier ist anzumerken das turbulent nicht immer gleichzusetzen ist mit actionreich. Unterhaltsam ja, aber man darf über die Geschichte nicht nachdenken.

Das Jugendelixier ist vor allem am Ende nicht wirklich überraschend aber auch hier gibt es einige schöne Gags und es ist immer wieder schön das Running Gags etabliert werden die sich aber nicht abnutzen. Insgesamt gesehen also sehr lohnenswert und es ist auch eindrucksvoll bewiesen mit den unterschiedlichen Settings welche Bandbreite die Serie haben kann. Nicht alles hier ist ein Meisterwerk, aber der Band macht durchgehend Freude.



Fazit:

Ein Band in dem nicht alles meisterhaft ist, der aber dennoch durchgehend Freude macht. Der Anspruch möglichst alles zu der Serie zu veröffentlichen führt hier zu einem Kuriosum mit Werbung aus den 1950ern aber ansonsten ist die redaktionelle Aufarbeitung sehr gelungen. Für Fans Pflicht und auch für Gelegenheitsleser gibt es hier einige Glanzpunkte.



Sammy und Jack Integral 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sammy und Jack Integral 3

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Kult Comics

Preis:
€ 35,00

ISBN 10:
3964302503

ISBN 13:
978-3964302502

264 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • redaktionelles Material
  • Einsatzbreite der Helden
  • Action und Witz
  • gelungen eingesetzte Running Gags
Negativ aufgefallen
  • eine unglaubwürdige Story
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(13 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 31.08.2023
Kategorie: Alben
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