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Comic-Besprechung - The Dreaming 1

Geschichten:
Band 1
Autor: Queenie Chan, Zeichner: Queenie Chan

Story:
Die Zwillinge Amber und Jeanie kommen an ein exklusives australisches Internat mitten im Buschland. Die Teenager könnten unterschiedlicher nicht sein; Amber ist still und zurückhaltend, Jeanie lebhaft und fröhlich. Begrüßt werden sie von ihrer Tante Jessie, die als Lehrerin an diesem Internat arbeitet. Doch schon muss Tantchen wieder weg, aus beruflichen und privaten Gründen, und direkt für drei Monate, was vor allem Amber trifft. Versehen mit Hinweisen und Ermahnungen - der Schulleiterin sollten sie tunlichst nicht sagen, dass sie Zwillinge sind, weil sie sonst rausfliegen und es ist verboten das Buschland, welches das Haus umgibt zu betreten, weil dort schon Schülerinnen spurlos verschwunden sind - von der Tante und einer Schülerin finden sie sich erst einmal in ihrem komfortablen Zimmer wieder. Eine erste Erkundung des Hauses führt die Schwestern zu einer mit einer Tapete überklebten Tür, an der ein seltsames Bild hängt. Und schon haben sie erste, etwas unheimliche Begegnung mit der alten Direktorin. Abends, kaum das Amber und Jeanie eingeschlafen sind, erscheinen zwei in viktorianische Gewänder gekleidete Gestalten, darunter die von dem Bild an der Tür, im Zimmer der Mädchen. Am nächsten Morgen wachen sie mit der Erinnerung an einen merkwürdigen Traum auf, in dem sie, ebenfalls in viktorianischer Kleidung, auf einer Lichtung im Busch rätselhafte Gestalten getroffen haben. Auf den in der Schule hängenden Gemälden eines unbekannten Künstlers entdecken sie Szenen ähnlich denen in ihrem Traum. Amber und Jeanie haben schon öfter identische Träume gehabt, aber war der Traum der letzten Nacht wirklich ein Traum?

Meinung:
Schülerinnen, die auf rätselhafte Weise in Australien verschwinden? Das kommt doch sehr bekannt vor, erinnert an den genial-geheimnisvollen Film "Picknick am Valentinstag" ("Picnic at Hanging Rock") von dem australischen Regisseurs Peter Weir. Natürlich kennt auch Queenie Chan, die in Hongkong ihre frühe Kindheit verbrachte und seitdem im Land der Aborigines lebt, diesen Film und dessen literarische Vorlage von Joan Lindsay - ebenfalls aus Down Under - und stellt in einem Nachwort klar, das Buch und Film nicht Inspiration zu "the dreaming" waren.
Und Queenie Chan erzählt eine - trotz einiger üblicher Gruselklischees, wie Teenager, die eine Séance veranstalten, Gläserrücken, seltsame Gemälde und Träume, ein unheimlicher Charakter, ein verschlossener Raum - gut durchdachte und mit passend gesetzten Schockelementen, die aber nie zu erschreckend wirken. Diesen Schrecken hebt sich Chan für den Cliffhanger auf, der den Leser mit Spannung auf Band 2 warten lässt. Das Karussell des "Who's next?" hat sich zu drehen begonnen und wer kann schon ahnen, wer das nächste Opfer sein wird. Neben dieser sehr psychischen Komponente der Story präsentiert die Künstlerin aber auch eine Gruselgeschichte mit genügenden, aber eher dezenten und in die Handlung gut eingebauten Informationen über das, was dort im Internat an Unheimlichen vorgeht. Interessant dürfte auch sein, warum Amber und Jeanie schon früher die gleichen Träume hatten - hoffentlich geht Queenie Chan darauf noch ein.
Mit kleinen Abstrichen gefällt auch das Artwork in diesem Manga, der in westlicher Leserichtung durchgeblättert werden muss. Die Australierin arbeitet Hintergrunddetails sorgfältig aus, was sehr zur Atmosphäre der Story beiträgt und da stört auch der starke Einsatz von Rasterfolien nicht wirklich. Vor allem in den Traumsequenzen und den actionreicheren Szenen wie der zweiten Begegnung mit der Direktorin durchbricht Queenie Chan die übliche Panelanordnung und verleiht so dem Geschehen Dynamik. Die langen Flure des Internats bieten ebenso Raum für so manchen das unheimliche Setting verstärkenden Blickwinkel. Und wenn wie im Traum Gestalten aus dem Dunkel auftauchen und erst nur einzelne Körperpartien zu sehen sind, wirkt auch dies sehr gruselig.
Ungewohnt ist beim Charakterdesign die Mischung aus den typischen japanischen, diesmal aber nicht ganz so großen Augen und der eher am US-Comic orientierten Darstellung der Mundpartien, die hier deutlich ausgearbeiteter wirken als man es von Mangas her gewohnt ist. Dies ergibt einen sehr reizvollen Kontrast. Die Charas weisen hohe Individualität auf und sind leicht zu unterscheiden - lediglich bei Amber und Jeanie fällt es schwer, sie vor allem in Close-Ups auf die Gesichter auseinander zu halten; hier ist der geringe Unterschied in ihren Frisuren zu wenig, um sie auf den ersten Blick unterscheiden zu können. Da ist aufmerksames Hinschauen auf jeden Fall angesagt.
Abgerundet wird der erste Band von "the dreaming" durch ein Nachwort und Infos über Australien von Queenie Chan. Dabei zeigt sie einen teils sehr sarkastischen Humor und schreckt auch nicht davor zurück, den Uluru als Kieselstein zu bezeichnen, was den Aborigines wohl weniger gefallen würde.


Fazit:
Die australische Zeichnerin Queenie Chan erzählt eine mit einigen typischen Gruselklischees angereicherte, aber sehr spannende Geschichte, die auch durch den ungewöhnlichen Schauplatz im südöstlichen Buschland von Down Under. Auch Artwork und Charakterdesign sind überwiegend gut gelungen, vor allem fällt die interessante Kombination aus nicht so großen japanischen Augen und eher am US-Comicstyle angelehnten Mundpartien in den Gesichtern auf. Lediglich die Zwillinge sind in den Close-Ups durch den nur marginalen Unterschied bei den Frisuren auch mal zu verwechseln. Der Cliffhanger weckt spannende Erwartung auf den nächsten Band von "the dreaming".


The Dreaming 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Dreaming 1

Autor der Besprechung:
Kuno Liesegang

Verlag:
Tokyopop GmbH

Preis:
€ 6,50

ISBN 13:
978-3-86719-154-8

192 Seiten

Positiv aufgefallen
  • spannend-unheimlicher Storyauftakt
  • interessanter Schauplatz im südöstlichen Australien
  • abwechslungsreiches Charadesign
Negativ aufgefallen
  • Amber und Jeanie bei Close-Ups leicht zu verwechseln
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Rezension vom: 09.12.2007
Kategorie: The Dreaming
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