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Comic-Besprechung - White Indian

Geschichten:
White Indian (The Durango Kid 1-16, Heroic Comics 65, 67, 70-73, 86, Jesse James 20, Manhunt 11, Trail Colt 1, Circus Comics 1, Real Life Comics 52, Happy Comics 33)
Autor: Frank Frazetta, Al Williamson, Ray Krank, Zeichner / Colorist: Frank Frazetta


Story:
Dan Brand ist ein Gentleman der an der Ostküste lebt. Bis an seinem Hochzeitstag seine Braut von einem eifersüchtigen Nebenbuhler erschossen wird. Von Rachedurst getrieben folgt er dem Mörder bis in den Wilden Westen. Eines Tages wird er von einem Bären schwer verwundet. Doch Indianer finden und pflegen ihn. Brand beschliesst bei ihnen zu bleiben und das Überleben in der Wildnis zu erlernen. Fortan bekämpft er mit seinem Blustbruder Tipi das Unrecht in jeder Form.


Meinung:
Frank Frazetta ist ein Meister. Allerdings nur als Illustrator. Berühmt wurde er mit seinen Fantasyartworks welche mittlerweile bei Auktionen hohe Preise erzielen und gerade seine Cover und Kalender waren immer ein hoher Kaufanreiz. Angesichts der Opulenz seiner Gemälde haben sich immer schon viele Leser gewünscht diese detaillierten und farbenfrohen Zeichnungen auch mal in zusammenhängenden Geschichten bewundern zu können. Sprich: das Frazetta auch mal Comics machen möge, damit man seinen Stil auch in einer eigenen Reihe bewundern könnte.

Dabei übersehen viele, oder haben es nicht gewusst, das Frazetta ganz zu Beginn seiner Karriere eben Comics gemacht hat und erst später das Metier wechselte ohne dem Bereich gänzlich untreu zu werden. Vielleicht erkannte er selber, dass seine Stärke in den Illustrationen liegt. Denn man muss festhalten, dass die Gestaltung von Comics wohl nicht seins gewesen ist. Auch wenn man mit der Aussage an seinem von Fans errichteten Sockel rütteln dürfte.

Der vorliegende Comicband White Indian ist dafür aber ein gutes Beispiel. Gut, die Geschichten um den White Indian sind alt. Sie entstanden in den 1950er Jahren und haben leider nicht die Zeitlosigkeit, um zu einem Klassiker zu werden. Sie wirken dafür teilweise deutlich antiquiert und sind spürbar gealtert. Was einem schon schwerfällt, den Geschichten einen Klassikerstatus zuzuerkennen. Sie sind schlicht alt, nicht klassisch.

Doch woran liegt das? Stellenweise sind sie deutlich propagandistisch. Gerade die wahren Heldengeschichten aus dem Koreakrieg, der zum Zeitpunkt des Entstehens noch tobte, sind pure unverhohlene Propaganda. Da könnte man darüber hinwegsehen, denn der deutsche Verlag hat sich alle, lobenswerte, Mühe gegeben die Hefte so zu sammeln und zu veröffentlichen wie sie damals auf den US-Markt kamen. Comichistorisch ist das interessant und man kann so mit einer historischen Brille einen Abstand einnehmen. Doch auch die fiktionalen Westerngeschichten haben einige leichte Anflüge von Rassismus. Allein schon die Tatsache, dass der Held ein Weißer ist und die Indianer nur mit seiner Hilfe einige Herausforderungen bestehen können, unterstreicht die vermeintliche Überlegenheit des weißen Mannes. Auch wenn er unter den Indianern lebt. Das aber weniger aus Respekt oder Wertschätzung derer Kultur, sondern einzig weil es ihm zum Vorteil gereichte. Das trägt nicht zur Völkerverständigung bei.

Diese Elemente kann man Frazetta nicht anlasten, da er nicht selber die Geschichten geschrieben hat. Doch bieten seine Zeichnungen leider auch alle deutlichen und eintönigen Klischees der bildlichen Darstellung auf. Das kann noch alles der Zeit zugeschrieben werden, wenn die Schurken unrasiert und schwarzhaarig sind und meistens auch eine Art körperlichen Defekt haben. Fans werden sich daran erfreuen einem Genie beim Werden zuzusehen. Doch das ist enttäuschend, da die Zeichnungen auch abseits der Klischees nicht gerade zu überzeugen wissen. Es gibt sehr viele Perspektivfehler, Hintergründe werden oft ausgespart und die Posen wirken albern. Im Nachhinein ist es schwer zu beurteilen, was von den Mängeln wohl den Produktionsbedingungen der Hefte zuzuschreiben ist. Etwa ob Frazetta aus Zeitgründen darauf verzichtet hatte, die Hintergründe detaillierter darzustellen. Andere Elemente wie die Perspektivfehler zeigen aber deutlich, dass der Zeichner noch am Lernen ist. Im Grunde ist der Band vor allem für Fans interessant welche aber angesichts des Mangels der prägenden Stilistik der späten Arbeiten enttäuscht sein dürften. Diejenigen, welche sich für die Comicgeschichte interessieren, bekommen hier immerhin sehr seltene Storys zu lesen. Aber für den Gelegenheitsleser ist der Band weniger geeignet.


Fazit:
Enttäuschend. Dem späteren genialen Illustrator Frazetta sind hier oft die Zeichnungen misslungen. Und die Stoys sind nicht klassisch, sondern schlicht alt und bieten alle Klischees auf die man finden kann. Interessant für Komplettisten und Comichistoriker.

White Indian - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

White Indian

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Salleck Publications

Preis:
€ 29

ISBN 10:
3899086023

ISBN 13:
978-3899086027

192 Seiten

Positiv aufgefallen
  • seltene Comics abgedruckt
  • Entwicklung eines Künstlers beobachtbar
Negativ aufgefallen
  • Fehler in den Zeichnungen
  • latenter Rassismus
  • Klischees am laufenden Band
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Rezension vom: 20.12.2016
Kategorie: Hefte
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