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Comic-Besprechung - Black Panther 4: Schurken und Götter

Geschichten:
Black Panther 4: Schurken und Götter (Black Panther 13-18)
Autor: Ta-Nehisi Coates, Zeichner: Jacen Burrows, Adam Gorham, Chris Sprouse, Wilfredo Torres, Inker: Jacen Burrows, Adam Gorham, Terry Pallot, Karl Story, Wilfredo Torres, Dexter Vines, Walden Wong, Colorist: Andrew Crossley, Laura Martin


Story:
Gerade erst hat der Staat von Wakanda eine neue fragile Regierungsform bekommen, so droht schon die nächste Gefahr. Unheimliche Wesen aus alten Legenden greifen an und die Menschen fragen sich, ob das damit zusammenhängen mag, dass die Götter des Landes offenbar fort sind. Der Black Panther steht vor der ungewöhnlichen Aufgabe heruaszufinden, was mit den Göttern geschehen ist, um sein Land zu retten.


Meinung:
Eines der zentralen Themen der Serie vom Black Panther ist der Konflikt zwischen der Tradition und der Moderne. Das kam schon zu Beginn der Figur zum Tragen und wurde immer wieder in die Abenteuer eingebracht. Manche Kritiker und Comichistoriker sehen hier auch den Grund, dass sich nie genug regelmäßige  Leser für die Reihe finden konnten und sich so die Auftritte vom Black Panther in Mini-Serien oder in Gastauftritten etwa als Mitglied von Teams erschöpfte. Gerade die weiße Leserschaft der amerikanischen Mittelschicht war wohl zu sehr von den afrikanisch stämmigen Traditionen entfernt, auch wenn diese in ein futuristisches Staatssystem eingebracht worden sind, um sich dem Helden empathisch nähern zu können.

Auch in der neuen Reihe ist dieses Spannungsfeld zwischen der Vergangenheit, den Traditionen, und der Moderne zentraler Bestandteil. Hat man sich in den ersten drei Bänden noch auf einen politischen Exkurs eingelassen und innerhalb eines Superheldenabenteuers darüber philosophiert ob eine Monarchie noch zeitgemäß ist und wie sie heutzutage aussehen könnte, so nimmt sich der Bestsellerautor Ta-Nehisi Coates nunmehr die Religion vor. Dabei wird hier keine theologische Diskussion oder Philosophie entfacht, sondern die Action und das Abenteuer stehen im Vordergrund. Zeitgleich wird aber deutlich gemacht, dass eine Religion nicht nur für eine einzelne Person identitätsstiftende Funktionen hat, sondern auch eine Gemeinschaft schafft die sich in Form eines Staates verwirklicht. Insofern ist es Aufgabe von T´Challa als König Wakandas zu untersuchen, ob die alten Götter wirklich fort sind. Angesichts der letzten Krisen und dem Secret War helfen die Götter trotz der ganzen Gebete ihren Gläubigen nicht. Da sie hier aber als Personen gelten, bleibt nur die Schlussfolgerung, dass die Götter verschwunden sind. Es häufen sich mehrere unheimliche Begebenheiten und alte Feinde, die man nur noch aus Sagen und Legenden kennt, fallen über das Land her. Was symbolisch auch so gesehen werden kann, dass eine Religion die „heidnischen“ Aspekte gebannt hat und nun der Atavismus  droht. Der Black Panther sucht also herauszufinden, was mit den alten Göttern geschah, um sein fragiles Staatsgebilde zu retten und sein Volk zu beruhigen, die gerade erst einen Bürgerkrieg hinter sich haben. Zugleich bekämpft er die Fabelwesen welche das Land zu verheeren drohen. Hier gibt es also viel Action und der Panther ist recht skrupellos und schreckt auch nicht vor dem Töten zurück. Dabei muss er sich mit einem alten Feind verbünden während sich alte Gegner wieder neu formieren.

Merkwürdig ist nur, dass von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Götter alle die Namen ägyptischer Götter tragen, was unlogisch ist, da das fiktive Wakanda eher in Zentralafrika einzuordnen ist, denn in der Nähe von Ägypten. Peinlich ist auch die Stelle, in welcher der Black Panther einen Schurken überreden kann, etwas Gutes zu tun. Ein weiterer Schwachpunkt sind die allzu glatten Zeichnungen welche sehr reduziert und flächig ausgefallen sind und kaum einen individuellen Stil erkennen lassen, obwohl viele Namen, und teils auch recht bekannte wie Jacen Burrows, daran beteiligt waren. Es wirkt alles sehr uniform und wie Gebrauchszeichnungen.

Aber angesichts der Spannung und der interessanten Story nimmt man das in Kauf. Schließlich wirkt der König angesichts der Traditionen überfordert, ja teilweise hilflos, und da alle Hintergründe äußerst unklar sind, kann man jetzt schon auf den nächsten Band gespannt sein.


Fazit:
Ein spannender Band mit einem ungewöhnlichen Thema, welches den intelligenten Subtext hervorragend in die Story einwebt.

Black Panther 4: Schurken und Götter - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Black Panther 4: Schurken und Götter

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,99

ISBN 10:
3741605905

ISBN 13:
978-3741605901

136 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • intelligente Story
  • geschickt eingebauter Subtext
  • Action und Spannung
Negativ aufgefallen
  • unauffällige Zeichnungen
  • an einer Stelle sehr peinlicher Dialog
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
Bewertung
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Rezension vom: 15.03.2018
Kategorie: Hefte
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