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Comic-Besprechung - Frauen und Städte

Geschichten:

Frauen und Städte
Autor: Bob de Groot; Zeichner / Colorist: Philippe Francq



Story:

Frauen prägen das Leben. Sei es durch eine schuldbeladene Erinnerung in Key West, eine verängstigte Ehefrau eines Bombenentschärfers, eine aufdringliche alte Dame, als potentielles  Mordopfer oder als Objekt der Begierde. In allen Städten auf der Erde können sie Männer in den Abgrund ziehen.



Meinung:

Der Band Frauen und Städte beinhaltet beide Softcoverausgaben die Ende der 1980er Jahre erschienen sind. Somit kann man ihn getrost als Gesamtausgabe bezeichnen. Auch wenn man sich hier bescheiden gibt und diese Ausgabe nicht so bezeichnet. Wahrscheinlich wollte man bei der Neuauflage die Erwartungen dämpfen da keinerlei redaktionelle Beiträge zu finden sind. Nur in dem sehr knappen Vorwort wird sich artig bei den Verlegern bedankt und darauf hingewiesen, dass die Zeichnungen neu koloriert worden sind.

Das Alter merkt man den beiden Bänden an, die aus Kurzgeschichten bestehen und insgesamt in acht verschiedenen Städten spielen und acht verschiedene Frauen in den Mittelpunkt stellen. Wobei gerade letzteres etwa in die Irre führt. Angesichts des Titels hätte man eine weibliche Perspektive erwarten können und das wirklich die Frauen die jeweils agierenden und die Handlungsträger sind. Heutzutage würde es unzweifelhaft so sein, aber auch damals schon gab es in den Comics starke Frauenfiguren die nicht nur Beiwerk waren. Ein gewisser Chauvinismus ist hier jedenfalls durchaus festzustellen. Erstaunlicherweise sind nämlich die Frauen kaum präsent. Die Geschichten kreisen zwar durchaus immer um sie, aber Handeln tun sie eigentlich nie, mit einer Ausnahme, sondern fungieren eher als ein Katalysator. Sie sind das Streben, das Unheil oder die Opfer. Sie sind hier weniger Charaktere als vielmehr Objekte der männlichen Hauptfiguren. Manchmal ist die, der Kurzgeschichte den Titel gebende, Frau sogar nur in einem einzigen Panel zu sehen. Und was die jeweilige Stadt nun soll, abgesehen von den zeichnerischen Ausflügen die durchaus gelungen sind, bleibt schleierhaft. Heutzutage lägen die Schwerpunkte jedenfalls deutlich anders und gerade bei dem Frauenbild merkt man den Geschichten das Alter doch mehr als deutlich, in diesem Falle störend, an.

Die Kurzgeschichten sind auch sehr durchwachsen. Formal erfüllen sie ihren Zweck mit einem überraschenden Twist am Ende und die Zeichnungen sind eigentlich immer gelungen. Aber in einem Magazin ist ein solches Format doch deutlich besser aufgehoben als in einem Album. Manchmal wird man aber überrascht. Die erste Story etwa kann man durchaus als Geistergeschichte lesen, eine andere als Drama, aber insgesamt überwiegt der Krimi. Dabei ist ein gewisser schwarzer Humor durchwegs zu finden und insgesamt von der Tonalität her doch recht düster. Leider bietet die Form den Figuren kaum Raum zur Charakterentwicklung, sondern stellt rein alles auf den Kniff und die Atmosphäre ein. Das ist weniger den Machern geschuldet denn dem Format der Kurzgeschichte. Zeichnerisch sind die Zeichnungen gut aufgebaut so dass die Überraschungen jedenfalls immer ihre Wirkung entfalten, dürfte aber bei wiederholter Lektüre abstumpfen. Es fehlt einfach das gewisse etwas und manchmal ärgert man sich doch über das antiquierte Frauenbild. Insgesamt also ein eher durchwachsener Eindruck.



Fazit:

Durchwachsen. Das Frauenbild ist doch recht antiquiert und man fragt sich ständig wie die Kurzgeschichten heute aussehen würden. Und das Format der Kurzgeschichte bietet kaum Raum zur Entfaltung. Trotz guter Zeichnungen und überraschender Twists eher unnötig.



Frauen und Städte - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Frauen und Städte

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Schreiber und Leser

Preis:
€ 29,80

ISBN 10:
396582113X

ISBN 13:
978-3965821132

100 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • elegante Zeichnungen
  • schwarzer Humor
  • Twists am Ende
Negativ aufgefallen
  • alles auf Twist angelegt und stumpft bei wiederholter Lektüre ab
  • antiquiertes Frauenbild
  • Frauen nicht Handlungsträger
  • Figuren entwickeln sich nicht
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
4
(1 Stimme)
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Rezension vom: 05.02.2023
Kategorie: Alben
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