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Comic-Besprechung - Sea Dogs - Blutige Wellen

Geschichten:

Sea Dogs - Blutige Wellen
Autor: Joe Hill, Zeichner / Inker: Dan McDaid, Colorist: John Kalisz



Story:

1780 steht der Unabhängigkeitskrieg der amerikanischen Kolonien gegen England kurz vor dem Ende. Die koloniale Flotte ist vernichtet und die britische Marine blockiert die Häfen, so dass kaum Nachschub von den Verbündeten kommen kann. Da verfällt der amerikanische Geheimdienstchef auf einen bizarren Plan. Um die Moral des Feindes zu schwächen und Terror zu verbreiten, schleust er drei Werwölfe auf ein mächtiges britisches Kriegsschiff.



Meinung:

Mittlerweile dürfte bekannt sein das der Schriftsteller Joe Hill sein eigenes kleines Comiclabel bei DC hat und die originären Geschichten unter dem Black Label erscheinen.  Mit Sea Dogs kommt wieder ein von ihm selbst verfasster Comic heraus. Oft gibt er unter seinem Label ja auch andere Autoren heraus und ermöglicht manchen von ihnen eine erste Chance.

Das Thema des neuen Bandes ist jedenfalls äußerst vielversprechend. Es dürfte mit der altehrwürdigen Thematik der Werwölfe nicht nur Horror-Aficionados ansprechen, sondern auch diejenigen welche ein Faible für die Seefahrt und historische Stoffe haben. Es werden also drei Genres miteinander verwoben, aber das passt sehr harmonisch und ist in sich auch logisch. Jedenfalls läuft so manchem das Meerwasser im Munde zusammen, wenn man nur den groben inhaltlichen Umriss erfährt. Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges geraten die Rebellen erheblich unter Druck und haben ihre Flotte gegenüber der britischen fast vollständig verloren. So verfällt der Chef des amerikanischen Geheimdienstes auf einen irrwitzigen Plan. Soweit der historische Hintergrund der übrigens akkurat ist. Die Flotte der Kolonialisten war so gut wie vernichtet, dringend benötigter Nachschub kam nicht an, da die Briten die Häfen kontrollierten und solche Städte welche Schiffe der Verbündeten einlaufen ließen, in Schutt und Asche legten. Auch das hier eine große Rolle spielende Schiff und dessen Kapitän gab es wirklich.

Hill nutzt also historisch reale Personen, Gegebenheiten und Hintergründe, um nun seine Fabel zu spinnen. Denn der Geheimdienst will die Moral der gegnerischen Flotte untergraben und schleust drei Werwölfe auf ein britisches Kriegsschiff. Deren Auftrag: ein Gemetzel zu veranstalten. Hier hat man also die Kombination von History und Horror. Und da fast der ganze Comic in der klaustrophobischen Enge eines Schiffes spielt, ist nicht nur der Horror wirkungsvoll, sondern auch Freunde von Schifffahrtsgeschichten kommen auf ihre Kosten. Als ob das nicht reichen würde, kommen auch noch klassische Krimi-Elemente dazu. Denn man weiß weder als Leser*in noch als Charakter wer die Werwölfe sind und so entspinnt sich noch ein klassisches Whodunnit, Dabei gerät die Action äußerst blutig und ist wahrer Splatter wenn etwa ein Matrose mit seinen eigenen Gedärmen erwürgt wird.

Allerdings irritiert die Struktur etwas. Gut, dass nach einigen Seiten immer wieder ein Erzähler auftritt ist natürlich eine Hommage an die klassischen EC Comics ebenso wie die ironisch gemeinte Möglichkeit sich die Charaktere auszuschneiden und die Handlung so nachzuspielen. Für die Unterbrechungen sollte man nun aber wissen, dass die Story in den USA nicht als Heftserie erschienen ist, sondern als Zusatzstory in Form von jeweils wenigen Seiten in anderen Heften des Labels von Joe Hill. Was auch einige Verweise erklärt, denn es wird auch mal die magische Axt aus Ein Korb voller Köpfe erwähnt. Die deutsche Leserschaft hat also das Vergnügen die Geschichte am Stück lesen zu können, aber durch die Unterbrechungen und damit verbundenen inhaltlichen Brüche wird das nicht sonderlich flüssig vonstattengehen.
Ansonsten ist der Band sehr gelungen. Die Mischung der Genres ist stimmig, die Zeichnungen atmosphärisch und dynamisch. Bei aller Action nimmt man sich Zeit für die Charaktere und man versuchte Klischees zu umschiffen, da die Werwölfe eher wie Hunde aussehen was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Aber wieder zu dem Begriff Hunde des Krieges passt. Ansonsten hält der Band was er verspricht und Genrefreunde werden zufrieden sein.



Fazit:

Eine gelungene Genremischung aus blutigem Horror, History, Krimi und Seefahrtabenteuer. Bei all der Action nimmt man sich sogar noch Zeit für die Charaktere. Nur das Format schmälert etwas ein flüssiges Lesevergnügen.



Sea Dogs - Blutige Wellen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sea Dogs - Blutige Wellen

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Panini

Preis:
€ 13,00

ISBN 10:
3741622699

ISBN 13:
‎ 978-3741622694

100 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • gelungene Genremischung
  • Action, Spannung, Atmosphäre
  • Charakterisierungen werden nicht vergessen
  • ironische Verweise
Negativ aufgefallen
  • Aussehen Werwölfe gewöhnungsbedürftig
  • Ursprungsformat verhindert flüssiges Lesen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
Bewertung
Du kannst diesen Comic hier benoten.

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Rezension vom: 11.03.2023
Kategorie: Black Label
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