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Comic-Besprechung - Europa — Band 2: Vertigo

Story:

Während sich auf der Erde immer mehr religiöse Spinner offen und aggressiv gegnerisch zur Europa-Mission äußern und wir wieder mehr Einblick in die Verstrickungen des Vatikans in die Affäre erhalten, treffen die Mitglieder ebendieser dritten Europa-Mission weitere Vorbereitungen, um nach möglichen Überlebenden zu suchen bzw. um herauszufinden, was geschehen sein mag und wo alle abgeblieben sind.



Meinung:

Dies ist eine gelungene Fortsetzung der neuen Serie aus der Feder von LEO und Rodolphe, in der es um ein Unglück bei der Erforschung des vierten Jupitermondes, Europa, geht, bei dem offenbar alle Forscher umgekommen zu sein scheinen. Wie in jedem guten Krimi erfahren wir auch in diesem „Whodunnit” erst einmal nicht, was eigentlich geschehen ist (bzw. wer der Täter ist), sondern erst nach und nach sickern die Informationen zum Leser durch, und kann er sich (mit ein bisschen Phantasie) ausmalen, was gewesen sein könnte. Mir gefallen solche Geschichten ausgesprochen gut, zumal durch diese, wenn auch zugegebenermaßen simple (Mancher wird sagen: platte), Ausgangssituation immerhin sichergestellt ist, dass es durchgehend spannend bleibt. Und ich finde, das bleibt es durchaus, denn dass man sich zwischendurch durchaus etwas mehr zusammenreimen kann, macht, wie ich finde, viel Spaß — und es muss sie ja auch am Ende erst einmal zeigen, wie weit man denn bereits richtig gelegen hat. Zwar mischen die Autoren hier Themenbereiche miteinander, die LEO bereits in einigen Zyklen seiner Aldebaran-Erzählungen behandelt hatte (der Unfall einer Expedition und Sabotage in „Die Überlebenden”, religiösen Wahn in „Betelgeuze” und eine Neue im Team in „Neptunus”), doch das Setting ist diesmal wieder so einzigartig und originell, mit dem unterirdischen Meer auf dem Jupitermond, dass die Serie einfach nur Spaß macht!

Wie bei bisher allen Serien außerhalb von Aldebaran, seinem Haupt-Oeuvre, hat LEO (der mit bürgerlichem Namen Luis Eduardo de Oliveira heißt) auch hier die Zeichnungen nicht selbst angefertigt (vermutlich auch aufgrund seines fortgeschrittenen Alters von immerhin 79 Jahren) sonder sie wieder an Zoran Janjetov abgegeben, was bereits bei der Serie „Centaurus” sehr gut funktioniert hat. Janjetov, bekannt durch seine Incal-Spin-Offs wie „Technoväter”, „Meta-Barone” und „Vor dem Incal" (alle mit Jodorowski) weiß sich zwar im Einzelfall an seine Vorlagen anzunähern, behält aber seinen eigenen Stil bei, nicht zuletzt durch seine sehr plastische, beinahe dreidimensionale Computerkolorierung (die die Fans aber beim „Incal” nicht immer geschätzt haben). Doch hier passt es, gerade die Szenen auf Europa bekommen so eine noch bessere Tiefenwirkung.

Die Figuren sind für mich glaubwürdig, was die Handlung noch weiter unterstützt, auch wenn oder gerade weil einige von ihnen so nervig sind, das es wieder passt. Die „Neue”, die vom ungeliebten „Alten” unterstützt wird, der Mäkler, die sturen Militärs und der aufgeweckte aber etwas unbedarfte Bordarzt — sie alle bilden genau das Team, in dem Konflikte vorangekündigt sind, und wodurch allein schon Spannung aufkommt, ob die es wohl miteinander überhaupt schaffen können, Erfolg zu haben wo zwei andere Teams bereits scheiterten. Besonders amüsant fand ich übrigens die Idee, den „alten” Kommandanten Douglas durch den Hollywood-Schauspieler Robert Mitchum aus den 70er und 80er Jahren darzustellen, dessen Mimik stets so voller Arroganz und Überheblichkeit zu sein schien, was hervorragend zu dieser „Rolle” hier passt, auch wenn Janjetov die Darstellung Mitchells nicht aus allen Perspektiven immer gleichbleibend gut gelingt — was leider auch für einige andere Figuren gilt. Das ist leider sein großes zeichnerisches Manko — ansonsten sind die Zeichnungen einwandfrei.

Alles in allem bin ich auch von dieser neuen Serie des Erfolgteams LEO/Rodolphe wieder vollauf begeistert und sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Einzig er Titel dieses Bandes ist mir ehrlich gesagt Rätsel auf: wieso „Vertigo” (Schwindelanfall)? Ich weiß es nicht. 

Auf den nächsten Teil wird man jedoch noch ein bisschen warten müssen, denn anders als bei den Aldebaran-Serien ist der Splitter Verlag hier sehr zeitnah an der Originalveröffentlichung — und die Autoren müssen jetzt erst einmal weitermachen!



Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung des Krimis im Weltall, mit gut ausgesuchten Figuren und genügend Nebenhandlungen, die dem ganzen Plot die notwendige Tiefe verleihen. Unbedingt zu empfehlen.



Europa — Band 2: Vertigo - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Europa — Band 2: Vertigo

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 16,00

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Rezension vom: 18.06.2023
Kategorie: Alben
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