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Comic-Besprechung - Querschläger

Geschichten:
Querschläger
Autor: Walter Hill, Matz, Zeichner / Colorist: Jef


Story:
1931. Roy Nash ist zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Doch sein Gangsterboss lässt ihn aus dem Gefängnis holen und hat einen Auftrag für Roy. Er soll nach Los Angeles reisen, um Diebe zu bestrafen. Roy willigt nicht zuletzt ein weil einer der Gesuchten mit der Ex-Freundin von Roy zusammenleben soll. Was ihn aber in Konflikt mit der dortigen Mafia bringt.


Meinung:
Der Comic Querschläger basiert auf einem unverfilmten Drehbuch von dem Erfolgsregisseur Walter Hill, der im Anhang auch ein recht launisches Interview gibt und teilweise wohl etwas von den Fragen genervt war. Jahrelang hatte er immer wieder an dem Skript gearbeitet, sich aber nicht um die Finanzierung gekümmert. Bis er eines Tages des Comicautor Matz kennenlernte, der Hill fragte, ob er nicht Drehbücher hätte, die sich auch als eine Comicumsetzung anbieten würden. Dass dann Querschläger genommen wurde, überrascht wenig.

Schließlich geht es hier um einen Berufskiller in den USA der 1930er, der einen Job im entfernten Los Angeles annimmt, in der Hoffnung dort auch seine ehemalige große Liebe zu finden. Natürlich geht einiges schief und der Berg an Leichen wächst stetig. Schon als Regisseur hatte sich Walter Hill schon mehrfach Outlaws angenommen und immer wieder von harten Männern erzählt. Nicht zuletzt Last Man Standing mit Bruce Willis spielte schon im Amerika der Prohibitionszeit. Aber auch seine anderen Filmcharaktere kamen immer wieder an ihre Grenzen. Seien es nun der Indianer in Chatos Land, der sowjetische Polizist in Amerika Red Heat (mit Arnold Schwarzenegger) oder der Abgesang von Legenden in Geronimo und Wild Bill sowie der TV-Serie Deadwood. Alle zehren gewissermaßen von dem Mythos des Revolverhelden, wobei der vermeintliche Glamour kaum die Gewalttätigkeit und die Amoralität verdecken kann. Alle fallen mehr oder weniger dem Fluch ihres Images zum Opfer.

Kein Wunder das sich Matz für diesen Stoff interessierte, da er mit seiner Serie Der Killer nicht nur das selbe Faible wie Hill offenbart, sondern hier auch untersucht, was diese Männer eigentlich antreibt und wie sie ihre Taten rechtfertigen. Wobei man über den Helden in Querschläger eigentlich nichts erfährt. Seine Motivation ist die Liebe, was ihn für den Leser ausreichend sympathisch macht um ihm auf seinem blutigen Weg zu folgen, aber ansonsten ist er eine leere Hülle. Und vielleicht ist das ja gerade das, was Mörder ausmacht. Und doch umgibt ihn ein gefährlicher Glamour wie sie die Gangster der damaligen Zeit hatten. Es sei nur an Al Capone erinnert.

Dabei läuft die Story ziemlich gradlinig ab und es kommen laufend Actionszenen vor, die wesentlich wichtiger sind als detaillierte Charakterisierungen. Was ein bisschen überrascht, da man sowohl von Hill als auch von Matz so etwas erwartet hätte. Doch hier fällt es weg und man schwelgt in der Nostalgie des klassischen Gangstersujets. Verschachtelte Winkelzüge gibt es auch kaum und im Grunde sind diese auch egal. Stattdessen setzt man auf Härte, Tempo und Spannung, was alles auch gut funktioniert.

Dadurch werden die Zeichnungen essentiell, welche eine gute Atmosphäre des Zwielichts erschaffen ohne sich dem ikonischen Fundus des Film Noir zu bedienen. Statt viel mit Schatten und Schwärze zu arbeiten sind die Farben eher im Gelb- und Braunbereich angesiedelt, was den Zeichnungen nicht nur eine Patina verleiht, sondern auch die Zwiespältigkeit der Figuren und deren Handlungen verstärkt. Und wen kann es wundern, da die Story ja auf einem Drehbuch basiert, das alles recht filmisch wirkt mit vielen Close-Ups, rasanten Schnitten und schnellen Wechseln zwischen Nahaufnahmen und Totalen.
Wer ein Faible für die Gangsterstoffe aus den 1930ern hat, sollte auf jeden Fall zugreifen. Actionfans auch.

Fazit:
Ein gradlinige Actionstory die vor allem Fans des Film Noir ansprechen dürfte. Leider sind die Charakterisierungen nicht sonderlich prägnant und enttäuschen somit.

Querschläger - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Querschläger

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 24,80

ISBN 10:
3958390560

ISBN 13:
978-3958390560

128 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Farbgebung
  • Setting und Atmosphäre
  • Action und Spannung
Negativ aufgefallen
  • keine Charakterisierungen
  • gradlinige Story
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Rezension vom: 21.08.2015
Kategorie: Alben
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