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Comic-Besprechung - Zombillenium 2

Geschichten:
Zombillennium 2: Humankapital
Autor: Arthur de Pins
Zeichner / Colorist: Arthur de Pins



Story:
Der Freizeitpark Zombillennium zieht sich den Unmut der Anwohner zu. Schließlich gibt es in der Umgebung eine sehr hohe Arbeitslosenquote und so ist man sehr verärgert, dass der größte Arbeitgeber des Landkreises nur Monster anstellt. Doch nicht nur der anwachsende Rassismus macht den Betreibern Sorgen. Denn eine Familie, welche zu den Besuchern der Attraktion gehört, hat ein Geheimnis, welches direkt die Angestellten betrifft. Und dann wird auch noch ein Angestellter von Skinheads entführt.

Meinung:
Der zweite Teil, Humankapital, der noch frischen Serie Zombillennium von Arthur de Pins hat beileibe noch nicht nachgelassen. Manche mögen es ja befürchtet haben, angesichts des gelungenen ersten Bandes. Wie oft schon wusste der erste Teil zu überzeugen, wohingegen dann der zweite erheblich schwächer wurde. Hier waren die Befürchtungen besonders groß. Schließlich wurden bereits im Vorgänger die wesentlichen  Figuren vorgestellt, die Ausgangssituationen geschildert und quasi der Claim abgesteckt. Nun musste von de Pins damit begonnen werden, eine richtige Geschichte zu erzählen. Daran scheitern die Autoren von humoristischen Serien denn ja auch oft. Und so ist es sehr erfreulich, dass die Serie nicht nur immer noch frisch und witzig ist, nun aber auch dramaturgisch gelungen und spannend ist.

Das generelle Thema ist immer noch die Parodie auf die heutige Arbeitswelt, wobei der Autor und Zeichner jetzt noch einen Schritt weiter geht und aufzeigt, dass Benachteiligungen am Arbeitsmarkt zu Rassismus und Hass führen können. Schließlich braucht man einen Sündenbock für die eigene Misere. Witzig ist das allein schon deswegen, dass sich nun sich der Rassismus ausgerechnet auf die Monster richtet. Wobei einem hier schon das Lachen im Halse stecken bleiben kann, werden doch Ausländer von Skinheads oft auch als Monster im Sinne von Fremdartigen angesehen. Ein schöner Seitenhieb ist hier aber schon allein dadurch gegeben, dass die Skinheads ausgerechnet ein Skelett entführen, was sich eben auch an einem akuten Mangel an Haaren auszeichnet. Insofern sind sie sich ähnlich.

Doch der Rassismus und die Terrorattacken der Rechten sind nicht das einzige Problem der Monster. Sondern auch Teenager, die sich noch selber finden müssen. Da fragt man sich, wer eigentlich das Monster ist.  Hier jagt jedenfalls ein Gag den nächsten, wobei es auffällig ist, wie hoch das Tempo der ganzen Erzählung ist. Man kommt kaum zum Durchatmen und hetzt mit den Figuren durch das Geschehen. Als ob es nicht schon genug wäre, aufgrund des hohen Tempos kaum zum Luftholen zu kommen, muss man dann auch noch immer wieder Lachen. Es besteht eindeutig die Gefahr des Hyperventilierens. Allein die Szene mit dem schwulen Monster ist ein hervorragender Gag und ein meisterhafter Moment. Angesichts dessen ist es schon fast erstaunlich, dass hier eine richtige und funktionierende Story vorliegt. Das einzige was man dann dem zweiten Teil vorwerfen kann, ist , dass die Hauptfiguren etwas in Nebenrollen abgedrängt werden und lange nicht mehr so viel Platz einnehmen wie vorher.

Aber die vielen schönen Einfälle wie etwa das Skelett unter der Dusche oder einer der entführten Helden und der Kommentar zu dem Dämon nach der Begegnung mit einem Schäferhund und…Ach, man kann sie gar nicht aufzählen. Und dann gibt es noch philosophische Überlegungen wie Vampire pinkeln und kleine eingestreute Gags wie der Inhalt des Getränkeautomaten in der Kantine.

Auch zeichnerisch ist der Band gelungen. Manche mögen sich daran stören, dass alles per Computer hergestellt worden ist, aber dennoch gelingt es de Pins, den Charakteren individuellen Charme und Emotionen zu verleihen. Besonders die Panelanordnung überzeugt. Vor allem wie eine Parallelmontage auf drei Ebenen aufgelöst wird ist hervorragend. In drei Zeilen geschehen drei parallele Handlungen die alle in einem einzigen überformatigen Panel kulminieren, wenn sich die drei Stränge treffen. Sehr schön.

Insgesamt kann man hier bei einem Kauf nichts falsch machen, schließlich ist Zombillennium 2 lustig, spannend, dynamisch, gut gestaltet, intelligent und schlicht und einfach klasse.


Fazit:
Hier liegt der seltene Glücksfall vor, dass der zweite Teil ebenso frisch und witzig ist wie der erste und dann noch eine funktionierende Geschichte erzählt. Trotz allen Witzes, dem Tempo und der Rasanz gibt es durchaus ernste Themen, die hier in einer Satire kongenial behandelt werden. Zugreifen.



Zombillenium 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Zombillenium 2

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Egmont Comic Collection

Preis:
€ 15,00

ISBN 10:
3770436636

ISBN 13:
978-3-7704-3663-7

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Satire
  • trotz hohen Tempos und Gags am laufenden Band existiert eine funktionierende Story
  • Seitenhiebe auf Rassismus
Negativ aufgefallen
  • Hauptfiguren etwas an den Rand gedrängt
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 30.01.2013
Kategorie: Zombillennium
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