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Comic-Besprechung - Winterwelt Classic: Winterwelt - Classic

Geschichten:
Winterwelt Classic
Autor: Chuck Dixon, Zeichner: Jorge Zaffino


Story:
In der Zukunft ist die Erde von Schnee und Eis überzogen. Jeder kämpft um Nahrung und Wärme und es herrscht das Gesetz des Stärkeren. Scully ist ein Händler, der die Eiswüsten durchquert. Eines Tages trifft er das junge Mädchen Wynn, die sich ihm anschließt.


Meinung:
Laut Verlag gilt Winterwelt als einer der einflussreichsten Comics der 1980er Jahre und als Meisterstück des 2002 verstorbenen argentinischen Zeichners Jorge Zaffino, der auch am Punisher gearbeitet hat. Zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung gibt es hier also eine Wiederentdeckung und der klassische Band Winterwelt erscheint das erste Mal in deutscher Übersetzung. Flankiert wird das mit dem Auftakt der neuen Winterweltserie, welche nach jahrelanger Wartezeit nun die Geschichte fortführt.

Geschrieben wurde die Story von Vielschreiber Chuck Dixon, der angeblich sehr konservativ sein soll. Das wird zumindest in dem faktenreichen Nachwort erwähnt, wobei man dann die Erklärung schuldig bleibt warum und woran der Konservatismus deutlich wird und was das mit Winterwelt zu tun hat. Einen Konservatismus kann man zumindest diesem Klassiker nicht absprechen. Er stammt deutlich aus den 1980ern und bedient manche Topoi und Strukturen wie sie damals gang und gäbe waren und welche vor allem durchaus reaktionär ausfallen konnten. Hier herrscht ein Geist vor in dem Sinne „Ein Mann muss tun, was getan werden muss“ und man sieht im Geiste einer möglichen Verfilmung so Darsteller wie Charles Bronson, Chuck Norris, Steven Seagal, etc. vor sich. Aus heutiger Sicht wird hier in dem Band nichts Neues erzählt und die Parallelen zu Mad Max sind auch ohne die Verlagswerbung nicht zu übersehen. Raste Mad Max noch durch die australische Wüste, ist es hier eine Welt aus Eis und Schnee, welche ebenso lebensfeindlich ist und eine bedrückende und spannungsgeladene Atmosphäre schafft. Man kann der Kälte nicht entkommen und man ist permanent durch den Tod bedroht. Es geht einzig um das Überleben, die Suche nach Wärme und Nahrung und einen Hauch von Sicherheit. Denn die Welt ist bevölkert von Egoisten und marodierenden Banden, welche sich auf Kosten anderer bereichern. Da gibt es keine Loyalität, keine Freundschaft, sondern nur das Recht des Stärkeren. Letzteres ist dann auch das moralische Problem des Bandes und wohl einer der Punkte den man Chuck Dixon vorwirft: die Hervorhebung eines Sozialdarwinismus. Nur der Stärkste überlebt und wer sich am besten anpassen kann. Mord und Totschlag werden dadurch durchaus gerechtfertigt. Was einen etwas herben und bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Aber wer sich einfach unterhalten lassen will, bekommt kurzweilige und spannungsgeladene Lektüre geboten.

Wobei die Story an sich nicht sonderlich ausgefeilt ist. Ein einsamer Einzelkämpfer wie man ihn seit den 1960ern zigtausend Fach im Kino gesehen hat, wird durch die Gegenwart eines jungen Mädchens langsam humaner und muss gegen viele verschiedene Schurken ankämpfen. So weit, so Klischee. Aber dass alle Gesellschaftsstrukturen hier verdammt werden und alle soziale Ordnung dahingehend geschildert wird, dass sie zwangsläufig autoritär ist und auf Ausbeutung gemünzt ist, ist wieder ein inhaltlich reaktionärer Gesichtspunkt. Zudem bleiben die Charaktere ziemlich eindimensional.

Auch die Zeichnungen überraschen etwas. Zaffino wird hoch gelobt. Bei der Betrachtung der Bilder kann man das aber manchmal nur schwer nachvollziehen. Denn die Graphik verschwimmt manchmal. Sie ist teils recht unsauber gestaltet und Trennungen zwischen Bildebenen heben sich auf, so das manchmal schwer etwas zu erkennen ist. So kann man einen Stiefel nicht mehr von dem Bein und einem anderen Körper unterscheiden und die Gesichter sind dann auch recht schwer auseinanderzuhalten. Die stilistischen Ähnlichkeiten zu Carlos Ezquerra sind auch sehr deutlich. Zaffino gelingt es aber hervorragend eine Atmosphäre der permanenten Bedrohung und Gewalt zu schaffen, aber man wünscht sich in diesem Schwarz-weiß-Band doch etwas Farbe, damit die Bildebenen deutlicher werden.

Es mag sein, das der Band einflussreich gewesen ist, aber aus heutiger Sicht kann man das nur noch schwer feststellen, da viele Elemente schon zu Klischees geworden sind und abgesehen vom Setting so gut wie nichts auch schon in den 1980ern neu war. Unterhaltsam ist es, aber begeistern tut es nicht.


Fazit:
Auch wenn der Band als Klassiker angepriesen wird, so ist vieles doch nur Klischee. Zwar gibt es Action und ein packendes Setting aber eine Story ist kaum vorhanden und die Charaktere sind eindimensional. Zudem ist die Grundhaltung sehr konservativ.

Winterwelt Classic: Winterwelt - Classic  - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Winterwelt Classic: Winterwelt - Classic

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 18,00

ISBN 10:
3864255902

ISBN 13:
9783864255908

152 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Atmosphäre
  • Setting
  • Action
Negativ aufgefallen
  • Klischees
  • eindimensionale Charaktere
  • konservativer bis reaktionärer Tonfall
  • unsaubere Abstufungen bei Zeichnungen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 03.08.2015
Kategorie: Alben
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