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Comic-Besprechung - MAD 135

Geschichten:

Auswahl:

  • SpongeBob Schwachkopf gegen Toy Story
  • Weshalb wir SpongeBob nicht in 3D brauchen …
  • Anzeichen dafür, dass es um Missbrauch geht …
  • Rudy – Der Rüde Supermarkt-Hiwi
  • Was machen die Helden aus Toy Story heute?
  • uvam.



Story:
Titelthema der aktuellen Ausgabe 135 des Magazins MAD ist Robert Schwammkopf, besser bekannt als SpongeBob. Er und seine Freunde (Seestern Patrick Star, Tintenfisch Thaddäus Q. Tentakel oder Krabbe Eugene Herbert Krabs) werden kräftig durch den Kakao oder, wie im Falle des Titelmotivs, durch die Toilette gezogen, ganz so wie es sich für ein anständiges Satire-Magazin wie MAD gehört.

Dazu gibt es laut Impressum „Gänzlich Überflüssiges lächerlich linkischer Editoren“, also im Klartext, die übliche Ladung Schwachsinn von der gewohnten Vollidioten-Mannschaft. Würg. Lechz.

Meinung:
Das MAD Magazin blickt bereits auf eine lange Tradition zurück. Tales Calculated to Drive You Mad prangte auf den Titelbildern der ersten Ausgaben des Magazins von Harvey Kurtzman und William M. Gaines, die in den Fünfzigern im legendären Verlag EC erschienen. Anfangs veröffentlichte man vor allem Parodien auf andere Comics, vornehmlich Superhelden, doch sehr schnell entwickelte sich MAD zum perfiden Satire-Magazin, welches die Medien, die Gesellschaft oder politische Entwicklungen aufs Korn nahm. Das einstmals monatliche Magazin erscheint auch heute noch einmal pro Quartal. Inzwischen sind 504 Nummern erschienen.

Die deutsche Version debütierte im September 1967 beim Williams Verlag mit dem Zusatz „Das vernünftigste Magazin der Welt“. Der Erfolg stellte sich sehr schnell ein, besonders als Herbert Feuerstein Chefredakteur wurde. Zu seinen Glanzzeiten hatte es eine Auflage von über 300.000 Exemplaren. Das Schwarz/Weiß-Heft hielt sich mehrere Jahrzehnte bis es schließlich 1995 mit der Nummer 300 eingestellt wurde.

Knapp drei Jahre später holte der Dino Verlag die Marke aus der Versenkung. Heutzutage erscheint das MAD-Magazin bei Panini. Aus dem einstmals „vernünftigsten“ wurde das „intelligenteste Magazin“ der Welt. Das Magazin, das in seiner zweiten Inkarnation in Farbe erscheint, hatte 2009 sein All-Time-Low bei seiner verkauften Auflage. Knapp 16.000 Exemplare wurden im ersten Quartal 2009 verkauft. Inzwischen liegt das Magazin laut Daten der IVW bei 23.176 Exemplaren für das 2. Quartal 2010.

Wie schneidet die aktuelle Ausgabe im Vergleich zum alten MAD ab? Wer als Heranwachsender in den 70er und 80er Jahren das alte Klaus-Recht-MAD verschlungen hat, der wird sich nur noch bedingt zurechtfinden. Das dünne S/W-Papier ist durchgehender Farbe gewichen. Von der bekannten Zeichner-Riege ist nicht mehr viel zu sehen. Die Zeiten von Mort Drucker, Dave Berg, Sergio Aragones und Konsorten sind vorbei. Don Martin kommt in der Rubrik „MAD Classics“ mit einer Seite noch zum Zug. Alfred E. Neuman, der zahnlückenbewehrte Cover-Boy, ist im Gegensatz zu früher auf dem Cover nur noch ganz klein im Hintergrund zu sehen. Er ist hingegen präsent als Alfred E. Westerwelle in einem originellen Gemälde auf der hinteren Umschlaginnenseite zu finden.

Das heutige MAD wird bestritten durch viele deutsche Eigenproduktionen, die durchaus einem internationalen Vergleich standhalten. Zu nennen wäre allen voran Ivica Astalos, der schon zu Feuersteins Zeiten bei MAD zum Haus- & Hof-Zeichner avancierte. Er ist gleich drei Mal vertreten. Routiniert sind auch die beiden Beiträge von Martin Frei.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Das gilt für einige der Beiträge in dieser August-Ausgabe. Das mag vor allem am Titelthema liegen. Sich über SpongeBob lustig zu machen, ist keine Kunst. Um das Ganze dann auch noch wirklich spaßig zu finden, sollte man sich etwas im Universum des Schwammkopfs auskennen. Vielleicht gilt das für die Zielgruppe, die 13-17jährigen Jungen wirklich, aber für die Fans der ersten Inkarnation von MAD wirkt mancher Gag etwas arg müde.

Wo ist die intelligente Verarsche eines aktuellen Kinofilms oder das coole Faltbild, welches immer für einen netten Überraschungseffekt sorgte? Wo sind die kleinen Bildchen eines Sergio Aragones auf den Seitenrändern, die einem ein Lächeln ins Gesicht zauberten? Statt dessen gibt es ein laues MAD-Poster oder Visitenkarten für Schüler (Bluthorst „Bladdi“ Stüberle, Schulschläger oder Kleindirndlfein Hinterhuber, Professionelle Lehrer-Arschkriecherin). 


Fazit:
Zum Einstieg für Neulinge mag die aktuelle Ausgabe ganz passabel sein, doch wer die alten Hefte kennt, der wird eher enttäuscht. „Das intelligenteste Magazin der Welt“ ist nicht mehr das, was es mal war, aber es ist immer für die paar Lacher gut. Und es bietet deutschen Zeichnern ein kreatives Feld zum Austoben. Einfach mal am Kiosk einen Blick riskieren und spontan entscheiden, ob man es „lechz“ oder „würg“ findet und dann gewillt ist, den (O-Zitat Cover) "Scheiß-Preis von NUR NOCH 2,99 Euro" hinzublättern.

MAD 135 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

MAD 135

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Panini

Preis:
€ 2.99

52 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Alfred E. als Westerwelle
  • Martin Freis Beiträge
  • Johnson und Kerschbaums Strip „Rudy – der rüde Supermarkts-Hiwi“
Negativ aufgefallen
  • wenig richtig gute Gags
  • SpongeBob-Verarsche ist sehr bemüht und nicht lustig
  • wir wollen das Faltbild zurück
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
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Rezension vom: 28.08.2010
Kategorie: Mad
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