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Comic-Besprechung - Benni Bärenstark Gesamtausgabe — Band 3

Geschichten:

Benni Bärenstark Gesamtausgabe — Band 3

Pierrot und die Lampe (25 Kurzgeschichten aus „Bonux-Boy”, „Spirou” und „Schtroumpf!”)

Autor: Peyo & Yvan Delporte, Jean-Claude de la Royère

Zeichner: Peyo & Philippe Delzenne, Eric Closter

Benni und Benco (12 Seiten)

Autor: Peyo & Albert Blesteau

Zeichner: Peyo & Albert Blesteau

Spielzeug(en) (8 Seiten)

Autor: Peyo, Yvan Delporte & Albert Blesteau

Zeichner: Albert Blesteau

Der Fetisch (44 Seiten)

Autor: Peyo & Albert Blesteau

Zeichner: Albert Blesteau

Übersetzer: Max Murmel, unter der Hinzuziehung der Übersetzungen von Gabriele Montaldi-Seelhorst („Der Fetisch”)



Story:

In diesem dritten Band der Serie ist nur eine einzige albumlange Geschichte enthalten, „Der Fetisch”, in der Benni gedrängt wird, einen Museumsdiebstahl zu begehen. Neben einem Werbecomic für einen Schokotrunk („Benni und Benco”) und einer kurzen Weihnachtsgeschichte um drei Ausbrecher („Spielzeug(en)”) enthält dieser Sammelband darüber hinaus vor allem sämtliche Kurzgeschichten um die Figur Pierrot, einen Vorläufer zu Benni, der eine magische Lampe mit einem Geist besitzt, der einem alle Wünsche erfüllen kann. Wenn er sich nur an den richtigen Zauberspruch erinnern könnte…



Meinung:

Der vorliegende dritte Sammelband setzt die Reihe um Benni Bärenstark fort, von der insgesamt fünf Bände erscheinen werden. Diesmal wird der Zeichnerwechsel von François Walthéry hin zu Albert Blesteau vollzogen, da Walthéry nun endgültig seine Serie „Natascha” weiterzeichnen wollte. Stilistisch merkt man davon meiner Meinung nach nichts, die Zeichnungen sind wie gewohnt, und Peyo als Hauptautor hat auch wieder eine Geschichte entworfen, deren Gags sich schlüssig zu einer kompletten Geschichte ergänzen und die durchaus lesenswert ist. Den Übergang zum neuen Zeichner nutzt der toonfish-Verlag für eine Dokumentation über eine andere Serie aus der Feder Peyos, „Pierrot und die Lampe”. Hierbei handelt es sich ebenfalls um die Figur eines kleinen Jungen, der diesmal seine „Superkräfte” jedoch nicht selbst besitzt, sondern in Form einer Magischen Lampe mit einem darin wohnenden Geist („Dschinn”) bezieht, der ihm hilft (ähnlich wie in der 70er-Jahre Fernsehserie „Bezaubernde Jeannie” mit Larry Hagman, der auch aus „Dallas” bekannt ist). Die Serie „Pierrot und die Lampe” wurde zu Beginn der 60er-Jahre für einen Werbecomic entworfen, und später von Peyo für die Zeitschrift „Spirou” umgezeichnet. In beiden Publikationen sind jedoch nur jeweils drei Geschichten erschienen, bevor Peyo sie von 1978 bis 1982 noch einmal für die Zeitschrift „Schtroumpf!” neu umgearbeitet und ausgeweitet hat. Den Zusammenhang zu Benni Bärenstark soll hierbei die Tatsache ausmachen, dass beide Figuren ca. zeitgleich entworfen wurden, und es statt Benni auch Pierrot zur Hauptserie hätte schaffen können. Ich halte das für etwas weit hergeholt, die Pierrot 4-Seiter sind ganz nett, aber anders als bei ähnlich aufgebauten Magazin-Serien wie „Boule & Bill” oder „Cubitus” leiden die Gags hier an einer sehr hohen Wiederholungsrate, da der eigentliche Witz (nämlich dass der Geist sich nie an den richtigen Zauberspruch erinnern kann) doch schon arg stark strapaziert werden muss und am Ende sehr erzwungen daherkommt. Ich denke eher, dass Peyo rechtzeitig erkannt hatte, dass die Figur Benni die bessere war, und Pierrot zu Recht erst einmal fallen ließ. Dass er sie später noch einmal wiederbelebt hat, ist bemerkenswert und mag unterschiedliche Gründe haben — aber daraus einen Bezug zu Benni Bärenstark zu erkennen, fällt mir sehr schwer.

Toonfish haben nun sämtliche Ausgaben der Kurzgeschichten von Pierrot aus den drei Publikationen zusammengesucht und abgedruckt, auch wenn dabei Doppelungen in den Erzählungen vorhanden sind. Das ist einerseits sehr löblich und auch rundherum sehr gut dokumentiert, und wird die Hardcore-Fans sicherlich begeistern — doch wird jetzt immer deutlicher, dass mit der vorliegenden Veröffentlichung tatsächlich nur noch ein erwachsenes Publikum erreicht werden soll. Für jugendliche Leser ist die Doppelung sicherlich ein bisschen langweilig — doch die scheitern möglicherweise bereits an den sehr umfangreichen Dossiers der Bände, und sind wohl mit dieser Veröffentlichung nicht angesprochen und deshalb mit der Einzelveröffentlichung der Benni-Alben besser bedient. Doch dann lernen sie natürlich Pierrot niemals kennen — ein Dilemma tut sich auf. Die älteren Jahrgänge und Sammler können mit dem vorgelegten Band sicherlich mehr anfangen, doch ob sie sich in den Publikationen eines „Kinderbuch”-Imprints wiederfinden, bleibt dem Verlag nur zu wünschen.  

Insgesamt ein aus meiner Sicht etwas ambivalenter Band in der ansonsten sehr gelungenen Reihe mit Sammelbänden von Benni Bärenstark: Leider nur eine albumlange Geschichte und eine weitere Kurzgeschichte des Helden, dafür noch einen Werbecomic (über dessen Wert man im Zusammenhang mit „Werbung für Kinder” nochmal ganz separat diskutieren könnte, der aber durchaus seinen Platz in einer Gesamtausgabe verdient) und eine Dokumentation einer artverwandten Serie des gleichen Autors (Peyo) — eine aus meiner Sicht etwas verunglückte Mischung: ein Einzelband für die Fans von Peyos unbekannteren Serien wäre angebrachter gewesen, wie z.B. damals auch die Einsortierung von „Stups und Steppke” in die Hergé-Sammelbände bei Carlsen etwas verunglückt wirkte — zumindest aus meiner Sicht.

Zur Komplettierung der Serie ist dieser Band zu empfehlen.



Fazit:

Eine etwas unglückliche Mischung aus Benni Bärenstark und einer eher unbekannten Serie namens „Pierrot und die Lampe”, die hier sehr viel Raum einnimmt. Mit Einschränkungen für Komplettisten der Serie zu empfehlen.



Benni Bärenstark Gesamtausgabe — Band 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Benni Bärenstark Gesamtausgabe — Band 3

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
toonfish

Preis:
€ 39,95

ISBN 10:
3967927393

ISBN 13:
978-3967927399

224 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Sehr guter Dossierteil.
  • Die Benni-Bärenstark-Geschichten sind weiterhin sehr gut.
Negativ aufgefallen
  • Der Bezug von „Pierrot und die Lampe” zu „Benni Bärenstark” ist eher vage.
  • Eine etwas unglückliche Mischung.
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 11.05.2023
Kategorie: Alben
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